29. Lindenfelser Brauchtumstage gut besucht

Ein Erlebnis für Jung und Alt

Lindenfels. Altes Handwerk und ein vielseitiges Markttreiben zogen am vergangenen Wochenende bei strahlendem Sonnenschein zahlreiche Besucher in das Burgstädtchen Lindenfels. Kinder und Erwachsene wurden gleichermaßen bei den „29. Lindenfelser Brauchtumstagen“ im Bürgerhaus, Kurgarten und Museum zum Betrachten, Anfassen, Riechen, Schmecken und Mitmachen eingeladen – schließlich galt es vom Aussterben bedrohte Berufe, traditionelles Brauchtum, außergewöhnliches Kunsthandwerk und regionale Produkte zu präsentieren.

Mit viel Liebe zum Detail hatten die Organisatoren des„Verkehrsvereins“ und die angegliederte Arbeitsgemeinschaft „Heimatpflege und Museum“ die Aussteller ausgewählt und gerade das Museum samt historischer Ausstattung zum Leben erweckt. So konnten die Besucher im Museum beispielsweise Dietrich Steitz und Peter Strasse beim Bedienen der über hundert Jahre alten Druckmaschine zuschauen und mehr über die Herstellung von Drucken wie der Lindenfels-Ansicht aus dem Jahr 1848 erfahren. Gegenüber in der Schmiede zeigte Jan Hohmann Jung und Alt wie z. B. Nägel früher hergestellt wurden. In den oberen Etagen des Museums wies Färbermeister Volker Kircher Interessierte in die Kunst des „Blau machens“ ein und ermunterte Jung und Alt das Bedrucken von Leinenstoffen selbst einmal auszuprobieren. Matthias Pfeifer präsentierte die Holzschindelfertigung, während in traditionelle Tracht gekleidete Damen alte Handarbeiten wie Spinnen, Weben oder Perlensticken vor den Augen der Besucher ausführten. Abgerundet wurden die Präsentationen u. a. durch den Odenwälder Gailchesmacher, den Steinhauer, Polsterer und Korbmacher, während im Hof Zimmerleute ihr Handwerk vorstellten und ein Kelterer zu Verkostung von frisch gepresstem Apfelsaft einlud. Für die Kinder war für Abwechslung und Vergnügen gesorgt, so durften sie nicht nur die alten Handwerke selbst ausprobieren, sondern auch Kerzen ziehen, alte Schriften verfassen und Filzen.

Gemeinsam mit den Erwachsenen galt es im Bürgerhaus aber auch die Arbeiten eines Glasbläsers oder Schnitzers bzw. einer Korbflechterin zu bestaunen, während duftende Bienenwachskerzen, Kräuterkissen und Blumenkränze, Holzschnitzereien und Drechselarbeiten einluden, sich etwas zur Verschönerung der heimischen vier Wände mitzunehmen. Auch für die bevorstehende Weihnachtszeit konnten die Besucher der Brauchtumstage so manches hübsche oder nützliche Geschenk finden, wie z. B. die Fröbelsterne aus Stoff von Johannes und Gabriele Becherer. Selbstverständlich wurde auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Neben Bratwurst, Schmalzoder Kochkäsebroten bzw. Kaffee und Kuchen aus dem Holzbackofen konnten heimische Produkte aus der Landwirtschaft, edle Odenwälder Brände und Schaumweine von Dieter Walz sowie Pellkartoffeln aus dem Dämpferei erworben werden. Text/Bild: Martina Emmerich

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