Gestern, heute, morgen: das MIAG Areal in Ober-Ramstadt

Schönes Stück Stadt in Ober-Ramstadt

Rainer Wrenger und Martin Bullermann (von links) informieren über die bauliche Fort- und Weiterentwicklung des MIAG-Geländes in Ober-Ramstadt.

Ober-Ramstadt. Was für eine Karriere von rund 10 Hektar Grund fast mitten in Ober-Ramstadt! Wenn sich die Vorstellungen und Ziele der Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG), Martin Bullermann und Rainer Wrenger sowie des Bürgermeisters Werner Schuchmann und des Aufsichtsrates, den Vertretern und Vertreterinnen der politischen Parteien Ober-Ramstadts, erfüllen, dann entsteht hier ein fein durch konzeptioniertes Wohn-, Arbeits- und Lebensquartier für rund 800 Neubürger in herausragender Lage: nah am Ortskern, nah am Bahnhof, nah an Schule, Kindergarten, Sportplatz, nah an der Natur, nah an Darmstadt … Perfekt für ein sozial, kulturell und gewerblich lebendiges Wohnquartier für Alt und Jung, Familien und Singles, Arbeit und Freizeit.

Die Geschichte des Geländes begann mit einer klassischen Industrieansiedlung (Munitionsfabrik), einer herrlichen Villa aus dem Jahre 1907 und architektonisch interessanten Verwaltungs- und Industriegebäuden, die heute teilweise in das Gesamtkonzept integriert werden. Nach dem Ende der Munitionsfabrik begann mit der Falcon-Werke AG auf dem Gelände eine über 30jährige Automobilproduktion; unter anderem wurden hier von der Röhr Auto AG, später Röhr-Werke AG, die legendären Röhr Automobile gebaut. 1937 übernahm die Firma MIAG das Industrieanwesen und fertigte bis 1953 Kräne, Gabelstapler und Transportwagen. Danach kamen die Amerikaner vom Mainz Industrie Panzerwerk (MIP) und überarbeiteten gebrauchte Reifen und Panzerketten für die NATO Streitkräfte. Seit dem Abzug der Amerikaner im Jahre 1993 lag das Gelände brach. Das war nur schwer zu ertragen für eine Stadt, die gerade in den letzten 10 Jahren viel für Infrastruktur und Stadtbild getan hat.
Nun, es wird was getan. Davon konnten sich viele Interessierte am Wochenende bei einem Rundgang über das Gelände unter Führung von Martin Bullermann und Rainer Wrenger überzeugen. Seit Anfang letzten Jahres wurden bereits einige Doppel-, Reihen und Einfamilienhäuser gebaut und bezogen. Damit ist schon Leben eingekehrt in einem Stadtviertel, das städtebaulich mit seinem zentralen Energie-, Farb und Architekturkonzept eine innovative und zukunftsweisende Richtung vorgibt. Ein Großteil der Fläche, die für den individuellen Hausbau ausgewiesen ist, ist bereits verkauft und reserviert. Nachdem das Gebiet nach einer rund zweijährigen Verzögerung im Entwicklungsfortschritt von den Altlasten (Öl und Schwermetalle durch die frühere Tankstelle) befreit ist, kann es nun mit höherer Taktung bebaut werden.
Somit entsteht ein Stadtteil mit energetisch hochwertigen Gebäuden, einem möglicherweise Pellets basierendem Nahwärmekonzept, einer intelligenten Stromversorgung, mit einem ästhetisch ausgewogenen Gesamtbild, mit großen Grünfl ächen, öffentlichen und gewerblichen Einrichtungen – ein Stadtteil mit alters- und sozio-gemischten Kulturen. Was ein wenig dabei verwundert, ist der fehlende emotional berührende Name für das neue Wohnquartier. „MIAGGelände“ ist profan und berührt die Herzen nicht. Da sollten die Verantwortlichen einfach mal nachdenken. Wie wär‘s mit „Röhrland“? Das ließe doch manchem Ober-Ramstädter das Herz höher schlagen.

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