Jürgen Poth – Spachbrücken

Jürgen Poth

Als Musikus auf historischem Terrain, als Mundartsänger und vielseitig interessierter Vereinsmensch ist Jürgen Poth weit über die Grenzen des Gersprenztales hinaus bekannt. Jürgen Poth erblickte bei einer der letzten Hausgeburten 1958 in Zeilhard das Licht der Welt und zog im Alter von vier Jahren mit seiner Familie nach Spachbrücken. Hier wuchs er mit seiner jüngeren Schwester auf und besuchte die Schule in Reinheim. Später wechselte er dann zur Groß-Bieberauer Schule, wo der Odenwälder 1977 das Abitur ablegte. Nach seinem Schulabschluss ging Jürgen Poth zur Bundeswehr, ließ sich zum Sanitäter ausbilden und war anschließend dort als Krankenpfleger tätig. „In dieser Zeit entdeckte ich meine Leidenschaft für die Musik und lernte, Gitarre zu spielen“, berichtet der Spachbrücker, der zusammen mit einem Freund in Irland Urlaub machte und sich dabei in das Land und seine typische keltische Musik verliebte. „Dort gehört die Musik einfach zum Leben. Das faszinierte mich und das wollte ich auch in meiner Heimat fördern.“ So fing der heute 52-Jährige an, altes Liedgut zu sammeln und dieses wieder zu beleben. Während seines Sozialarbeit- Studiums an der Evangelischen Fachhochschule in Darmstadt lernte Jürgen Poth bei einem Seminar seine spätere Frau Angelika kennen. Die beiden heirateten vier Jahre später und bekamen drei Kinder.

Nach seiner Studienzeit arbeitete der leidenschaftliche Hobby- Musiker als Sozialarbeiter bei der AOK. Gemäß seines Konfirmationsspruches: „Tu Deinen Mund auf für die Stummen und die Sache derer, die verlassen sind“, der ihn bereits als Jugendlicher sehr geprägt hat, setzte er sich für Menschen ein und war bei der Krankenkasse im Bereich Rehabilitation sowohl für die Betreuung von psychisch Kranken als auch für die Reha-Beratung und Wiedereingliederung von Mitgliedern in den Beruf zuständig. Darüber hinaus begann Jürgen Poth bereits in den 70er- und 80er-Jahren sich in verschiedenen sozialen und ehrenamtlichen Bereichen außerhalb seines Berufes zu engagieren, vor allem beim Roten Kreuz. Beruflich wechselte der Mundart-Begeisterte 1995 von der AOK zur Südhessischen Gasund Wasser AG, bevor er 2002 beim Unternehmen Hessenwasser in Groß-Gerau tätig wurde und seitdem dort für die Organisations- und Personalentwicklung verantwortlich ist. Seinem Hobby, der Musik, ist Jürgen Poth in all diesen Jahren immer treu geblieben. Auch sein Sohn Jonas teilt dieses Hobby und spielt mit seinem Vater gemeinsam in der Celtic Folk-Band „Ceol na gCuach“, was übersetzt „Musik von den Kuckucks“ heißt. Jürgen Poth organisiert regelmäßig in Spachbrücken unter dem Namen „Singe und Verzäihle“ bzw. unter dem Motto „Kumm- Oowend“ in Reinheim Mundart- Abende. Darüber hinaus gehört er zu den Gründungsmitgliedern des Kuckucksvereins in Spachbrücken, der Brauchtumspflege betreibt. „Bei meinen Lieder- und Musikveranstaltungen ist es mir wichtig, die Musik als „Vehikel“ dafür einzusetzen, dass der Odenwälder Dialekt weiterlebt und wieder verbreitet wird“, erklärt der Gersprenztaler, der mittlerweile einen Fundus von über 130 selbst komponierten Liedern zusammengestellt hat. In seinen Texten lässt er viele Begebenheiten rund um den Odenwald einfließen. Bei seinen Solo-Programmen Ourewäller Leit“ und „Roahinggel sin koa Engel“ wird sein Publikum humorvoll zum Lachen gebracht. Der Spachbrücker Barde hat mittlerweile auch eine CD mit dem Titel „Ourewäller Leit“ zusammengestellt. Eng mit dem Interesse für Mundart und Brauchtum ist auch das für Geschichte verbunden. Daher engagierte sich der Jürgen Poth 2003 bis 2009 im Kirchenvorstand und wirkte bei der Gestaltung der 250-Jahrfeier der Kirche mit. Auch über die Grenzen Hessens hinaus ist Jürgen Poth aktiv: Er gehört zusammen mit seiner Frau seit 2005 dem Historischen Verein von Rothenburg ob der Tauber an, in dem er als „Musicus“ der „Schwedenreiter“ fungiert. In dieser Funktion wird er an Pfingsten dort wieder beim Meistertrunk anzutreffen sein.

Für das Anzeigenblatt Gersprenztal stand Jürgen Poth Rede und Antwort:

Wenn Sie König von Deutschland wären, was wäre Ihre erste Tat?
Poth: Ich würde als Oberbefehlshaber die Bundeswehr aus Auslandseinsätzen zurückholen und das damit gesparte Geld in Bildung investieren.
Sie haben drei Wünsche frei. Nennen Sie uns diese bitte.
Poth: Ich wünsche mir Enkelkinder, an die ich – bei möglichst bester Gesundheit – Mundart, Musik, Humor und die Liebe zur Natur weitergeben kann.
Welcher Mensch in Ihrem Leben hat den größten Eindruck auf Sie gemacht?
Poth: Reinhard Mey! Ohne sein Vorbild hätte ich nie erfahren, wie schön es ist, Geschichten und Melodien miteinander zu verbinden und eigene Lieder zu machen.

Text/Bild: me

4 Kommentare

  1. Herta Schuchmann sagt:

    hallo lieber guggugg Jürgen,
    danke für den schönen Abend es war wieder mal hinreisend unterhaltsam und gesellig und dazu noch leggere Umstädter Woi was will mer mehr. Doch etwas fällt mer noch euiiiii… Ich hab das Gedicht die Woi Mügg leider nit gefunne. Kannst du mir en Tipp gewwe wo ich es finde? Stammt das von dir? Am 9.03. hammer schon vorgemerkt da werrn die Lachmuskel widder scheii trainiert. Bis dahin halt dich geschmeidisch..

    Heinrich und Herta Schuchmann

  2. Brigitte Gölz sagt:

    Haben Sie einen Veranstaltungskalender, ich muss Sie unbedingt mal sehen, habe gestern viel Gutes von Ihnen gehört. Schöne Pfingsten, Brigitte Gölz

  3. Horst Buxmann sagt:

    Guten Morgen, Herr Jürgen Poth,

    bitte senden Sie uns Ihr Programm für das Jahr 2016, damit wir dann Termine wahrnehmen können, denn ich hab ihr Neujahrsbriefche für 2016 nicht mehr.

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