Ellen Schnellbächer – Reichelsheim

Ellen Schnellbächer – Reichelsheim

Die in Reichelsheim lebende Ellen Schnellbächer ist weit über die Grenzen des Gersprenztales hinaus bekannt. Denn die 60-Jährige setzt sich seit vielen Jahren für die Völkerverständigung und den Austausch von Kindern und Jugendlichen ein. Ellen Schnellbächer wurde im April 1950 in Groß-Gerau geboren. Zusammen mit zwei jüngeren Geschwistern wuchs sie im Ortsteil Dornheim auf. Ellen Schnellbächer ging in Dornheim zur Grundschule und besuchte in Groß-Gerau das Gymnasium. Besonders geprägt hat sie in dieser Zeit ihr erstes Jahr im Unterrichtsfach Französisch. Eine junge französische Lehramtsassistentin an der Schule lud die Schüler ein, sie in ihrem Heimatort Leyr zu besuchen. Gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem Bruder nahm Ellen Schnellbächer die Einladung an und fuhr per Rad nach Frankreich. „Mich hat damals die französische Lebensweise sehr beeindruckt“, berichtet die Reichelsheimerin, die als Schülerin ihre Auslandserfahrungen mit der Teilnahme an einem Austausch nach Lyon sowie nach England vertiefte.
Nach dem Abitur studierte die heutige Reichelsheimerin für das Lehramt der Sekundarstufe 1 Englisch und Französisch an der Universität in Frankfurt. In dieser Zeit verbrachte sie viel Zeit in Frankreich. Das erste Staatsexamen legte Ellen Schnellbächer 1974 ab. Anschließend wurde sie Referendarin in Bad Camberg. Im Dezember 1975 folgte dann das zweite Staatsexamen und sie erhielt eine Stelle am Michelstädter Gymnasium. Dort unterrichtete sie alle Klassen bis zur zehnten Jahrgangsstufe. In dieser Zeit lernte die heute 60-jährige ihren späteren Mann Georg kennen, den sie 1977 heiratete und der sie in ihrem Engagement unterstützte. Im gleichen Jahr wechselte die Wahl-Odenwälderin an die Ernst-Göbel-Schule nach Höchst. Hier war sie Fachbereichsleiterin für Französisch, baute gemeinsam mit einer Kollegin den Schüleraustausch mit der Höchster Partnergemeinde Montmélian in Savoyen auf und führte diesen zwanzig Jahre lang erfolgreich durch.
Zur gleichen Zeit war Ellen Schnellbächer in der Partnerschaftskommission von Reichelsheim tätig, um die Partnerschaft mit Dol-de-Bretagne vorzubereiten. In Folge dessen wurde im Juli 1994 der Verschwisterungsverein Reichelsheim e. V. gegründet, dessen Vorsitz sie seit 1995 bis heute inne hat. Das schönste Erlebnis während ihres internationalen Engagements war für Ellen Schnellbächer 2008 die Auszeichnung mit dem Goldenen Stern in Brüssel, der für die beste zwischenstaatliche Begegnung verliehen wird. Durch die Initiative der 60-Jährigen hatte Reichelsheim nämlich für eine Vier-Länder-Begegnung europaweit den ersten Platz belegt.
Beruflich musste die Vielbeschäftigte in letzten Jahren leider kürzer treten und befindet sich aus gesundheitlichen Gründen seit einigen Jahren in dem Ruhestand. Ihre Freizeit nutzt sie nach wie vor, um Aktionen für den Verschwisterungsverein zu planen und umzusetzen. So beteiligt sich der Verein mittlerweile seit sieben Jahren am europäischen Dorf des Michelsmarktes.
In den Sommerferien organisiert Ellen Schnellbächer mit dem Verein ein Boule-Turnier und ein Grillfest sowie regelmäßige Stammtisch-Treffen und vermittelt im Rahmen der Begegnungen Privatunterkünfte. Auch kulturelle Veranstaltungen wie z. B. Chansonabende mit Interpreten wie Barbara Kramer und Robert-Frank Jacobi organisiert die Reichelsheimerin zwischendurch. Von letzterem hat Ellen Schnellbächer im Mai 2008 den Deutsch-Französischen Freundschaftspreis erhalten. Im März 2009 folgte dann auch der Landesehrenbrief von Hessen.
Neben der Partnerschaftsarbeit hat Ellen Schnellbächer aber auch noch weitere Hobbies: Lesen, Handarbeiten, Gartenarbeit, Kochen (am liebsten natürlich französische Küche) und Reisen. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass die Dinge, die sie angefangen hat, weitergeführt werden.

Für das Anzeigenblatt Gersprenztal stand Ellen Schnellbächer Rede und Antwort:

Wenn Sie Königin von Deutschland wären, was wäre Ihre erste Tat?
Schnellbächer: Ich möchte ich keine Königin sein, denn diese hat nur repräsentative Aufgaben und Pflichten und keine richtige Macht, um wirklich etwas zu bewegen.

Sie haben drei Wünsche frei. Nennen Sie uns diese bitte.
Schnellbächer: Ich würde mir wünschen, dass die Völkerverständigung besser wird. Das ist für mich ein sehr hohes und wichtiges Anliegen, für das ich alles tue. Andere Wünsche habe ich nicht.

Welcher Mensch in Ihrem Leben hat den größten Eindruck auf Sie gemacht?
Schnellbächer: Den größten Eindruck in meinem Leben hat mein Mann auf mich gemacht. Wir beraten alles gemeinsam und unterstützen uns gegenseitig.

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