Im Kräftespiel des Marktes

Das „Crumbacher Mädche“ Veronika Sauer kauft regelmäßig und gerne im Crumbacher Markt ein. Text/Bild: Dieter Preuss

Fränkisch-Crumbach. Der Fränkisch- Crumbacher Bürgermeister Eric Engels verschluckte sich an seinem Frühstücks Croissant, als er kürzlich die Zeitung aufschlug und las, dass die Brensbacher Gemeindevertretung den formalen Weg frei gemacht habe für zwei neue Einkaufsmärkte im Ortsteil Nieder-Kainsbach. Genauer: Ein Lebensmittelmarkt und ein Fachmarkt (vermutlich Getränke oder Drogerie) mit je rund 800 Quadratmeter Fläche auf dem Areal „In den Schlangenäckern“ vor den Toren Fränkisch-Crumbachs. Aus Sicht Engels konterkariert der Brensbacher Beschluss die vorher zwischen Engels und dem ehemaligen Brensbacher Amtskollegen Hans-Georg Stosiek vereinbarte gemeinsame Haltung zu den Einkaufsmarktplanungen in Nieder-Kainsbach. Einvernehmlich wollte man die Nahversorgung durch den Edeka-Markt in der Crumbacher Ortsmitte nicht gefährden. Das war von heute auf morgen Schnee von gestern.

Eric Engels sieht im Brensbacher Beschluss laut eigener Pressemitteilung einen „unfreundlichen Akt“. Engels wörtlich: „Ich werde alle mir zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um dieses Brensbacher Projekt zu verhindern. Ich bin sicher, dass in dieser Sache die Crumbacher Gemeindevertretung voll und ganz hinter mir steht.“ Auch setzt der Bürgermeister in der Vermittlung seiner Argumente auf die Solidarität und Mithilfe vieler Bürger und des örtlichen Wirtschafts- und Verkehrsvereins. Argumente, wie erstens: Statt „Schlafdorf Crumbach“ mit kalter Industrie- und Einkaufslandschaft vor den Toren ein intakter, vitaler Ort mit Kultur- und Lebens-Mittelpunkten, wozu ein gut funktionierender Lebensmittelmarkt in der Ortsmitte gehört. Leicht erreichbar für jeden, jeden Alters, zu Fuß, mit dem Rad oder auch dem Auto. Zweitens: Die bereits gemachte Zusage des Investors wie auch der Edeka Handelsgesellschaft in den Crumbacher Markt mehr als 2 Mio Euro zu investieren, damit dieser in zeitgemäß freundlicher Architektur mit großer Sortimentsvielfalt ein gutes Einkaufserlebnis biete. Mit allen Beteiligten einschließlich des Betreibers und Mieters Dennis Kampmann wurde bereits einvernehmlich in die Zukunft projektiert. Drittens: Die schnelle Realisierung des Projekts schon bis 2015.

Im Kräftespiel des Marktes gibt es 4 mögliche Szenarien. Szenario 1: Edeka investiert in den Crumbacher Markt trotz neu geplanter Märkte in Brensbach; alle drei Märkte prosperieren. Wunderbar, aber unwahrscheinlich! Wahrscheinlicheres Szenario 2: Der Crumbacher Edeka unterliegt in wenigen Jahren dem Wettbewerbsdruck und Fränkisch-Crumbach steht ohne Lebensmittel Nahversorgung da. Szenario 3: Keiner der Märkte überlebt langfristig im harten gegenseitigen Wettbewerb. Bei soviel Erfolgsunsicherheit ist eigentlich Szenario 4 „Das Bewährte erhalten und noch besser machen“ das erfolgversprechende. Sicher reden darüber auch bald wieder die Brensbacher und Crumbacher Gemeindevertreter und man kommt zu einem Beschluss, mit dem alle gut leben können.

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