Eisenbahn im Odenwald – Ideen und Geschichte

Sonderausstellung im Museum Lindenfels

Viele Jahrzehnte dampfte das „Reichelsheimer Lieschen“ durch das Gersprenztal zwischen Reinheim und Reichelsheim“. Foto: Karl-Heinz Bauer.

Lindenfels. Die erste Sonderausstellung 2013 im Lindenfelser Museum ist mit „Eisenbahn im Odenwald – Ideen und Geschichte“ vom Reichelsheimer Lieschen und dem Bahnbau- Vorhaben Bensheim – Lautertal – Lindenfels überschrieben. Mit der Eisenbahn war Mitte des 19 .Jahrhunderts ein Transportmittel entstanden, das bei geringer Antriebsleistung eine hohe Transportkapazität bietet. Die Bedeutung wurde schnell erkannt. Es entstanden die Strecken Darmstadt – Heidelberg 1846, Aschaffenburg – Miltenberg 1876 und von Heidelberg nach Eberbach 1879.

Bereits 1887 fuhren die ersten Züge im Gersprenztal, vielfach im Volksmund „Reichelsheimer Lieschen“ genannt. Die Bahnlinie Fürth – Weinheim gibt es seit 1895. Mit einer Bahnlinie von Lindenfels durch das Lautertal nach Bensheim wollte man die Verkehrsverhältnisse für den Personenverkehr und ganz besonders für Transporte der Stein- Industrie im vorderen Odenwald verbessern. Die unendliche Geschichte des Bahnbau begann 1862 und endete erfolglos 1925. In der Ausstellung erinnert eine geschichtliche Übersicht, ein Streckenplan und ein Modellbahnhof an die unendliche Lindenfelser Bahngeschichte. Die Museumsleitung dankt dem Regional-Museum Reichelsheim und dem Gerspenztalbahn- Sachbearbeiter Wolfgang Kalberlah für Fotos, Dokumente und Exponate über das „Reichelsheimer Lieschen“. Der Dank geht auch an Hanjörg Morckel für die Öffnung seiner Privatsammlung und Überlassung von Gegenständen der Gersprenztal-Bahn sowie dem Museums-Mitarbeiter Ludwig Beutel für die Eisenbahngeschichte Bensheim-Lindenfels und die Stiftung des Bahnhof- Modells von Modellbauer Peter Elbert. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Lindenfelser Museums jeden Sonn-und Feiertag von 14.30 bis 17.00 Uhr noch bis Sonntag, 23. Juni 2013, zugänglich.

Das Lindenfelser Museum wurde im Jahre 1979 in der ehemaligen Zehntscheuer, – am Aufgang zur Burg – eröffnet. Unter dem Leitmotiv „Vom Oberamtsstädtchen der Kurpfalz zum Heilklimatischen Kurort“ präsentieren sich die Sammlungen in vier Ebenen mit einer großen Anzahl von Schauräumen. Die Museumsbestände umfassen die Sachgruppen „Stadtgeschichte – Volkskunde – Landwirtschaft – Handwerk – Druckerei“ Fahrzeuge und Feuerwehrgerätschaften, Burg- und Stadtmodell, Urkunden, Bauernstube mit Kammer und Küche, Odenwälder Trachten, Foto-Dokumentation, Waffen bis hin zum ersten Fremdenzimmer mit Gästebuch aus dem Jahr 1887 zeigen anschaulich den Weg von der pfälzischen Oberamtsstadt zum Heilklimatischen Kurort auf. In den weiteren Stockwerken findet man eine Museums-Druckerei, zahlreiche landwirtschaftliche Geräte sowie Werkstätten der ehemaligen Handwerker, die alle durchweg funktionstüchtig sind. Das Museum ist von April bis Oktober an jedem Sonn- und Feiertag jeweils von 14.30 – 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 1,– Euro, Gäste mit Kurkarte und Jugendliche zahlen 0,50 Euro, Kinder bis 14 Jahre sind frei. Führungen für Gruppen und Schulklassen sind nach Vereinbarung möglich.

Anmeldung und Auskunft: Kur- und Touristikservice, Burgstr. 37, 64678 Lindenfels Telefon: (06255) 306-44 Telefax: (06255) 306-45, e-Mail: touristik@lindenfels.de

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