1.000 Jahr Festakt mit viel Prominenz, Applaus und begeisterten Gästen in Ober-Kainsbach

Rhein-Main Scharnier Ober-Kainsbach

Ober-Kainsbach nach 1.000 Jahren: Klares Profil vor sonnig gelbem Hintergrund. Text/Bild: Dieter Preuss

Ober-Kainsbach. Selbstbewusst sind sie ja, die Ober-Kainsbacher. Das bezeugte Ortsvorsteher Peter Hofferberth in seiner Begrüßungsansprache zum 1.000 Jahr Festakt am vergangenen Samstag im Gasthaus „Zum Hohenstein“. Locker bezeichnete er das 1.000 Jahre alte Ober-Kainsbach mit seiner mehrspurigen Autobahn „Talstraße“ als wichtigen Verkehrsknotenpunkt, eine Art Scharnier für die gesamte Rhein- Main Region mit besten Verbindungen nach Ost, West, Nord und Süd. Bestätigung und Anerkennung für die Bedeutung des Reichelsheimer Ortsteiles fanden die Ober-Kainsbacher auf ihrem Kommersabend alleine schon durch die Anwesenheit vieler prominenter Gäste. Landrat Dietrich Kübler: „Ober- Kainsbach hat eine große Bedeutung für den Odenwaldkreis“, folgte mit seinem Grußwort dem Reichelsheimer Bürgermeister Stefan Lopinski, der den Ober-Kainsbachern trotz ihres hohen Alters von 1.000 Jahren eine große Dynamik und junges Denken bestätigte. Die CDU Landtagsabgeordnete Judith Lannert, viele Gemeinderäte, Altbürgermeister Gerd Lode, Heimatforscher Georg Dascher und viele Unternehmer und Führungskräfte aus Wirtschaft, Handel, Politik und Finanzen überbrachten den Ober-Kainsbachern ihre Ehrerbietung und viele gute Wünsche für die nächsten 1.000 Jahre.

Mehrere 100 Gäste konnten sich über die 1.000jährige Geschichte des Odenwälder Dorfes am Kommersabend ein differenziertes Bild machen. Dafür sorgten in einer umfassend illustrierten Präsentation Cornelia und Peter Fornoff. Die Fornoff’sche Zeitreise begann aber schon weit vor der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes im Jahre 1012 mit der Verleihung des Jagdrechts (Wildbann) im Odenwald an das Kloster Lorsch durch Heinrich II; sie setzte ungefähr mit der Zeit 50 nach Christus ein, als die Odenwälder dank der Römer und deren Hang zu feinen Genüssen erstmals Weintrauben, Wallnüsse und Esskastanien zu schmecken bekamen. Neben vielen anderen Informationen und witzigen Histörchen war interessant zu erfahren, wie sich so ein Ortsname entwickelt. Heute Ober-Kainsbach, vormals diese Varianten: Cunigesbach (so der Name in der besagten Jagdrechts- Urkunde aus dem Jahr 1012), Cuningesbach, Kunispach, Abir- Keinsbach und andere mehr. Das zeigt, wie Sprache lebt und dass die Ober-Kainsbacher im Laufe der Jahrhunderte immer mal wieder ein anderes Selbstverständnis von ihrem Dorf hatten. Heute leben in Ober-Kainsbach 630 Menschen in 280 Familien. Hinzu kommen laut Peter Fornoff 800 Rinder, 200 Schweine und 9 Schafe. Vergessen hat der Präsentator in seiner Aufzählung die Hühner, Tauben, Kaninchen, Hunde, Katzen … Davon gibt es in einem Odenwald Bilderbuchdorf wie Ober- Kainsbach sicher viele. Denn dieses sogenannte „Kleinvieh“ ist für einen solchen Ort mit seinem ländlichen Gepräge wie der Mörtel zwischen den Steinen des sozialen Gefüges. Doch das wirklich Prägende des Ortsbildes ist die Talstraße, die es nicht nur in der Variante mehrspurige Autobahn gibt, sondern auch mehrfach in den Varianten „ruhige Anliegerstraße“ rechts und links von der „Haupt-Talstraße“. Auf den ersten Blick könnte man auch sagen, fast alle Straßen in Ober-Kainsbach sind Talstraße. Das wiederum zeigt, dass die Ober-Kainsbacher ihren Ort von oben nach unten definieren: die Straße geht nicht hoch wie möglicherweise eine Höhenstraße, Bergstraße oder Hochstraße – nein, die Straße geht ins Tal. Wir Ober-Kainsbacher sind selbstverständlich oben, dann geht die Straße runter ins Tal. Talstraße. Selbstbewusst sind sie ja, die Ober-Kainsbacher!

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