„Horsch emol, wie schäi“ – Benefiz-Mundart-CD jetzt erhältlich

Mundart für einen guten Zweck · Gelungene Premiere in Ueberau

Mundartlieder müssen nicht zwangsläufig altmodisch und langweilig sein. Dass es auch anders geht, das zeigen „Odenwald Reloaded“ Thorsten Großkopf, Sebastian Altzweig und Marcel Zocher mit ihrer neuen Interpreation des alten Volksliedes „Die Scholze-Gräit“ – in einer Version, die auch jüngere Zuhörer/innen anspricht.

Nach knapp dreijähriger Produktionszeit war es am Freitag, 25. 11., soweit: Die neue Benefiz- Mundart-CD „Horsch emol, wie schäi“ wurde im Sportheim der SG 1919 Ueberau dem interessierten Publikum vorgestellt. Mehr als 200 Gäste waren nach Ueberau gekommen, um bei der „Premiere“ dabei zu sein. 53 Mundartdichter, Liedermacher, Gruppen und Chöre zwischen Rhein, Main und Neckar hat Fritz Ehmke (Modautal-Lützelbach) auf zwei Silberscheiben „verewigt“. Auf der Doppel-CD sind so 62 Titel mit insgesamt 136 Minuten Spielzeit zusammen gekommen.

Viele der „Akteure“ waren nach Ueberau gekommen und präsentierten auf der Bühne des SG-Sportheims die Vielfalt der Mundarten, die in Südhessen von überwiegend älteren Mitbürgern gesprochen werden. Musikalisch begrüßt von Jürgen Poth, dem Guggugg aus Spachbrücken, reihten sich gesungene und gesprochene Vorträge aneinander. Vielstimmig traten die „Sechs-Moannsleit“ aus Modautal sowie die Gruppe „Musik&Chor Petri-Villa Ober-Ramstadt“ und die Naturfreunde- Sänger aus Ober-Ramstadt auf. Die aus dem Fürther Ortsteil Linnenbach kommende Formation „Halwerbeiverdrei“ sang das Odenwälder Volkslied „Die Scholzegräit“, das anschließend von der Band „Odenwald Reloaded“ sehr modern interpretiert wurde. Marcel Zocher, Sebb Altzweig und Thorsten Großkopf aus Ober-Ramstadt wurden dafür mit tosendem Applaus belohnt. Das zeigte, dass Mundartmusik in neuer Verpackung ebenso gut ankommt wie altbewährte Stücke. Auch die „Rodau-Schiffer“ aus Urberach, Rainer Weisbecker aus Frankfurt und die „Strooßemussigg“ aus Biebesheim am Rhein waren mit modernen Stücken vertreten. Die Mundart-Babbler an diesem Abend wurden von Peter Dotterweich (Ueberau), der humorvoll auf die Besonderheiten der Mundart hinwies, angeführt. Ilse Dutz (Ernsthofen) und Arnold Kratz dankten dem Initiator, Fritz Ehmke, mit eigens für diesen Abend gereimten Versen für seinen unermüdlichen Einsatz. Klaus Keimp aus Seeheim, Gertrud Reining aus Brandau und Rudolf Röder aus Ober-Hambach gaben Kostproben ihres Dialektes zum Besten. Frieda Gehbauer mit Winterkäster und Dieter Kellermann mit Bensheimer Mundart, ergänzten diese sprachliche Vielfalt, die wahrscheinlich in dieser Form nicht mehr lange so zu hören sein wird.

Fritz Ehmke nahm die Gelegenheit wahr und dankte allen, die zum Entstehen dieser nicht alltäglichen CD beigetragen haben. Diese CD verfolgt hauptsächlich zwei Ziele: Zum einen sind so die südhessischen Mundarten in Text- und Liedbeiträgen festgehalten und zum Anderen ist der Verkaufserlös für einen guten Zweck bestimmt. Der Verein für krebs- und chronische kranke Kinder e.V., wird das Geld erhalten und für seine Arbeit verwenden. Das Aufgabenspektrum des Vereins beinhaltet einerseits die psychosoziale und familientherapeutische Unterstützung und andererseits die meist dringend notwendige finanzielle und organisatorische Entlastung der Familien. Gerd Grünewaldt vom Vorstand des „Verein krebs- und chronisch kranke Kinder e.V.“ Darmstadt, war eigens an diesem Abend nach Ueberau gekommen und sprach allen Mitwirkenden seine größte Hochachtung aus. Die Benefiz-CD kostet 15,– Euro, und genau diesen Betrag wird der Verein auch von jeder verkauften CD erhalten, denn es ist den Initiatoren im Vorfeld gelungen Sponsoren zu finden, die die Produktionskosten übernahmen. Weitere Informationen, auch über weitere geplante Aktionen, Hörproben und eine vollständige Auflistung der Verkaufsstellen gibt es im Internet unter: www.gebabbel-suedhessen.de Direktbestellungen sind bei Dietlinde Ehmke, Tel. 06254 / 2830, möglich. Text/Bild: Peter Dotterweich

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