Cranach malte Luther in Ober-Ramstadt

„Warum rülpset und furzet ihr nicht?“

Oliver und Friederike Nedelmann vom „THEATER & nedelmann“ zeigten mit Witz in der Aufführung „Cranach malt Luther“, Historisches, Wahrhaftiges und Erdachtes über Martin Luther und seine Zeit.

Ober-Ramstadt. Im Jahr 1517 schlug der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther seine 95 Thesen zum Ablasswesen der christlichen Kirche seiner Zeit ans Portal der Schlosskirche zu Wittenberg. Heute, 500 Jahre später, feiern wir dieses Reformationsjubiläum. Mit der Idee, dass Gott nicht strafend, sondern gerecht und gnädig sei, revolutionierte Luther die christliche Theologie und Kirche. Eine Reformation, die bis in die heutige Zeit das politische, gesellschaftliche und kulturelle Leben in Europa und der gesamten Welt beein usste. Mit seinem Wirken als Theologe, Philosoph, Musiker, Dichter und Reformator war Martin Luther die herausragende Gestalt des 16. Jahrhunderts. Und was dieser Mann wahrhaftig so sprach oder schrieb: „Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang“ oder auch nicht: „Warum rülpset und furzet ihr nicht, hat es euch nicht geschmecket?“ darüber spielten und stritten vom „THEATER & nedelmann“ Oliver Nedelmann als Luther und Friederike Nedelmann als Cranach“. In dem Schauspiel für zwei Personen in zwölf Bildern „Cranach malt Luther“ wurde einiges an Wahrheit und Kolportiertem aus Luthers Leben aufgedeckt. So wurde das Publikum des sonntäglichen Theaternachmittags im Prälat-Diehl-Haus in Ober-Ramstadt in witziger und furios gespielter Weise über Wahres und Unwahres des Wittenberger Mönches aufgeklärt. Der Maler Lucas Cranach porträtierte Luther im Jahr 1539 und die beiden pflegten eine intensive Freundschaft. Der Maler wusste Luther zu nehmen mit seinen Launen und Eigenheiten. Mit diesem Plot erlebte das Publikum herrliche Wortgefechte.

Das atmosphärisch intensive Kammerspiel wurde von Oliver Nedelmann geschrieben und von Claudia Schlaak und dem evangelischen Kirchenvorstand von Ober-Ramstadt auf die Bühne geholt. Zum einen, um die Geschichte des Reformators kurzweilig zu erzählen und zum anderen, um mit dieser Benefiz- Veranstaltung etwas Geld einzunehmen.

Denn es stehen für die evangelische Kirche in Ober-Ramstadt noch ein paar Renovierungsprojekte an. Nachdem nun das Kirchendach in gutem Zustand ist, geht es ans Innere des Gebäudes. „Bei der Renovierung des Daches mussten wir einen Eigenanteil von 20% der Kosten durch Spenden decken. Bei den weiteren Renovierungen müssen wir 80% der Kosten tragen“, sagt Claudia Schlaak, die Fundraising-Beauftragte des Kirchenvorstands und Organisatorin diverser Veranstaltungen, mit deren Einnahmen in nächster Zeit die Kirche barrierefrei zugänglich und innen wieder schmuck gemacht werden soll. Leser und Leserinnen, die etwas spenden möchten, informieren sich über www.evkgor.de.
Bild/Text: Dieter Preuss

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