Aktionstag gegen Rückenschmerzen am 15. März

Rund 500 Physiotherapeuten informieren am „Tag der Rückengesundheit“ bundesweit über die Möglichkeiten, Rückenbeschwerden vorzubeugen und zu behandeln. In Groß-Umstadt ist die Praxis für Krankengymnastik und Neurophysiologische Therapie Christel Frohne-Poodt mit dabei.

Am 15. März 2012 ist es wieder soweit: „Tag der Rückengesundheit“ – die ideale Gelegenheit, sich beim Physiotherapeuten über die Möglichkeiten von Therapie und Prävention zu erkundigen. Denn mehr als jeder zweite Deutsche leidet mindestens einmal im Leben unter Rückenschmerzen. Die Gründe dafür sind vielfältig: stundenlanges, bewegungsarmes Sitzen vor dem Computer, falsches Heben und Tragen von schweren Sachen und mangelnder Ausgleich durch Bewegung können das komplexe Zusammenspiel aus Muskeln, Gelenken, Sehnen und Bändern stören. Als Experten für Rückengesundheit behandeln Physiotherapeuten Rückenschmerzen und helfen darüber hinaus, Rückenleiden vorzubeugen.

Der Deutsche Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V. hat seine Mitgliedspraxen anlässlich des Tages der Rückengesundheit aufgerufen, spezielle Informationsangebote für Patienten und solche, die es eben nicht werden wollen, anzubieten.

Die Praxis für Krankengymnastik und Neurophysiologische Therapie Christel Frohne-Poodt bietet ganzheitliche Rückenschule unter Einbeziehung des gesamten Körpers für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren an.

Das Programm wird individuell auf den jeweiligen Gesundheitszustand abgestimmt und wird einzeln oder  in Kleingruppen angeboten.

Am 15.03.2012 ist die Praxis von 10 – 13 und 15 – 19 Uhr zur Information und Beratung geöffnet.
Weitere Termine sind gerne nach vorheriger Absprache möglich.

Interessierte können sich auf der Homepage des ZVK unter www.zvk.org über den Rückenaktionstag und die speziellen Angebote der teilnehmenden Praxen informieren. Dort finden sich zudem weitere Informationen zum Thema Rückenschmerzen und zu den Möglichkeiten, mit welchen Maßnahmen Physiotherapeuten helfen können.

Factsheet Rückenschmerz

Häufigkeit von

Rückenschmerzen:

62 % der Frauen und 56 % der Männer leiden mindestens ein Mal im Jahr an Rückenschmerzen.

(Quelle: Bundesgesundheits-Survey, 1998)

Auftreten chronischer Rückenschmerzen in den letzten 12 Monaten: In Deutschland gaben 20,7 % an, an chronischen Rückenschmerzen zu leiden.

(Quelle: Gesundheit in Deutschland aktuell – Telefonischer Gesundheitssurvey (GEDA), 2008/2009 )

22 % der Frauen und 15 % der Männer geben an, im letzten Jahr unter chronischen Kreuzschmerzen, die mindestens drei Monate anhielten und sich täglich oder nahezu täglich bemerkbar machten, gelitten zu haben.

(Quelle: Gesundheit in Deutschland. Berlin: Robert Koch Institut (RKI) 2006)

Unterscheidung von Rückenschmerzen:

Grundlegend wird zwischen spezifischen und nichtspezifischen Rückenschmerzen unterschieden. Im Gegensatz zu nichtspezifischen Rückenschmerzen haben spezifische Rückenschmerzen eine eindeutig feststellbare Ursache, z. B. einen Bandscheibenvorfall.

Dabei leiden etwa 15 % aller Rückenschmerzpatienten unter spezifischen Rückenschmerzen, bei etwa 85 % liegt ein nichtspezifischer Rückenschmerz vor.

(Quelle: Bundesgesundheits-Survey, 1998)

Kosten von

Rückenschmerzen:

Nach internationalen Schätzungen gehen etwa 85 % der Gesamtkosten auf das Konto des durch Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit bedingten Produktivitätsausfalls, rund 15 % werden für die medizinische Behandlung aufgewendet.

(Quelle: Robert Koch Institut (RKI). Gesundheit in Deutschland. Berlin: RKI; 2006.)

Behandlung, Rehabilitation und vorzeitige Berentung von Patienten mit chronischen Rückenschmerzen verursachen Ausgaben in Höhe von bis zu 25 Milliarden Euro im Jahr (direkte Kosten etwa 10 Mrd. Euro, indirekte Kosten etwa 15 Mrd. Euro)

(Quelle: Drucksache 15/2295 des Deutschen Bundestages, 2003)

Der Vergleich der Heilmittelversorgung von Rückenschmerzpatienten mit den Empfehlungen der europäischen Leitlinie hat im Heilmittelreport der Gmünder Ersatzkasse 2006 gezeigt, dass sowohl bei akuten wie auch chronischen Fällen viele durchgeführte Behandlungen eine unzureichende oder fehlende Evidenz haben. Aus ökonomischer Sicht wurden so bei einer einzigen Krankenkasse in einem Jahr 7,71 Mio. Euro und damit 22 % der Gesamtausgaben in Höhe von 35,7 Mio. Euro für aus wissenschaftlicher Sicht ineffektive Heilmitteltherapien aufgewendet.

(Quelle: Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse, Band 49, GEK-Heil- und Hilfsmittel-Report 2006, [Hrsg: GEK-Gmünder Ersatzkasse. Autoren: Bernhilde Deitermann, Claudia Kemper, Falk Hoffmann, Gerd Glaeske])

Effektive

Maßnahmen bei Rückenschmerzen:

akute Schmerzphase:

  • körperliche Aktivität (starke Empfehlung)
  • adäquate, individuelle Information und Beratung (starke Empfehlung)
  • Optionen: Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation), Manipulation/Mobilisation, Wärmetherapie in Verbindung mit aktivierenden Maßnahmen (optional)

)

subakute Schmerzphase

  • Bewegungstherapie (starke Empfehlung)
  • adäquate, individuelle Information und Beratung (starke Empfehlung)
  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) bei Vorliegen psychosozialer Risikofaktoren (starke Empfehlung)
  • Optionen: Massage in Kombination mit Bewegungstherapie, Rückenschule (optional)

)

chronische Schmerzphase

  • Bewegungstherapie (starke Empfehlung)
  • Schulungsmaßnahmen (Beratung/Edukation) (starke Empfehlung)
  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) eingebunden in multimodales Behandlungskonzept (starke empfehlung)
  • Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation) (Empfehlung)
  • ergotherapeutische Maßnahmen im Rahmen multimodaler Programme (Empfehlung)
  • Rückenschule (Empfehlung)
  • Optionen: Akupunktur, Manipulation/Mobilisation sowie Massage in Kombination mit Bewegungstherapie (optional)

)

(Quelle: NationaleVersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz, veröffentlicht 2011 durch die äzq)

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