Iwwero, Helau!

Klasse Knolle, Konfetti , Karneval und komische Kinner im Gersprenz-Rio

Ueberau.  Volltreffer! So feiert man Fassenacht  in Ueberau: klein, aber komisch; finanziell begrenzt, aber begeisternd;  lokal, aber lockerfröhlichfarbenfroh; provinziell, aber prächtig! Das war doch wieder ein klasse Umzug am Fastnachtsonntag in der Gersprenztaler Narrenhochburg  Iwwero. Die neue Zugmarschallin Petra Schuchmann hat mit diesem Umzug ihre närrische Meisterprüfung mit summa-summa cum laude wahrhaftig bestanden. Und im Gegensatz zu dem einen oder anderen Doktor dieser Republik Sein statt Schein bewiesen: Der Zug war mit seinen fast 60 Zugnummern und rund 1.000 Zugteilnehmern eine Wucht an Farben, Stimmungen, Musikalität, Originalität und Begeisterung.
Bei herrlichem Wetter, Sonne und angenehmen Temperaturen säumten Tausende Jecken die Straßen Ueberaus, durch die sich der Zug ab 13.33 Uhr bewegte. Angeführt durch den Spielmannszug Ueberau, den Crazy Girls und den pelzigen Kids aus Zeilhard schaukelte sich die Stimmung langsam hoch. Die Spielmannsleute aus Messel, die Kurzhalsgiraffen der Bieberauer Strickfrauen  sowie der Spielmannszug Spachbrücken sorgten für weiteren Schwung bevor die Gersprenz Boys zusammen mit den verrückten Weibern und den Rodensteiner Sandmännchen bestens gestimmt ins zweite Drittel des Umzugs überleiteten. Und immer wieder Musik mit großer Spielfreude vom Posaunenchor Niedernhausen, dem Musikzug FFW Seeheim, dem Blasorchester FFW Altheim, den Schoppeamseln, dem 1. Fanfarencorps 1969 Groß-Zimmern – die waren besonders zackig! – , dem 1. Musikcorps Otzberg/Habitzheim und anderen mehr.

Einen Auftritt der ganz besonderen Art hatten die Abiturienten 2010 der Albert-Einstein-Schule aus Groß-Bieberau. Da dachte man an Hollywood, Glamour, Sex und Crime. Das war ein Film im Film der Ueberauer Fassenacht. Kostüm, Maske, Choreographie nahezu perfekt. Mit Bonbons, Popcorn, und anderen süßen Freudenbringern wurde auch bei diesem Umzug nicht gespart. Mit Riesentaschen rückten sie an die Kleinen und wurden, hohe Wachsamkeit und Durchsetzungsvermögen vorausgesetzt, fündig. Die meisten Tüten waren jedenfalls nach rund einer Stunde prall gefüllt.
Ein Höhepunkt des Umzugs waren die Schlossbergpiraten aus dem Fischbachtal mit ihrem zehn Meter langen Veermaster  Schorsch Fock und dem Bugspruch: „Mit dem Schiff nach Iwwero, welch einr Qual, es grüßen die Schlossbergpiraten aus dem Fischbachtal.“ Damit machten die karibisch bunten Haudegen und Haudeginnen aufmerksam auf ihren schweißtreibenden Einsatz für eine wunderbare Zugnummer im fröhlichen Ueberau. Mit großem Helau präsentierte sich auch Landrat Peter Schellhaas seinem begeisterten Publikum. Und was planen wohl  der Reinheimer Bürgermeister Karl Hartmann und der Stadtverordnetenvorsteher Harald Heiligenthal, wenn der eine als Jedi-Ritter und der andere als Hippi ihren  Untertanen die Ehre erweisen? Ist es die Kombination aus mystischer Kraft und dem „happiness lifestyle“ im Kampf des Guten gegen das Böse aus …?

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