Geopark-Wanderung durch geheimnisvolle Geschichten

Entschwundenes Königreich „Heuneburg“

Aura Mari Peter und Marcello Monopoli (v. l.) zeigen es: Dort tief unter der Erde liegt das entschwundene Königreich „Heuneburg“ Text/Bild: Dieter Preuss

Fischbachtal. Das Sonnenlicht durchbricht dramatisch die steilen Hänge des Urwalds rund um die „Heuneburg“ bei Lichtenberg. Die Pfade sind schmal,  der Wald ist wild und das umherliegende Geröll aus kleinen und großen moosbekleideten Felsen erzählt Geschichten aus alter vorchristlicher Zeit, als Alemannen-Könige ihre kleinen Reiche errichteten und mit Granitblöcken sicherten. Mit etwas Fantasie kann der Wanderer diesen geheimnisvollen Granit-Skulpturen Mystisches wie auch Praktisches entlocken. Das eine eher spekulativ, das andere im Ansatz logisch-praktisch erschlossen. So geschehen bei der Geo-Naturpark Wanderung am vergangenen Sonntag mit Prof. Dr. Klaus Schwebel und den Geopark-vor-Ort-Begleitern Sabine Hynek, Waltraud Schwebel, Cornelia Röder-Baltz und Karl-Heinz Wilferth. Das Wetter war wunderbar, die Stimmung heiter und die Erzähl- und Fabulierfreude von Klaus Schwebel locker- ockig. Also beste Voraussetzungen für die Teilnehmer an dieser Geopark-Wanderung, um das eine und andere über die Geschichte der verschütteten Burg auf dem Berggipfel der Altscheuer zu erfahren.

Ausgegraben wurde an dieser Stelle bisher wenig. Somit lässt sich die eine oder andere These der Historiker in Details nicht immer beweisen, jedoch die große Geschichte der Heuneburg kann man metaphysisch ausgraben, erschließen und gut nachvollziehen. Zum Beispiel, dass es sich bei der Heuneburg um eine Fliehburg oder Ringwallanlage handelt mit einer Ausdehnung von 180 auf 120 Metern, eingefasst von Mauern mit einem Durchmesser von etwa 3 Metern im typisch keltischen Stil erbaut. Ging man über viele Jahre davon aus, dass die Anlage etwa im 3. Jahrhundert vor Christus entstanden sein müsse, so weisen neuere Erkenntnisse eher auf eine Entstehung in der Zeit der alemannischen Okkupation im 3. und 4. Jahrhundert nach Christus hin. Wie auch immer, ob 3. Jahrhundert nach oder 3. Jahrhundert vor Christus, für den archäologischen Laien jedoch Freund schöner Waldwanderungen und geheimnisvoller Geschichten war die Erkundungstour mit den Geoparkvor-Ort-Begleitern eine kulturell wertvolle Bereicherung. Schön, dass es Menschen gibt, die Interessierten ehrenamtlich die Kultur, Geschichte und Landschaft der Heimat näher bringen. Das nämlich ist die Idee der „Geopark-vor-Ort-Begleiter“, die mit kurzen Führungen und ausführlicheren Exkursionen für Vereine, Familien, Schulklassen oder andere Gruppen Spannendes zu erzählen haben zum Beispiel über Kirchen, das Schloss Lichtenberg, das Bollwerk, die Heuneburg oder auch zur Geologie, zu P anzen oder zur Geschichte. Rund 50 Veranstaltungen dieser Art sind jährlich geplant. Näheres dazu erfährt der Leser, die Leserin auf www.geopark-fischbachtal.org.

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