Einzigartig: aha Kosmetikverpackungen zu 50% aus Gras

Lippenstifte – schön gemacht mit Gras

Odenwälder Innovationsprojekt wurde internationalem Publikum präsentiert Cremetiegel, Lippenstifte, Schatullen und Puderdosen – Kosmetikverpackungen im Spritzgussverfahren zur einen Hälfte aus Gras (Zellulose) und zur anderen Hälfte aus recyceltem Kunststoff hergestellt. Diese Weltneuheit wurde von aha Kunststofftechnik aus Fränkisch-Crumbach auf der internationalen Messe „cosmetic business 2010“ am 17. und 18. Juni in München präsentiert. Nach den Worten von aha Geschäftsführer Achim Kreim fanden die „Grasprodukte“ am Messestand große Beachtung; dazu ergänzend: „Zusammen mit unserem Partner Biowert GmbH aus Brensbach testen wir das Ausgangsmaterial AgriPlast, den Kunststoff von der Wiese, für die Herstellung von differenziert gestalteten Verpackungen für die dekorative Kosmetik. Denn mit dieser Idee ergeben sich vielversprechende Ansätze für den Markt der nachhaltig hergestellten Kosmetik. Da ist nicht nur innen Natur, sondern außen auch. Unter dem Motto ‚Weniger Erdöl, mehr Nachhaltigkeit’ durch nachwachsende Rohstoffe.“

Das Gesamtprojekt „AgriPlast“ wurde entwickelt von der Biowert GmbH in Brensbach. Und das Besondere daran ist, dass die gesamte Wertschöpfungskette hier im Odenwald liegt: Die Landwirte der Region liefern das Gras, der biochemische Prozess – also die Verbindung der Graszellulose und dem Kunststoff-Regranulat zu AgriPlast – findet in der Grasveredelungsanlage in Brensbachstatt und die Herstellung der Kosmetikprodukte im Spritzguss sowie der Vertrieb erfolgt bei der aha Kunststofftechnik GmbH. Weiter ausgeführt wurde dieses Thema mit einer ausführlichen Präsentation von Dieter Preuss in München im Rahmen der Messe-Vortragsreihe. Unter der Überschrift „Stoffwechsel – schön gemacht mit Gras“, erläuterte Preuss vor internationalem Publikum die Idee sowie den gesamten Herstellungsprozess. Preuss wörtlich:

„Da hier Natur, nämlich Graszellulose, verbunden mit Regranulat aus wiederverwerteten Kunststoffprodukten in den hoch temperierten Spritzguss gehen, müssen unendlich viele Parameter getestet werden. Das beginnt natürlich mit unterschiedlichen Temperaturen und geht über die mechanischen Eigenschaften des Materials, Farbzusätze, Maschinenparameter, Fließfähigkeit bis zur Stabilität,Optik und Haptik der hergestellten Kosmetikverpackungen.“ Das sei alles echte Pionierarbeit für eine klimafreundliche Sache, so Preuss. Ein erstes Fazit von aha Kunststofftechnik ist, dass die „Kunststoff von der Wiese Idee“ auf zunehmendes Interesse der Kosmetikindustrie stoße. Auch habe ein großer französischer Konzern Interesse an den Produkten und eine umfangreiche Testreihe gestartet. Achim Kreim wünscht sich natürlich noch mehr Partner dieser Qualität, um die Produkte bis zur Marktreife entwickeln zu können. Kreim wörtlich: „Für ein mittelständiges Unternehmen in der Größe von aha Kunststofftechnik ist ein solches Innovationsthema mit erheblichen Investitionen verbunden. Es wäre gut, wenn wir zusammen mit weiteren Partnern aus der Kosmetikindustrie Synergien erschließen könnten.“

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