Farbige Sommerpracht: Die Blühwiese

Eine Sinfonie der Sinne, Farben und Düfte: Die sommerliche Blühwiese in der Ueberauer Gemarkung

Schön anzuschauen und Schutz-, Nist- und Futterquell für Tiere

Rote Lichtnelke, Leimkraut, Pimpinelle, Wiesenflockenblume, Wilde Möhre, Wegwarte, Kamille, Malve, Nachtkerze, Vergissmeinnicht und tausend andere Kräuter, Blumen und Gräser mehr bilden zusammen nahe Hundertmorgen die ganze Pracht einer Blühwiese: eine Sinfonie der Sinne mit den Farben und Düften. So schön sie anzuschauen ist, erfüllt ein solcher Wildacker, so wird die Blühwiese auch genannt, viele wichtige Funktionen im hiesigen Lebensraum. Und vor allen Dingen bedarf es der Fläche, der Pflege und der Aussaat. Es gibt Menschen, die genau dies tun: Land zu Verfügung stellen, Acker bearbeiten, Aussaat und Pflege über mehrere Jahre hinweg.

Dabei handelt es sich um Landwirte und Jäger, die solche Blühwiesen in Gemeinschaftsarbeit als impressionistische Farbtupfer ins Landschaftsbild malen. Dieter Göbel, Vorstandsmitglied der Dieburger Jägerschaft, ist so ein „Blühwiesenmaler“, denn alleine in der Ueberauer Gemarkung kümmert er sich um rund 7 ha Wildacker. „Aufs Jahr gesehen sind das rund 40 bis 50 Arbeitsstunden. Aber es lohnt sich!“, so der Jäger leidenschaftlich: „Die Wiese ist ein hervorragend funktionierendes Biotop mit einzigartiger Lebensvielfalt. Insekten, Kleingetier, Nektarsammler, Hasen, Rehe, Fasane, Rebhühner, Wachteln, Feldlerchen sogar die Weihe nutzen die Wiese als Deckung, Nahrungsquelle und Nistplatz.“ Zusammen mit den Landwirten Bernhard Hillerich, Manfred Hoferichter, Georg Stumpf und Wilhelm Buxmann kümmert sich Göbel um die Wiesenpracht im oberen Gersprenztal.

Weil die Wiese selbst im Winter ihre Funktion als Deckung und Nahrungsquelle für Hase, Reh und Vogelwelt erfüllt, appelliert Göbel an die Menschen und insbesondere Landwirte der Region, diesem Biotop den angemessenen Wert beizumessen. Denn sicher wäre es schön, noch die eine oder andere Brache als Wiese zusätzlich anlegen zu können. Einfach, weil es dem Auge wie auch der heimischen Tierwelt wohltut.

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