150 Jahre Imkerverein Ober-Ramstadt

Eine Ausstellung im Museum Ober-Ramstadt zeigt die Arbeit der Imker von damals bis heute

Zwei Bienen bei der Arbeit.

Der Imkerverein Ober-Ramstadt besteht in diesem Jahr seit 150 Jahren. Bisher war man davon ausgegangen, dass der Imkerverein 1921 gegründet wurde. Dafür sprach u.a. auch ein Protokollbuch, das mit dem Jahr 1921 begann. Vor vier Jahren wurde im Museum Ober-Ramstadt eine Ausstellung „Bilder aus dem Bienenleben“ gezeigt. Bei den damaligen Recherchen für diese Ausstellung ergaben sich aber auch Hinweise auf eine wesentlich frühere Gründung des Vereins. Das Museum Ober-Ramstadt ist diesen Hinweisen nachgegangen und hat Belege dafür gefunden, dass die Gründung einer Sektion Ober-Ramstadt zeitgleich mit der Gründung des Starkenburger Bienenzüchtervereins erfolgte. Damit kann der hiesige Imkerverein in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiern.

Seit 1847 war Dr. Friedrich Alefeld (1820–1872) als Arzt in Ober-Ramstadt tätig. Neben seinem Beruf betrieb er auch umfangreiche biologische Forschungen über die deutschen Nutzpflanzen und die Wirkung von Kräuterbädern. Sein ganz besonderes Interesse galt aber den Bienen. Er verfasste ein viel beachtetes Buch über „Die Bienenflora Deutschlands und der Schweiz“. Daneben veröffentlichte er mehrere Aufsätze in der „Nördlinger Bienenzeitung“ und war Ehrenmitglied in drei wissenschaftlichen Gesellschaften. Dr. Alefeld stand aber auch mit zwei Imkerkollegen aus dem benachbarten Rohrbach, dem Lehrer Nicolaus Heil und dem Pfarrverwalter Georg Luft, in einem wissenschaftlichem Gedankenaustausch. Bei der Versammlung in Darmstadt wurde Dr. Alefeld Vorsitzender des Starkenburger Vereins, Lehrer Heil wurde zum Rechner gewählt. Vorsitzender der Sektion Ober-Ramstadt wurde der Landwirt Johann Karl Walter. Die Bedeutung der Ober-Ramstädter Sektion wird auch dadurch belegt, dass die Jahresversammlung der Starkenburger Dachorganisation schon 1865 in Ober-Ramstadt tagte. Nach einem Bericht in der Zeitschrift „Die Biene“ waren in der hiesigen Sektion alle Gemeinden des Landratsbezirks Reinheim zusammengeschlossen.

Nach dem frühen Tod Alefelds (1872) fehlte hier die zentrale Persönlichkeit. Auch der Vorsitz der Sektion verlagerte sich nun teilweise nach Reinheim oder Modau. Entsprechend änderte sich im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts der Name in Sektion Reinheim oder Modautal. Die Ober-Ramstädter Imker waren spätestens ab 1900 überwiegend in der Sektion Modautal als Mitglieder tätig. 1921 trennten sich die Ober-Ramstädter Imker von der Sektion Modautal und verwendeten wieder den ursprünglichen Namen „Sektion Ober-Ramstadt“.

150 Jahre Imkerverein in Ober- Ramstadt, das ist natürlich ein Anlass, der entsprechend gewürdigt werden muss. Deshalb ist im Museum Ober-Ramstadt eine Ausstellung zu sehen, die die Bedeutung der Bienenzucht und der Honigprodukte aufzeigt. Auch die rege Vereinstätigkeit wird in dieser Ausstellung dokumentiert. Das Ausstellungskonzept stammt von Otto Weber und Karl Heinz Haas.

Die Ausstellung wurde am Sonntag, 1. 4., eröffnet und ist bis zum 17. Juni 2012, sonntags, von 14.30 bis 17.30 Uhr sehen. Begleitet wird diese Ausstellung durch verschiedene Vorträge. Der erste Vortrag ist am Donnerstag, 19. 4., um 19.30 Uhr, im Heimatmuseum Ober-Ramstadt. Thema des Vortrags: „Ludwig Büchner und das Bienenvolk“ von Otto Weber und Wolf Siemsen und am Donnerstag, 10. 5., um 19.30 Uhr, spricht Dr. Jung über „Botanik und Bienen“ im Scheunensaal der Hammermühle. Weitere Informationen bei Otto Weber, Tel. 06154/1797 und Karl Heinz Haas, Tel. 06154/1563

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