Gelebte Vielfalt in Reinheim – Interkulturelle Wochen 2016

Interkulturelles Frühstück am 27.09. in der Begegnungsstätte in Reinheim.

Interkulturelles Frühstück am 27.09. in der Begegnungsstätte in Reinheim.

Reinheim. Bundesweit  finden rund 5.000 Veranstaltungen in mehr als 500 Städten und Gemeinden unter dem diesjährigen Motto: „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt“ statt. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg beteiligt sich zum neunten Mal in Folge an den Interkulturellen Wochen. In der Zeit vom 3.9. – 13.10.  findet ein Mix aus Kultur, Festen, Ausstellungen und Informations-veranstaltungen mit zahlreichen Themen rund um Migration und Integration statt. Und auch die Stadt Reinheim beteiligt sich mit zahlreichen Veranstaltungen an den Interkulturellen Wochen. Schon die Jüngsten wurden mit ins Programm einbezogen, bei einem bunten Frühstück in der Kita am Stadtpark oder die Grundschulkinder der Gersprenzschule bei der Präsentation des Projektes „Kinder einer Welt“. An dieser Schule lernen und spielen täglich 300 Schüler aus 20 Ländern. Grund genug, sich intensiv mit diesem Thema auseinander zu setzen. Außerdem beteiligte sich die evangelische Kirchengemeinde und auch der Museumsbeirat mit Veranstaltungen zum besseren Kennenlernen. Ein besonderes Highlight war die Vorführung des Dokumentar lms „Die Melodien der Pfauenfeder“am 19.09. im Sitzungssaal des Rathauses. Diese Filmvorführung wurde vom Caritaszentrum Reinheim in Kooperation mit dem Internationalen Büro der Stadt Reinheim organisiert. Der Film wurde im Nordirak, von der in Reinheim lebenden Regisseurin Faranak Ahmadi, gedreht. Sie stammt aus dem Iran, ist mit ihrer Familie in den Nordirak ge üchtet und war dort als Filmemacherin tätig. Es war ihr ein Anliegen, das Leben der Jesiden, die im Nordirak eine religiöse Minderheit bilden, zu dokumentieren. Frau Ahmadi und über 50 bunt gemischte Zuschauer, Einheimische, Flüchtlinge, die in Reinheim eine Unterkunft gefunden haben, unter ihnen auch eine jesidische Familie und viele Interessierte aus dem Umkreis sahen sich gemeinsam den Film an. Ein interessanter Abend, der sicher einen weiteren kleinen Beitrag zum respektvollen Umgang der Kulturen untereinander leisten konnte, denn nach jesidischem Verständnis soll „ein Yesidi ein guter Mensch sein, aber um ein guter Mensch zu sein, braucht man nicht unbedingt Yesidi zu sein.“
Zum Ende der Veranstaltungsreihe lud das Internationale Büro noch zu einem interkulturellen Frühstück ein. 31 Besucherinnen und 1 Besucher nahmen an diesem Frühstück teil und brachten auch teilweise typische Herkunftsspeisen mit. Linda Licata-Hartmann und Angela Heckel vom Internat. Büro konnten zum Frühstück auch Matilda Taazi begrüßen. Frau Taazi ist im Landkreis Darmstadt-Dieburg im sozialen Dienst zuständig für Zuwanderung und Flüchtlinge.
Text/Bild: sd

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