Das traditionelle Kaffeehaus in Reinheim wird wieder eröffnet

Kaffeehaus bleibt Kaffeehaus

Reinheim. Viele ehemalige Stammgäste aus Reinheim und Umgebung fragen voller Erwartung: „Was wird aus dem Kaffeehaus?“. Das traditionelle „Kaffeehaus“ in der Reinheimer Pöllnitzstraße hatte im letzten Jahr seinen Betrieb eingestellt, wechselte dessen Gründer und langjähriger Pächter Pezzi Hartmann von der Theke zum Lehrerpult. Er wurde wieder Berufsschullehrer.

Danach begannen aufwendige Umbau- und Renovierungsarbeiten im Innen- und Außenbereich des Kaffeehauses. Das Nachbargebäude konnte hinzuerworben werden und wurde mit der ehemaligen Gastronomie vereinigt. Im vergangenen März fanden die städtischen Pflasterarbeiten in der Burgfriedstraße ihren Abschluss. Aus einem unscheinbaren Gässchen wurde ein schön gestalteter Verbindungsweg zwischen Rathaus und dem Bereich der Darmstädter Straße, der zu einer innerstädtischen Bereicherung geworden ist. An der Einmündung in die Pöllnitzstraße entstand sogar ein kleiner Plaza mit Baum. Seitdem wird gerätselt, wer zukünftig in diese hellen und zentral gelegene Räumlichkeiten des alten Kaffeehauses einziehen wird und ob dort weiterhin eine Gastronomie geplant ist.

Das vor mehr als 20 Jahren gegründete „Kaffeehaus“ hatte seither Kultstatus erreicht. Mit seiner Mischung aus altem Wiener Kaffeehaus Ambiente mit gediegenem Mobiliar und dem Flair eines klassischen französischen Bistros an der Ecke wurde es jahrelang gerne von den Gästen angenommen. Heute wird es schon vermisst. Viele Reinheimer sehnen sich nach der Gemütlichkeit „ihres“ alten Kaffeehauses. Viele Gerüchte über die künftige Nutzung machen seit dem Beginn der Bauarbeiten die Runde.

Die Eigentümer des Gebäudes, die Brüder Hessel, haben sich viele Gedanken über die beste Wahl eines geeigneten Betreibers gemacht und mit vielen Bewerbern gesprochen, von denen jeder seine Gestaltungsidee präsentierte. Die Vorschläge reichten von rustikaler Wirtschaft bis zur modernen Lounge. Am Ende setzte sich die gute Tradition des bisherigen Konzeptes durch.

So ist es nun beschlossene Sache, dass in dem Haus in der Reinheimer Altstadt wieder ein traditionelles Kaffeehaus mit Wiedererkennungswert entstehen wird. Sowohl in der Burgfriedstraße selbst als auch im Hof zwischen der „Scheune“ und dem Kaffeehaus entstehen bewirtschaftete Terrassen. Küche und Toiletten sind neu entstanden. Das markante Eckhaus wurde 1891 von der jüdischen Familie Nathan Rapp erbaut und von 1903 bis 1936 von der Familie Abraham Morgenstern bewohnt. Die Familie Morgenstern wanderte 1936 in die USA aus. Die Stadt Reinheim beabsichtigt, dort eine Gedenktafel anzubringen. Wer sich über den Stand der Arbeiten und Termine informieren will: www.kaffeehausreinheim. de

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