Gerda Ackermann – Spachbrücken

Gerda Ackermann -Spachbrücken

Ihr Engagement für ältere und behinderte Mitmenschen sowie für Frauen und Kinder zeichnen Gerda Ackermann aus. Geprägt hat sie dabei in all den Jahren die berühmte Rede „I have a  dream“ des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King und Goethes Spruch „…denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück“, der ihr Leitmotiv war und ist. Gerda Ackermann wurde im Juni 1940 in Soest geboren, wuchs dort auf und besuchte die Volksschule. Nach dem Abschluss 1955 machte die heute 73-Jährige eine Lehre als Lebensmittel- und Feinkostverkäuferin. Schon früh lernte Gerda Ackermann ihren ersten Mann kennen, der im gleichen Mietshaus wie sie wohnte. Die beiden heirateten1960. Im gleichen Jahr wurde die erste Tochter geboren, drei Jahre später kam die zweite Tochter zur Welt. Nach der Geburt ihres ersten Kindes widmete sich die heutige Wahl-Gersprenztalerin ganz dem Nachwuchs. 1974 zog die Familie nach Essen.

Schwere Schicksalsschläge kennzeichneten die folgenden Jahre: „Meine erste Ehe ging 1976 in die Brüche und unsere älteste Tochter erkrankte schwer an Leukämie. Obwohl wir geschieden waren, waren mein Ex-Mann und ich immer für unsere Tochter da, die 1981 starb“, berichtet die gebürtige Westfälin, die bald darauf wieder als Verkäuferin zu arbeiten begann und sich ehrenamtlich bei der Betreuung älterer Menschen engagierte.

1987 fuhr Gerda Ackermann zur Kur nach Bad Schwalbach und lernte dort ihren zweiten Mann kennen. So kam sie schließlich nach Reinheim und heiratete 1989. „Hier in Reinheim wollte ich mich auch wieder ehrenamtlich einsetzen“, sagt die gelernte Lebensmittel- und Feinkostverkäuferin, die zunächst ihre Schwiegermutter pflegte. Durch Bekannte begann sich Gerda Ackermann politisch zu engagieren. Obwohl sie sich ursprünglich nicht für politische Belange einsetzen wollte, wurde die Neu-Reinheimerin vor zwanzig Jahren als Stadtverordnete gewählt.

Bekannt ist die 73-Jährige v. a. für ihr großes Engagement beim Sozialverband VdK Deutschland. „Durch meinen Mann wurde ich auf die Arbeit des VdK Spachbrückens aufmerksam“, so die Wahl-Gersprenztalerin. In Reinheim fand sie zudem in einem Teeladen eine neue Stelle als Verkäuferin, wo sie bis zu ihrer Rente arbeitete. Fortan setzte sich die rüstige Ruheständlerin als Frauenbeauftragte beim örtlichen VdK-Verband ein. „Das ist eine Arbeit, die mir viel gibt“, kommentiert die 73-Jährige ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Vor zehn Jahren wurde sie in einem weiteren sozialen Bereich aktiv: bei der AWO Reinheim.

Seit 2005 ist Gerda Ackermann stellvertretende Vorsitzende und betreut in dieser Funktion die Mitglieder und Jubilare. Darüber hinaus war sie von 2008 bis 2012 als Beisitzerin im AWO-Kreisvorstand Darmstadt-Dieburg tätig. Vor zwei Jahren übernahm die dynamische Rentnerin zudem den Fahrdienst für die Bürgergemeinschaft im Hofgut. „Ich kann schlecht „nein“ sagen“, schmunzelt die gebürtige Westfalin.

2012 erkrankte Gerda Ackermanns Mann schwer und musste gepflegt werden, so dass sie sich bei ihren sozialen Projekten zurücknahm. Bis zu seinem Tod im April 2013 kümmerte sie sich um ihn und war für ihn da. Kraft und Unterstützung erhielt sie in dieser Zeit von Freunden, die ihr in den schweren Monaten beigestanden haben.

Jetzt hat Gerda Ackermann wieder neue Energie gesammelt und will sich verstärkt ihren Ehrenämtern widmen. Auch als „Vize-Oma“ möchte die Reinheimerin gerne wieder aktiv sein. Neben ihrem Engagement für den VdK und die AWO hatte sie zudem auf die Kinder des Stadtverordneten Jörg Rupp aufgepasst. „Die ehrenamtliche Arbeit macht mir einfach Spaß“, sagt die in Spachbrücken Wohnende, die im Juni 2013 für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in verschiedenen sozialen Bereichen den Ehrenbrief des Landes Hessens erhielt.

Einiges hat sich die rüstige Rentnerin noch vorgenommen: Neben ihren vielen sozialen Tätigkeiten, will sie wieder das Turnen und Walking aufnehmen. Kraft und Entspannung zugleich findet die Großmutter zweier Enkelkinder auch beim Qi-Gong. Bei allem, was in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erlebt hat, hat sich Gerda Ackermann immer ihren Humor bewahrt. So konnte man die Wahl-Gersprenztalerin wieder bei Faschingsveranstaltungen der beiden VdK-Verbände Reinheim und Spachbrücken sowie bei der AWO erleben. „Ich gehe gerne in die Bütt. Dafür suche ich mir passende Texte aus und schreibe sie entsprechend um“, bemerkt die gebürtige Westfälin, die die Fastnacht liebt. Vor allem hat sie sich aber vorgenommen, nun ein bisschen mehr an sich zu denken. „Wenn es klappt, möchte ich gerne noch einmal nach Mallorca reisen“, resümiert Gerade Ackermann.

Für das Anzeigenblatt Gersprenztal stand Gerda Ackermann Rede und Antwort:

Wenn Sie Königin von Deutschland wären, was wäre Ihre erste Tat?
Ackermann: Wenn ich Königin von Deutschland wäre, würde ich die Altersarmut mildern und Behinderte mehr ins Leben der Allgemeinheit einbinden.

Sie haben drei Wünsche frei. Nennen Sie uns diese bitte.
Ackermann: Ich wünsche mir, dass die ganze Welt friedlicher wird. Ein weiterer Wunsch von mir ist, dass die Mitmenschen einander mit mehr Respekt begegnen. Als drittes wünsche ich mir, dass es mir die letzten Jahre gesundheitlich noch einigermaßen gut geht und auch meine „Lieben“ gesund bleiben.

Welcher Mensch in Ihrem Leben hat den größten Eindruck auf Sie gemacht?
Ackermann: Es gibt einige Menschen, die mich sehr beeindruckt haben, beispielsweise Martin Luther King, als er 1963 seine berühmte Rede „I have a dream“ hielt.

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