Jörg Mangelsdorf brillierte mit seinem Bessunger Kammerorchester auf Schloss Lichtenberg

Heitere Streicherklänge auf Schloss Lichtenberg

Lichtenberg. Das war ein gelungener Auftakt der Lichtenberger Schlosskonzerte 2011. Heinz Bert, der Vorsitzende des Lichtenberger Kulturvereins, eröffnete die Konzert-Saison  im bis auf den letzten Platz gefüllten Kaisersaal des Renaissanceschlosses mit den Worten: „Erwarten Sie ein tolles Konzert und eine schöne Überraschung!“ Beides ist eingetroffen.

Beschwingt, in heiterer Stimmung unterhielt der Dirigent, Gründer und Leiter des Bessunger Kammerorchesters, Jörg Mangelsdorf, sein Publikum mit kleinen Anekdoten zu den Komponisten und Kompositionen der zur Aufführung kommenden Musik. Gespielt wurden von den Streichern unter dem Motto „Klingende Saiten – klingende Zeiten“ als Ouverture eine Komposition der Kammerorchester-Mitglieder Rüdiger Orthmann und Ulrich Pietsch. Weiter ging es mit der „Don Quichotte-Suite“ von Georg Philipp Telemann sowie einer Meditation von Jules Massenet und dem Rondo KV. 373 von Wolfgang A. Mozart. Das Programm nach der Pause wurde fortgesetzt mit Kompositionen von Franz Schubert, Gioacchino Rossini und Johann Sebastian Bach. Einen Sonderapplaus erhielten der Nachwuchsviolinist Jonathan Deissler, der sein Publikum mit einem Violinsolo begeisterte sowie Konzertmeisterin Gabriele Wegner, die sehr gefühlvoll und zuweilen stürmisch das Rondo KV. 373 von Wolfgang A. Mozart auf der Violine zum Klingen brachte. Am Ende des Konzerts erhielt der 71jährige Jörg Mangelsdorf den „Lichtenberger Ehrenbrief“ für seine herausragenden Leistungen im musikalischen Bereich wie auch für die langjährige Aufführungstradition mit Mangelsdorf als Dirigent und Moderator im Rahmen der Lichtenberger Schlosskonzerte. Der in Berlin studierte Musiker und Pädagoge schätzt die Atmosphäre im Kaisersaal des Lichtenberger Schlosses ganz besonders, denn dieser Saal sei geradezu ideal für das Kammerorchester mit kleinem Streicherchor.

Geradezu ideal war der Kaisersaal auch für die „Burlesque di Don Quichotte“ des deutschen Barockkomponisten Georg Philipp Telemann. Ein mehrsätziges Werk, komponiert für Streichorchester. Und exzellent durch das Bessunger Kammerorchester intoniert – mit viel Witz sowie spieltechnisch und musikalisch nahezu perfekt. Da spürte jeder im Publikum die Freude am Musizieren und die exzellente Kunst mit Klängen – mal laut, leise, mal schnell, langsam, mal bedrohlich, dann wieder still verhalten, zärtlich – illustrativ Bilder entstehen zu lassen. Bilder, die die Cervantes Geschichte des Ritters von der traurigen Gestalt in verschiedenen Szenen erzählen: Don Quichottes Erwachen, seine Attacke auf die Windmühlen, seine Liebesseufzer nach Prinzessin Dulcinée, der geprellte Sancho Pansa, der Galopp der Rosinante und der Trab des Esels von Sancho Pansa und Don Quichotte begibt sich zur Ruhe. Herrlich, wie sich an Musik die Phantasie entzünden kann.
Es ist schon ein Privileg für die Menschen hier im vorderen Odenwald ein solches Schloss, einen solchen Saal für konzertante Aufführungen und ein solches Konzertprogramm direkt vor der Tür zu haben. Einfach mal hingehen und Kultur genießen. Nähere Informationen zum Jahresprogramm und zu den Eintrittspreisen erhält der Interessent unter www.fischbachtal.de.

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