Hess. Meisterschaft der Vierspänner-Pferde/Ponys und Einspänner in Herchenrode

Höchstes Maß an Disziplin und Können

Mit Rasanz, Kraft und Können ging es am Sonntag durch engste Hindernisse auf der Kutsche. Einfach toll anzuschauen. Text/Bild: Dieter Preuss

Mit Rasanz, Kraft und Können ging es am Sonntag durch engste Hindernisse auf der Kutsche. Einfach toll anzuschauen. Text/Bild: Dieter Preuss

Modautal/Herchenrode. „Ach wie schön ist Herchenrode“, sprach Friedhelm Vianden, 1. Vorsitzender des veranstaltenden Reit- und Fahrvereins Modautal, als es am vergangenen Sonntag um Meisterschaftspunkte für die Vier- und Einspänner im Marathon mit sieben Geländehindernissen ging. Am Vortag waren die Dressurprüfungen und am Feiertagsmontag das Hindernisfahren. Und warum ist Herchenrode so schön? F. Vianden wörtlich: „Einmal landschaftlich, wie man sieht, und weil hier alle Plätze, auf denen etwas stattfindet, wunderbar einzusehen sind“. Was sicher neben der stets verbesserten Turnierinfrastruktur und den bisher erfolgreich durchgeführten Fahrturnieren ein Grund für die Vergabe der diesjährigen Titelkämpfe durch den Hessischen Fahrverband war. Hinzu kam am Sonntag ein klasse Wetter mit Idealtemperaturen und viel Sonnenschein.

Am Start waren viele Fahrer der A- und S-Klasse. Neben den Einspänner-Pferden und den Vierspänner-Pferde/Ponys, die Meisterschaftspunkte sammelten, fuhren auch die Zweispänner. Die Teilnehmer kamen aus dem gesamten Bundesgebiet. Großer Favorit auf die Meisterschaft der Vierspänner, die Königsdisziplin im Fahrsport, war Lokalmatador und amtierender Deutscher Meister Georg von Stein. Der Gastwirt und Besitzer des prächtigen Herchenroder Reithofes hat in seiner sportlichen Karriere schon einige Titel geholt. So die Mannschaftsvizeweltmeisterschaft 2014 sowie mehrere deutsche und hessische Meisterschaften im Einzel sowie in der Mannschaft. Man kann nur staunen, wie die Fahrer es schaffen, mit 4 Pferden und höchster Geschwindigkeit durch die engsten Hindernisse zu kommen. Das stellt höchste Anforderungen an Mensch und Tier. So ein Turnier wie in Herchenrode besteht aus drei Teildisziplinen. Disziplin Nummer 1 ist die Dressur. Hier geht es um die ästhetische Gesamtdarstellung des Gespanns, also der Pferde sowie der Kutsche. Dabei werden Haltungsnoten für die unterschiedlichen Gangarten und Punkte für Gehorsam und das Aussehen des Gespanns gegeben. Eigentlicher Höhepunkt des Turniers – zumindest für die Zuschauer – ist der Marathon, eine 16 Kilometer Distanz mit Hindernissen wie Brücken, Bachläufe und enge, kurvenreiche Wege. Wer hier am schnellsten durchkommt gewinnt. Der dritte Teil des Turniers ist das Hindernisfahren, auch Kegelfahren genannt. Je nach Schwierigkeitsgrad der Prüfung werden bis zu 20 Kegelpaare aufgestellt, die innerhalb einer festgelegten Strecke möglichst schnell zu durchfahren sind ohne einen Kegel umzuwerfen. Es wurde am vergangenen Wochenende in Herchenrode nicht nur geritten, gefahren und gekämpft, sondern auch gesessen, gelacht und gefeiert in der Reithalle und um die Halle herum mit erfrischenden Getränken und leckeren Speisen. Rundum alles gut gelungen!

Hinterlasse jetzt eine Antwort