Entdecktes Spachbrücken offenbart faszinierende Gärten

Die rosa Kleine und das große Rosa

Die rosa Kleine entdeckt die großen rosa Rosen. Text/Bild: Dieter Preuss

Reinheim/Spachbrücken. Früher (vor der Umgehungsstraße) fuhr man durch Spachbrücken und war angesichts des Verkehrswahnsinns erleichtert, wieder raus zu sein. Heute läuft man durch und freut sich über Stille und Romantik in der Dorfmitte mit Hofreiten und alten Bauernhäusern. Dieses Spachbrücken ist gerade dabei, seine faszinierenden Seiten selbst zu entdecken und einem überraschten Publikum zu präsentieren. Genau das geschah am vergangenen Sonntag im Rahmen der Veranstaltung „Verstecktes Spachbrücken – die Gartenschau im Dorf“. Eine Aktion im Rahmen der Spachbrücker Dorferneuerung, organisiert vom NABU und dem Kuckucksverein. 11 Gärten und Höfe öffneten die Tore und zeigten, wie es hinter den Mauern blüht, plätschert, summt, duftet und singt. Denn so ein Hof und Garten, wie etwa der von Simone und Walter Bereiter, ist ein Ort, der alle Sinne anspricht. Das Auge erfreut sich an der bunten Vielfalt der Rosen, Kräuter, der blühenden Stauden, Himbeere, Hortensien, Nelken, Ringelblume, Mohn, Kornblume, Sonnenhut und Sonnenblume … Die Nase schnuppert reichlich die süßen, herben, lauten und leisen Düfte. Die Ohren empfangen ein Klangfestival aus Kanariengesang (50 m² Vogelfreivoliere), Bienenund Hummelgesumm sowie Bach- und Brunnengeplätscher. „Wasser gehört einfach zur Natur dazu“, sagt Walter Bereiter und präsentierte einen Teich mit Seerosen, Fischen und Bachlauf, da und dort kleine Wasserspiele und einen wunderschönen Wassertrog aus Sandstein mit laufendem Wasser aus historischer Sandsteinsäule. Seit 1979, als die Bereiters den Hof ausgebaut und mit einem Neubau erweitert haben, legen sie ihren Garten mit einer unglaublichen Vielfalt an Ideen und Gestaltungsvarianten an.

Ein Gang durch dieses bunte Kleinod ist ein Gang durch die gesamte Natur unserer Klimazone mit Obstbäumen, Bienenweiden, Kräutergärten, Wiese, Teich, Bauerngarten, mit Obst, Gemüse, Zierstauden und herrlich stillen Plätzen. Ein Zaubergarten, über Jahrzehnte angelegt, gewachsen und gestaltet. Auch andere Gärten und Höfe offenbarten einem interessierten Publikum, ihre blühenden und duftenden Geheimnisse hinter verschwiegenen Mauern. Nostalgische Gärten mit knorrigen Obstbäumen, zauberhaften Wildblumen und Kräutern, romantische Gärten mit alten, schweren Rosensorten, meterhoch und satt in den Blüten, darunter klassische Rosenbegleiter wie Lavendel, Katzenminze oder Salbei. Teilweise wunderschön und poetisch inszeniert. Die Liebe zur Natur bewiesen die Aussteller auch mit vielen Nistkästen, die in den Bäumen hingen sowie den unterschiedlichsten Holzkonstruktionen für Insekten aller Art, insbesondere auch für Wildbienen. Und wer beim Marsch durch die Spachbrückener Höfe und Gärten Durst oder Hunger bekam, der wurde auf Terrassen oder im Schatten der Bäume herzlich bewirtet.

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