Alexander Glosauer – Lindenfels

Alexander Glosauer – Lindenfels

Alexander Glosauer machte sein Hobby zum Beruf: Der Lindenfelser ist begeisterter Mittelalterfan und organisiert entsprechende Veranstaltungen. Aktuell beispielsweise das Spektakulum auf der Burg Lindenfels.
Alexander Glosauer wurde im Mai 1966 in Bensheim geboren, verbrachte die ersten Lebensjahre mit seinen beiden Schwestern in Heppenheim und zog dann mit seiner Familie nach Fürth. Hier besuchte der Heranwachsende die Grundschule. „Bereits in dieser Zeit interessierte ich mich für Geschichte, zunächst für die Antike, dann für das Mittelalter. Daher gehörten auch alte Sagen und Rittergeschichten zu meinen Lieblingslektüren“, berichtet der heute 44-Jährige, der damals auf das Gymnasium nach Rimbach wechselte, das er 1985 mit dem Abitur abschloss.
Nach dem absolvierten Bundeswehrdienst studierte der Alexander Glosauer Betriebswirtschaft in Mannheim und hielt sich seit Anfang der 90er-Jahre in Mörlenbach mit dem HapKiDotraining körperlich fit, bei dem der Odenwälder 1991 auch seine spätere Frau Klara traf. Wenige Jahre später wechselte die HapKiDo-Abteilung zum Judo-Club-Nibelungen e. V. in Lindenfels. Aus der HapKiDo-Abteilung heraus entstand 1997 die Idee, ein Mittelalter-Fest auf der Burg Lindenfels zu veranstalten. „Die Gemeinde genehmigte diesen Vorschlag und wir fanden keinen professionellen Veranstalter, der die Veranstaltung ausrichten wollte.
So kam es, dass der Judoclub das Fest alleine stemmte“, berichtet Alexander Glosauer, der mit seinem Team Mitte Mai 1998 das erste Mal auf der Burgruine Lindenfels ein mittelalterliches Spektakulum veranstaltete.

Da der Aufwand relativ groß war, gründeten einige Sportler und Interessierte zwei Jahre später den Verein „Drachenvolk“, der zukünftig das Mittelalter-Fest weiterführen sollte. Seitdem ist Alexander Glosauer Vorsitzender des Vereins.
In der Zwischenzeit war das Interesse des Lindenfelsers am Mittelalter so groß, dass er zahlreiche Bücher über Kleidung, Rüstung und Lebensweise verschlungen hatte und ein Jahr zuvor ein Gewerbe für Veranstaltungen und Vorführungen dieser Art angemeldet hatte. Doch nicht nur das: Alexander Glosauer trainiert und leitet seit dieser Zeit einmal wöchentlich die mittelalterliche Kampfgruppe „Equites Dragonis“.
Das neue Jahrtausend brachte für den heute 44-Jährigen viel Abwechslung. So heiratete er 2003 zunächst seine Frau Klara, mit der er eine Tochter und einen Sohn bekam. Die junge Familie war bereits 2005 nach Weschnitz gezogen, wo Alexander Glosauer sich dafür entschied, Hausmann zu sein und seinen Mittelalterveranstaltungen noch intensiver nachzugehen. „Da der Anspruch bei der Gestaltung von Mittelalter-Märkten gestiegen ist und oftmals Wert auf ein einheitliches Lager gelegt wird, haben sich viele Mitglieder des „Drachenvolkes“ auf das Frühmittelalter spezialisiert und passen nach und nach die Ausstattung entsprechend an“, sagt Alexander Glosauer, der seit sechs Jahren mit seiner Gruppe nicht nur Schaukämpfe veranstaltet, sondern auch an so genannten freien Schlachten wie bei den Märkten in Worms und Biebesheim teilnimmt.
Wenn die Möglichkeit besteht, begleiten seine Frau und die beiden Kinder den Lindenfelser zu seinen Veranstaltungen oder die Familie unternimmt Ausflüge an den Rhein oder die Mosel. Derzeit laufen jedoch die Vorbereitungen für das Spektakulum auf der Burg Lindenfels, das am 7. und 8. Mai stattfindet, auf Hochtouren. „Die Besucher können sich auf eine abwechslungsreiche Veranstaltung mit Musik, Schaukampf, Gaukelei, Speis und Trank freuen“, berichtet Alexander Glosauer, der dann auch wieder als Schwertkämpfer zu sehen sein wird. Dabei betont er: „Wir wollen mit unserem Verein „Drachenvolk“ Kriege und Schlachten nicht verherrlichen. Unsere Kampfvorführungen sind nur eine Art Showeinlage auf der Bühne.“
In seiner Freizeit versucht er das Interesse seiner Kinder an Geschichte und Museen zu fördern und zu unterstützen, widmet sich der Renovierung des Familienwohnsitzes und geht als Besitzer zweier Pferde nach wie vor gerne reiten.

Für das Anzeigenblatt Gersprenztal stand Alexander Glosauer Rede und Antwort:

Wenn Sie König von Deutschland wären, was wäre Ihre erste Tat?
Glosauer: Ich würde schnell einen geeigneten Nachfolger für mich als König finden und mich zur Ruhe setzen. Vorher würde ich jedoch noch versuchen, den Atomausstieg so schnell wie möglich zu realisieren.

Sie haben drei Wünsche frei. Nennen Sie uns diese bitte.
Glosauer: Mein erster Wunsch wäre, dass man aus der Geschichte etwas lernt und das Gelernte auch umsetzt. Außerdem würde ich mir wünschen, dass Kriege nur noch auf der Bühne ausgetragen werden. Mein dritter Wunsch wäre, dass die Gier der Leute aufhört und so viel für alle Menschen da ist, wie sie brauchen.

Welcher Mensch in Ihrem Leben hat den größten Eindruck auf Sie gemacht?
Glosauer: Den größten Eindruck in meinem Leben hat mein Vater auf mich gemacht. Er hat aus allem etwas gemacht und war immer für mich da.

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