Christoph Bertsch – Reichelsheim

Christoph Bertsch – Reichelsheim

Mit seiner Leidenschaft für die mittelalterliche, regionale Geschichte und seinem Engagement in der „Freyen Ritterschaft Odenwald“ trägt Christoph Bertsch dazu bei, die Historie erlebbar zu machen.
Christoph Bertsch wurde am Juni 1977 als ältester Sohn von Richard und Marion Bertsch in Lindenfels geboren. Zusammen mit seinen Geschwistern Tobias, Sebastian und Catrin wuchs er in Gumpen auf und besuchte in Reichelsheim die Schule, die er mit der Mittleren Reife abschloss.
Bereits in der Grundschule war Christoph Bertschs Faszination für den traditionellen Volkstanz geweckt worden. Er begann in der Reichelsheimer Kindergruppe mitzutanzen und trat mit der Gruppe in zahlreichen europäischen Nachbarländern auf. Als Jugendlicher leitete der Geschichtsbegeisterte dann eine eigene Kindergruppe, die er jedoch 1997 aus Zeitmangel aufgeben musste. In der Zwischenzeit hatte Christoph Bertsch nämlich seine Ausbildung zum Koch in den „Poststuben“ in Bensheim-Auerbach absolviert und war aufgrund der Arbeitszeiten nicht mehr so flexibel. Während seines Zivildienstes in den Werkstätten für Behinderte in Fürth begeisterte ein Kollege Christoph Bertsch verstärkt für die mittelalterliche Geschichte und den Besuch von entsprechenden Märkten. „Ich habe mich schon von klein auf für Geschichte interessiert, in dieser Zeit intensivierte sich dies noch und die „erlebbare Geschichte“ wurde zu meinem neuen Hobby“, berichtet der 32-Jährige, die 1998 zusammen mit sechs Gleichgesinnten die „Freye Ritterschaft Odenwald“ gründete. In seiner Freizeit recherchierte der gelernte Koch, der zudem in der „Traube Tonbach“ im Schwarzwald, in seinem Lehrbetrieb sowie dem elterlichen Gastronomiebetrieb Erfahrungen sammelte, mit dem gräflichen Archivar Paul Wagenknecht „wahre Identitäten“ für die Gruppe: „Ich suchte in den alten Urkunden nach Persönlichkeiten mit einem interessanten Lebenslauf, die wir in der „Freyen Ritterschaft Odenwald“ nachstellen konnten“, so Christoph Bertsch, dessen Ziel es ist, Interessierten Geschichte lebendig zu vermitteln. Daher durchlief er auch auf der Ronneburg eine „Ausbildung“ zum Knappen und Ritter: In Wochenendkursen wurde er mit den notwendigen Tugenden und Fertigkeiten vertraut gemacht, bevor er schließlich im September 1999 den Ritterschlag erhielt. Gemeinsam mit der „Freyen Ritterschaft Odenwald“ besuchte der frisch ernannte Ritter die Reichelsheimer Märchen- und Sagentage, engagierte sich und lagerte dort sowie auf zahlreichen anderen Veranstaltungen. Die Gruppe umfasst heute drei Ehrenmitglieder sowie 20 aktive Mitglieder zwischen einem und 50 Jahren, die mit Eifer bei der Sache sind. So werden selbstverständlich auch die Gewänder und das Zubehör für das sommerliche Lagerleben selbst hergestellt. „Ich nähe meine Kleider nach Gefühl, Augenmaß und meiner Fantasie“, erklärt Christoph Bertsch, für den das Nähen ebenso wie das Verfassen von mittelalterlichen Reden eine entspannende Abwechslung zum Beruf ist. So kam es, dass der Reichelsheimer während seiner Zeit als Küchenchef in der „Zentlinde“ in Güttersbach, die er von 2000 bis 2005 inne hatte, nebenbei zahlreiche mittelalterliche Kleider fertigte. „Gemeinsam mit dem Ehepaar Tilly nähte ich historische Gewänder für den Verleih und für historische Hochzeiten. Dabei gleicht kein Kleidungsstück dem anderen“, so der kreative Kopf. Auch für seine Frau Sabrina, die Christoph Bertsch über einen Freund in der Disco kennen gelernt und im Februar 2003 geheiratet hatte, fertigte er entsprechende Gewänder an.
Zusammen mit Sabrina, die sowohl Hobby als auch die Arbeit im 2005 übernommenen „Schützenhof“ teilt, bekam der Reichelsheimer drei Töchter: Maria-Sophie (2003), Johanna (2004) und Clara Luisa (2007). Diesen widmet er heute einen Großteil seiner Freizeit, doch auch Musik, Musicals und Kinobesuche sind Christoph Bertsch neben der „Freyen Ritterschaft“ wichtig. Für diese hofft er noch einen Barden sowie eine geeignete Veranstaltung für ein Lager im Mai zu finden. In naher Zukunft würde er zudem gerne einmal ein Rockkonzert für Nachwuchsbands sowie ein Benefizkonzert in der Kirche organisieren.

Für das Anzeigenblatt Gersprenztal stand Christoph Bertsch Rede und Antwort:

Wenn Sie König von Deutschland wären, was wäre Ihre erste Tat?
Bertsch: Ich würde mich dafür einsetzen, dass jeder Mensch Arbeit hat, sie sich mit weniger zufrieden geben und wieder bewusster Leben lernen.

Sie haben drei Wünsche frei. Nennen Sie uns diese bitte.
Bertsch: Ich wünsche mir Gesundheit, ein glückliches, langes, familiäre Leben und Frieden weltweit.

Welcher Mensch in Ihrem Leben hat den größten Eindruck auf Sie gemacht?
Bertsch: Meine Tochter Marie-Sophie, die mit einem Herzfehler geboren wurde und mit drei Jahren eine große Operation überstehen musste. Es war für mich ein einschneidendes Erlebnis mitzubekommen, wie sie das alles hingenommen hat und wie schnell sie sich regenerierte.

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