Bieberauer Feuerwehrfest war feucht, doch fröhlich

Wasser frei!

Aus der Jugendabteilung der Feuerwehr (Kennzeichen: orange-blaue Jacken) zeigen (v. l.) Jan Kurmies, Emmi Bickelhaupt und Max Albrecht den beiden an der Spritze, Tim Poth und Lia Poth, wie so ein Feuer gelöscht
werden kann

Groß-Bieberau. „Nein, ins Wasser gefallen ist unser Fest heute nicht“, sagt Mike Bickelhaupt, Chef der Groß-Bieberauer Feuerwehr, und freut sich dem Regen zum Trotz über die vielen Gäste am vergangenen Sonntagnachmittag. „Klar, bei Sonnenschein wäre sicher mehr los gewesen, aber wir sind schon zufrieden über den guten Zuspruch zu unserem Tag der offenen Tür.“ Alle zwei Jahre veranstaltet der Bieberauer Feuerwehrverein sein Frühlingsfest, das im Wesentlichen zwei Ziele verfolgt. Zum einen will der Verein die Bürger über die Arbeit der Feuerwehren informieren sowie Interesse und möglicherweise gerade bei den Jugendlichen Begeisterung zum Mitmachen wecken.

Zum anderen sollen mit dem Fest und den Speisen und Getränken ein paar Euro verdient werden, mit denen wiederum notwendige Anschaffungen für die Feuerwehr gemacht werden können. Die Gäste konnten es sich unterm Dach gemütlich machen, gut essen und trinken und sie konnten sich über die Arbeit und die Arbeitswerkzeuge der Feuerwehr hervorragend informieren. Da standen alle Feuerwehrautos, deren Technik die Gäste im Detail bestaunen konnten, da wurde mit der Rettungsschere ein Pkw aufgeschnippelt, es wurden kleine Feuer gelöscht und die Hüpfburg war für die Kleinen Abenteuerspielplatz Nummer 1. So von außen betrachtet ist die Welt der Feuerwehr hier auf dem Land in bester Ordnung. Schaut man aber etwas genauer und fragt nach, dann offenbaren sich doch einige Nöte. Damit sind nicht nur Geldnöte gemeint, sondern in erster Linie Personalnot: „Hatten wir früher drei Einsätze im Jahr, so haben wir heute drei in der Woche“, sagt Mike Bickelhaupt, der als Feuerwehrchef der Kommune wohl die Professionalisierung der Feuerwehr schätzt, aber doch mit ein paar Sorgenfalten in die Zukunft schaut: „Blicke ich auf die Vielfältigkeit der Anforderungen bezüglich der Einsätze, Technik und Ausbildung und sehe, wie wenig an ehrenamtlichen Feuerwehrleuten nachwächst, dann macht mir dieser Personalmangel schon Sorgen.“ Deshalb ist die hauptamtliche Tätigkeit für die Professionalisierung der Feuerwehr ganz wichtig. Allerdings: ohne die gut ausgebildeten ehrenamtlichen Helfer geht gar nichts. Bickelhaupt wörtlich: „Auf der einen Seite brauchen wir dringend Nachwuchs, dafür müssen wir werben. Auf der anderen Seite sollte man uns nicht wegen jedem Ast, der auf der Straße liegt, gleich alarmieren, sondern wie früher selbst aktiv werden. Auch das müssen wir bewusst machen.“

Text/Bild: Dieter Preuss

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