Imkerverein Modautal-Fischbachtal

Ohne Bienen fehlt etwas · Seit 1900 Bienenzucht im Imkerverein

Bienen bei der Arbeit im Bienenstock. Text /Bild: dot

Seit Jahrtausenden werden Bienen wegen ihrer Produkte wie Wachs und Honig vom Menschen „genutzt“. Dies bezeugen 12.000 Jahre alte Felsmalereien die in Spanien gefunden wurden. Bereits um 2400 v. Chr. entwickelte sich in Ägypten eine organisierte Bienenhaltung. Archäologische Ausgrabungen belegen, dass bereits ca. 500 v. Chr. in Deutschland Bienen gehalten wurden. Aus dem frühen Mittelalter sind zahlreiche bienengesetzliche Regelungen überliefert. Die Imkerei gliederte sich in zwei Bereiche, in die Waldimkerei (Zeidlerei) und die Korbimkerei. Im 14. Jahrhundert gründeten sich in Deutschland die ersten Imkerzünfte. Das Berufsimkertum ging im 16. Jahrhundert von der Lüneburger Heide aus. Der Beginn der modernen Imkerei, sowie die völlige Aufgabe der Waldimkerei, kann mit der Wende zum 19. Jahrhundert ausgemacht werden. Seither wurden die Ergebnisse zahlreicher wissenschaftlicher Entdeckungen und Erkenntnisse in der Imkerei umgesetzt. Vor gut 150 Jahren wurden in Deutschland die ersten Imkervereine gegründet. Um 1900 wurde der Imkerverein Modautal- Fischbachtal gegründet. Der Imkerverein kümmert sich sehr intensiv um die Erhaltung und die Weiterverbreitung der Biene zur Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen im Vereinsgebiet Modautal, Fischbachtal, Ober-Ramstadt und Groß-Bieberau.

Die Vereinsaufgaben haben sich im Laufe der Jahre ständig gewandelt. Stand früher vor allem die Beschaffung und Verteilung von imkerlichen Geräten im Vordergund, so gilt es heute das Verständnis für die Imkerei in der Bevölkerung zu vermitteln. Kaum jemandem ist bewusst, dass ca. 80 % unserer blühenden Pflanzen von Honigbienen bestäubt werden müssen. Ohne die Bestäubungsleistung der Bienen wäre unsere Landschaft deutlich weniger artenreich. Ohne die heimischen Bienenvölker gäbe es keine Wildfrüchte, ohne Wildfrüchte keine Vögel. Viele andere Wildtiere würden dann im Nahrungskreislauf Mangel leiden. Zudem bringen viele Feldfrüchte bessere Erträge, wenn die Bestäubung durch die sprichwörtlich fleißigen Bienen erfolgt. Doch leider nahm die Zahl der Bienenvölker in den letzten Jahren stetig ab. Eine der Ursachen hierfür ist, dass auch die Zahl der Imker rückläufig ist. Um diesem Trend entgegenzutreten bietet der Landesverband der Hessischen Imker (LHI) in Zusammenarbeit mit seinen örtlichen Imkervereinen Kurse an, in denen man den stichfreien Umgang mit den Honigbienen erlernen kann. Denn Bienen halten ist eine faszinierende und sinnvolle Freizeitbeschäftigung: Sie vermittelt, wie spannend die Natur vor der eigenen Haustür ist. Die Beschäftigung mit Bienen öffnet dem Imker die Augen für die Natur und deren vielfältige innere Zusammenhänge. Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Vereins werden Jung-Imker gefördert. Jeder Naturinteressierte kann die imkerlichen Grundlagen erlernen.
 Kontakt:
1. Vors. Wolfgang Schäfer
Hauptstraße 23
64405 Fischbachtal
Telefon: 06166/8815

2 Kommentare

  1. Wolfgang Schäfer sagt:

    Verehrte Redaktion,

    danke für die Veröffentlichung. Ich war ganz überrascht unter dem Bericht meine Adresse zu finden. Wie kommt es dazu, das würde mich interessieren?! Übrigens: angerufen haben mittlerweile 5 (Natur)Interessierte, davon 1 der sich mit Bienen wohl beschäftigen will, na mal sehen.
    Also auf diesem Wege noch einmal Herzlichen Dank für die schöne, gelungene Veröffentlichung.
    Freundliche Grüße, Wolfgang Schäfer

    • Bernd Pommeranz sagt:

      Sicherlich ein netter Artikel über die Geschichte der Imkerei, zumal ich mich durchaus als Bienen- und auch Honigfreund bezeichnen kann, doch manchmal stört doch die Kehrseite, denn was in Niedernhausen in der Straße Am Schloßberg im Frühjahr als sog. „Bienenweide“ im Wohngebiet gesät wurde, ist mittlerweise zu einem hässlichen vertrockneten Gestrüppacker verkommen, der selbst den angrenzenden Bürgersteig völlig überwuchert. Kein Wunder, dass die Anlieger hiervon nicht begeistert sind und den Verdacht hegen, dass das Etikett „Bienenweide“ hier auch dazu dient, eine Legitimation für die fehlende Pflege (Maht?) des Grundstücks vor allem jetzt im Herbst und Winter, zu haben. Es würde sicher der Akzeptanz einer solchen Bienenweide inmitteln eines Wohngebietes zugute kommen, wenn sie gepfelgt oder wenigstens nach Ende des Sommers z.B. gemäht würde, denn Bienen sind zwar vielsietig, doch mit dem jetzigen vertrockneten Gestrüpp können auch sie sicher nichts mehr anfangen.

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