Jochen Rietdorf – Reichelsheim

Jochen Rietdorf – Reichelsheim

Der Feuerwehr, der Musik sowie den „Schätzen“ seiner Heimat widmet Jochen Rietdorf seine ganze Aufmerksamkeit. Mit großer Leidenschaft setzt sich der Reichelsheimer für die diverse Projekte ein und kennt kein „Nein“.
Jochen Rietdorf wurde 1964 in Bensheim als Sohn eines Rheinschiffers geboren. Da nach der Geburt seiner drei Geschwister auf dem Frachtschiff die Platzverhältnisse sehr beengt waren, zog die Familie 1968 auf das Festland in den Lindenfelser Ortsteil Kolmbach um. Hier entdeckte Jochen Rietdorf seine musikalische Ader, die er von seiner Großmutter geerbt hatte. Sie war es auch, die ihm das Akkordeon spielen beibrachte. Als Zehnjähriger trat er in den örtlichen Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr ein.
Dort lernte er das Trommeln, bildete sich bereits als Jugendlicher weiter und unterrichtete selbst, während er in Gadernheim die Realschule besuchte.
Nach der Mittleren Reife absolvierte er ab 1984 eine Ausbildung zum Bau- und Möbelschreiner. Im Tanzlokal „Eisenbahn“ lernte der heute 46-Jährige im Frühjahr 1985 seine spätere Frau Sabine kennen und zog zu ihr nach Reichelsheim.
Die beiden heirateten im Juli 1987, drei Jahre später kam Tochter Simone zur Welt.
Auch beruflich änderte sich in diesen Jahren einiges: Jochen Rietdorf verpflichtete sich zwölf Jahre bei der Bundeswehr als Zeitsoldat, war in Darmstadt-Eberstadt stationiert und konnte abends zu seiner Familie nach Hause fahren.
Die letzten zwei Jahre wurde der Familienvater für eine Verwaltungsausbildung von seinem militärischen Dienst freigestellt. 1994 erhielt er bei der Gemeinde Reichelsheim eine Stelle in der Verwaltung. Dort war Jochen Rietdorf zunächst für das Ordnungsamt und für die Organisation der Ferienspiele, später auch für die Sagen- und Märchentage sowie für den Michelsmarkt zuständig.
In seiner Freizeit blieb der heutige Leiter des Reichelsheimer Kulturamtes dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Lindenfels-Kolmbach treu, wurde dort 1994 Stabführer – ein Amt, das Jochen Rietdorf bis 2007 inne hatte – und Mitglied im Wehrvorstand.
Er übernahm zudem die Jugendbetreuung und im Winterquartal die musikalischen Lehrgänge. Zeitgleich engagierte sich er als Kreisausbilder im Musikausschuss des Kreisfeuerwehrverbandes Bergstraße.
Im Rahmen der Museumssanierung war Jochen Rietdorf Ansprechpartner für den Arbeitskreis des Reichelsheimer Museums und die Handwerker. „Diese Arbeit weckte mein Interesse am Denkmalschutz“, berichtet der 46-Jährige, der das Bindeglied zwischen Gemeinde und Arbeitskreis war und nun auch selbst im Verein aktiv ist.
So wirkte er u. a. an der Neukonzeptionierung des Regionalmuseums mit.
Im Kreisfeuerwehrverband Bergstraße wurde der Reichelsheimer von 1997 bis 2002 Organisationsleiter des Lehrgangswesens, erarbeitete ein neues Ausbildungskonzept und bot auf Bezirksebene diverse Lehrgänge an. Ende der 90er Jahre engagierte sich Jochen Rietdorf verstärkt in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Kreisfeuerwehrverband; mittlerweile ist er auch auf Landes- und Bundesebene aktiv.
2001 wurde Jochen Rietdorf Mitglied im Denkmalbeirat des Odenwaldkreises und ist dort mit Georg Dascher für das Gersprenztal zuständig. Seit mittlerweile fast fünf Jahren ist er sogar zweiter Vorsitzender.
Auch musikalisch ging es weiter aufwärts: Von 2002 bis 2008 war er stellvertretender Landesstabführer im Musikausschuss des Landesfeuerwehrverbandes Hessen und übernahm anschließend zuerst kommissarisch die Aufgaben des Landesstabführers, bevor er 2009 offiziell zum neuen Landesstabführer der Feuerwehrmusik in Hessen gewählt wurde. „Mein erstes Großprojekt war die Aufnahme einer CD mit hessischer Feuerwehrmusik.
Noch in diesem Jahr soll eine weitere mit Blasorchestern folgen“, berichtet Jochen Rietdorf stolz, der sich zudem für den Altbergbau Bergstraße-Odenwald engagiert und vor drei Jahren den gleichnamigen Verein gründete, dessen Vorsitzender er auch ist.
Unterstützt wird der Reichelsheimer bei all seinen Aktivitäten von seiner Familie, die ihm sehr wichtig ist. Ruhe ist für Jochen Rietdorf jedoch ein Fremdwort, schließlich stehen bereits neue Projekte an: Als Landesstabführer und Mitglied im Landespräsidium der Feuerwehr Hessen plant er aktiv das Jubiläum „50 Jahre Feuerwehrmusik in Hessen“ 2012.

Wenn Sie König von Deutschland wären, was wäre Ihre erste Tat?
Rietdorf: Wenn ich König von Deutschland wäre, würde ich mehr Gespräche miteinander fördern, denn in unserer technisierten und virtuellen Welt leidet die verbale Kommunikation ganz erheblich.

Sie haben drei Wünsche frei. Nennen Sie uns diese bitte.
Rietdorf: Wenn ich drei Wünsche hätte, dann wünschte ich mir Zeit, Zeit und nochmals Zeit.

Welcher Mensch in Ihrem Leben hat den größten Eindruck auf Sie gemacht?
Rietdorf: Am meisten geprägt hat mich Ludwig Beilstein, mein ehemaliger Stabführer des Spielmannszuges, der mich bei der Ausbildung und auf meinem weiteren musikalischen Weg gefördert hat.
Seine Prämisse war es, das Größtmögliche motiviert in die Hand zu nehmen und für das Machbare zu kämpfen.

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