Kindheitserinnerungen eines Odenwälders in Zeiten des Krieges

„Wenn dir im Leben ein Engel begegnet“

„Wenn dir im Leben ein Engel begegnet – Kinderjahre im Hunsrück der Kriegs- und Nachkriegszeit“ von Ludwig Reichelt ist im Pandio Verlag erschienen und unter der ISBN-13: 978- 3-86911-060-8 für 11,80 Euro im Buchhandel erhältlich.

Reinheim. Obwohl der Zweite Weltkrieg mittlerweile siebzig Jahre zurückliegt, ist diese Zeit immer noch präsent. Nach wie vor beschäftigen sich Film, Fernsehen und auch Schriftsteller mit den Jahren des Krieges und des Wiederaufbaus. So auch Ludwig Reichelt, dem mit seinen Erinnerungen „Wenn dir im Leben ein Engel begegnet“ ein eindrucksvolles und – trotz erlebter Schicksalsschläge – zugleich liebvolles sowie tröstliches Buch gelungen ist.

Der seit 1973 im Odenwald lebende Autor beschreibt seine Kindheitserlebnisse in Sachsen und im Hunsrück während der Kriegs- und Nachkriegsjahre. 1938 im thüringischen Wandersleben geboren, sind seine Kinderjahre geprägt von Tod und Verlust: Ludwig Reichelt ist gerade drei Monate alt, als seine Mutter an einem geplatzten Blinddarm stirbt. Für den Autor ist es so, als ob mit ihrem Tod ein Engel die Erde verlassen hätte. Sein Vater Gerhard muss nun allein mit zwei kleinen Jungen und dem schweren Schicksalsschlag fertig werden. Ludwig Reichelt wird von einer Großtante und deren Mann aus Freital-Burgk bei Dresden als Pflegekind aufgenommen. In Sachsen verlebt der kleine Junge unbeschwerte erste Kinderjahre, bis der geliebte Vater Weihnachten 1943 an der Ostfront fällt. Dieser hatte vor seiner Einberufung die Krankenschwester Wilhelmine Mosel geheiratet, die Ludwig Reichelt im Mai 1944 nach Dickenschied zu sich und seinem Bruder Ehrenfried holt. Trotz der schwierigen Lebensumstände und der harten Arbeit in der Landwirtschaft wird der Hunsrück zu seiner neuen Heimat, wo er auch Schutz und Nestwärme erfährt. Rückblickend stellt er

dabei fest, dass ihn diese Jahre geprägt haben wie keine andere Zeit. Dem Autor gelingt es bei seinem Rückblick immer wieder, dem Leser die historischen Ereignisse lebendig und informativ darzustellen und mit seinem eigenen Schicksal zu verknüpfen, das er einfühlsam vermittelt. Familienbilder, Originaltexte und selbstgeschriebene Gedichte komplettieren das Werk.

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