Internationales Fest Modau vermittelte Heimat und Hilfe

Dort sein, wo man gebraucht wird

Harmonika-Klaus unterhielt die Gäste mit Melodien vom Band und aus der Mundharmonika.

Modau. Vergangenen Sonntag (Maria Lichtmess) konnten viele Menschen dort sein, wo sie gebraucht wurden: Beim internationalen Fest der Pfarrgemeinde St. Pankratius in Ober-Modau. Zum Leitthema der Heiligen Messe machte Pfarrer Hendrick Jolie den Begriff „Heimat“ und das, was man damit verbinde oder verbinden könne. Heimat ist für die rund 1.200 Katholiken der aus 10 Ortschaften bestehenden Pfarrgruppe ein sinnstiftender Wert, zumal die Gründung der Gemeinde durch sogenannte „Heimatvertriebene“ aus Schlesien und dem Sudetenland in den 50ger Jahren des letzten Jahrhunderts erfolgte. „Heimat spielt in unserer Gemeinde auch deshalb eine wichtige Rolle, weil in unserer Pfarrgruppe viele Nationalitäten mit unterschiedlichen Brauchtümern vertreten sind. Dazu gehören Polen, Italiener, Engländer, Franzosen, Südamerikaner, Spanier, Inder und natürlich Deutsche. Deshalb bot es sich an, ein internationales Fest zu feiern und Menschen zu helfen, die unter Heimatlosigkeit, Krieg und Verfolgung leiden“, sagt Birgit Baumann, Gemeinderatsvorsitzende und Mitorganisatorin der  Veranstaltung.

Dort, wo sie gebraucht wurden, waren die Modautaler Christen zur Unterstützung und Solidarität mit den syrischen Kriegsopfern und -flüchtlingen, denen auch die Kollekte gestiftet wurde. Ein Engagement, über das sich Dr. Rachid A. Khalil freute, praktizierender Arzt in Ober-Ramstadt und Mitglied im Vorstand „Deutsch-Syrischer Verein“ aus Weiterstadt. Dr. Khalil über die Aufgaben des Vereins: „Wir holen syrische Schwerverletzte aus Syrien und den Nachbarländern nach Deutschland, um sie in Kliniken operieren und versorgen zu lassen. Wir kümmern uns um Medikamente und Impfstoffe, sorgen für Familienpatenschaften und Lebensmitteltransporte. Dafür brauchen wir das Mitgefühl und die Solidarität der Menschen hier vor Ort, denn auch wenn wir alle ehrenamtlich tätig sind, kosten die Versorgungen und Transporte sehr viel Geld“. Leser und Leserinnen, die sich über den „Deutsch-Syrischer Verein“ ein genaueres Bild machen möchten, können dies unter www.ds-verein.org tun.

Beim internationalen Fest wurde aber nicht nur gebetet und gespendet, sondern auch gefeiert, gegessen, getrunken, gesungen, gelacht und getanzt, und zwar im Pfarrheim neben der Kirche. Und allen Gästen wurde nicht nur mit Liedern, Trinksprüchen und Geschichten aus unterschiedlichen Ländern in unterschiedlichen Sprachen heimatliches Gefühl vermittelt, sondern auch mit Speis und Trank. Man brachte einfach das Essen mit und bereitete es zusammen in der Küche des Pfarrheims zu. Einfach, pragmatisch und ausgesprochen gesellig. Einen wesentlichen Teil zur fröhlichen Geselligkeit trug Klaus Stangl (Künstlername: Harmonika-Klaus) aus Modau mit seinen Melodien rund um die Volksmusik und seinen Partyhits bei.

Text/Bild: Dieter Preuss


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