Hans-Werner Grünewald – Reinheim

Hans-Werner Grünewald – Reinheim

Musik ist die große Leidenschaft von Hans-Werner Grünewald. Der Reinheimer ist überregional für die Organisation der Akustik Bühne bekannt und tritt selbst regelmäßig auf.
Hans-Werner Grünewald wurde 1949 in Worms geboren und verbrachte dort seine Kindheit und Jugend. Nach dem Abitur am Gauß-Gymnasium 1968 diente er zwei Jahre bei der Bundeswehr, um schließlich im Wintersemester 1970/71 mit dem Studium der Chemie und Biologie zu beginnen, welches er 1976 erfolgreich als Diplom-Biologe abschloss.
Für seinen weiteren beruflichen Weg entschied sich der heute 61-Jährige für Merck. Hier war der Reinheimer bis zum Sommer 2007 in unterschiedlichen Funktionen aktiv, wobei der Schwerpunkt auf Produktmanagement und Marketing für den Bereich Life Sience lag. „Die letzten acht Jahre war ich der „Herr der Fliegen“, sagt Hans-Werner Grünewald schmunzelnd und erklärt: „Merck stellt eine Substanz zur Mückenabwehr her, für die ich zuständig war. Aus diesem Grund trug ich dann statt Krawatten auch nur noch Fliegen.“
Bereits 1974 hatte er seine Frau Gabriele auf einem Ball der Pädagogischen Hochschule Worms kennengelernt, diese ein Jahr später geheiratet und mit ihr zwei Töchter – Sabine (1980) und Susanne (1986) bekommen. Die Familie zog immer weiter aufs Land: Von Darmstadt ging es zunächst für elf Jahre nach Pfungstadt, bevor man in 1996 in Reinheim heimisch wurde. Hier begann der Wahl-Gersprenztaler auch seine musikalische Ader verstärkt auszuleben.
Als 20-Jähriger hatte sich Hans-Werner Grünewald seine erste Gitarre gekauft. 1974 folgte dann ein Banjo, das über viele Jahrzehnte sein Hauptinstrument blieb. „Ich spielte in vielen Oldtimer-Jazz-Bands mit, u. a. 1978 bei „En Haufe Leit“ als dritter Banjo-Spieler“, so der Reinheimer, der Anfang der 90er Jahre zudem beim Mandolinen Orchester in Eberstadt Mandoline lernte, während er immer wieder in wechselnden Jazz-Bands aushalf.
Um mehr Zeit für die Musik zu haben, stieg der Diplom-Biologe zum frühstmöglichen Zeitpunkt aus dem Berufsleben aus. „Meine Arbeit war immer sehr spannend, doch ich wollte noch einmal neue Wege gehen“, berichtet der 61-Jährige, der ein Faible für Zupf- und Saiteninstrumente hat und daher Banjos, Gitarren, Mandolinen und Ukulelen sammelt.
Seit April 2008 ist er wieder im Mandolinen Orchester als Mandola-Spieler aktiv und tritt darüber hinaus mit Bands wie z. B. den „BanJokers“ oder „Trio4Strings“ auf. Der Englandbegeisterte, der 1973 Swinging London erlebte und seit 1988 jedes Jahr auf die Insel zum Banjo-Festival oder zu Workshops fährt, beschloss zudem in Reinheim eine Bühne für Musikbegeisterte zu schaffen. So konnte er – inspiriert vom Folkclub in Seeheim – im Februar 2010 die Akustik Bühne Reinheim im „Kühlen Grund“ etablieren. „Zu den abwechslungsreichen Abenden, an denen jeweils fünf verschiedene Musikbeiträge à 20 Minuten von Amateurmusikern und Bands geboten werden, kommen jeweils 60 bis 80 Besucher“, sagt der Organisator stolz. Diese können sich auf verschiedene Musikrichtungen freuen, die jeweils zu 100 Prozent unplugged sind, also ohne Mikrofon und Verstärker vorgetragen werden. Wer die Akustik Bühne Reinheim selbst einmal erleben möchte, hat am 8. Juni um 20.00 Uhr die Gelegenheit. „Der Eintritt ist frei und die Veranstaltung bei den Musikern so beliebt, dass das Programm bereits bis Ende 2011 festgelegt ist.“
Das Mitglied der englischen BMG-Federation und des Bundes Deutscher Zupfmusiker genießt es, die arbeitsfreie Zeit nach eigenen Vorlieben zu gestalten. So engagiert sich Hans-Werner Grünewald seit zwei Jahren bei der Freiwilligen-Agentur Zeitspenden, nachdem er zuvor beim Ehrenamt Darmstadt aktiv war. „Da ich sehr gerne koche, habe ich nach und nach meine Frau aus der Küche verdrängt“, sagt der 61-Jährige, der sich von der mediterranen Küche inspirieren lässt. Zum Ausgleich trainiert er zusammen mit seiner Frau zwei Mal pro Woche im Fitness-Studio und genießt das Reisen. Doch für die nächste Zeit stehen weitere Pläne an. So will der Reinheimer in Spachbrücken nochmals neu bauen, räumlich kleiner, nachdem die Töchter jetzt aus dem Haus sind, dafür aber mit modernster Technik zur Energieeinsparung.

Für das Anzeigenblatt Gersprenztal stand Hans-Werner Grünewald Rede und Antwort:

Wenn Sie König von Deutschland wären, was wäre Ihre erste Tat?
Grünewald: Ich würde verfügen, dass jedes Kind ein Musikinstrument lernen soll, weil dies den Geist und die Gemeinschaft schult.

Sie haben drei Wünsche frei. Nennen Sie uns diese bitte.
Grünewald: Mein erster Wunsch wäre, dass es unserer Familie weiterhin so gut geht, wie bisher. Als zweites wünsche ich mir, dass meine Töchter ihre Lebenspläne weitgehend verwirklichen können. Zu guter Letzt wünsche ich mir, dass ich noch möglichst lange in Reinheim leben kann.

Welcher Mensch in Ihrem Leben hat den größten Eindruck auf Sie gemacht?
Grünewald: Den größten Eindruck in meinem Leben hat Willy Brand mit seinem Kniefall von Warschau am 7. Dezember 1970 auf mich gemacht, weil er damit die Versöhnung mit dem Osten wesentlich vorangetrieben hat.

Hinterlasse jetzt eine Antwort