Fulminantes Konzert des Crumbacher Chors

Zum Klopfen der Tropfen ein Glory und Glorissimo

Fränkisch-Crumbach. Für die pragmatischen Geister war der weinerliche Regen am vergangenen Sonntagabend nur nass und trostlos, für die musisch poetischen war er die Begleitmusik zum jubilierenden Herbstkonzert des Crumbacher Chors in der evangelischen Kirche in Fränkisch-Crumbach. Eröffnet wurde das Konzert mit einem gloriosen „Glori, Glorissimo“, auf der Orgel gespielt von Pfarrer Thomas Worch. Wenn Konzerte so mitreißend beginnen, wird das Kommende nach althergebrachter dramaturgischer Regel noch vielversprechender. Und wirklich: Es war so!

Die musikalische „Reise durch das Reich der Liebe und Träume“ eröffnete Bernd Sandten, 1. Vorsitzender des Crumbacher Chors, und appellierte an die Gäste mit einer christlichen Botschaft zur Streitlust im friedlichen Miteinander, ohne Andersdenkende auszugrenzen. Dann bat er sein Publikum, die Augen zu schließen und sich in die musikalische Welt der Liebe und Träume zu begeben.

Mit Titeln wie „Solang man Träume noch leben kann“ und „Wunder geschehen“ wurde diese Reise vom Crumbacher Chor unter der Leitung von Andreas Mohrhard gestartet. Es folgten Lieder aus Rock und Pop des Beerfurther Frauenchors unter der Leitung von Kerstin Kredel. Wer diesen Auftritt miterleben durfte, dem war klar, warum sich Beerfurth „das singende Dorf“ nennt. Mit Hingabe, Leidenschaft und höchster Musikalität wurden Titel wie „Rock for Fun“, Weus’d a Herz wia Bergwerk“ und „May it be“gesungen, gesummt, geschmettert, tiriliert und gezwitschert. Grandios wie schön dies nicht nur zu anzuhören, sondern auch anzuschauen war.

Die Lockerheit und der Beifall des überglücklichen Publikums wuchsen von Auftritt zu Auftritt. Noch vor der Pause waren das die „Gesprenztaler“ mit den Liedern und Gesangsstücken „Drei lachende Mädchen“, „Bajazzo“ und „Abendfrieden“ sowie der Crumbacher Chor mit „Dream a little Dream of me“ und „California Drehamin“.

Den zweiten Teil des Konzertes eröffnete das Musik Ensemble „Aygenart“ mit Vera Kitsch am Akkordeon, Jens Horn an der Gitarre und Burkhard Horn am Dudelsack. Ganz besondere Klänge auf traditionelle und experimentierfreudige Weise gespielt. Das Publikum war begeistert über Titel wie „Greensleeves“, „Eine feste Burg“ und dem Tanz „Galopede“. Es wurde immer munterer und ausgelassener im gotischen Chor der Crumbacher Kirche: Der Beerfurther Chor heizte ein mit Gospels wie „O happy day“, „I will follow him“ und „The Parting Glass“, stimmungsvoll fortgesetzt durch den Crumbacher Chor mit den Liedern „Hallelujah“, „You raise me up“ und „Adiemus“. Nach einem weiteren begeisternden Auftritt von „Aygenart“ ging es ins Konzertfinale mit allen Musikern, Sängern und Sängerinnen sowie dem mitsingenden und mutklatschenden Publikum. Alle stimmten wohlgelaunt ein in „Amazing Grace“ und dankten für die erstaunliche Gnade eines wunderschönen Konzerts an einem verregneten Sonntagabend in Fränkisch-Crumbach.

Text/Bild: Dieter Preuss

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