Lindenfelser Museum

Sonderausstellung: „Weit mehr als Briefe uns verkünden, kann man auf Ansichtskarten finden“

Ein ortsansässiger privater Sammler stellte dankenswerter Weise dem Lindenfelser Museum seine Alben zur Verfügung. Hunderte ausgewählte Karten, aus Lindenfels und der Region sind Zeitzeugen, die die Entwicklung des Städtchens in den letzten gut 120 Jahren dokumentieren. Die Sonderausstellung ist bis zum 25. September zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums, sonn- und feiertags von 14.30 bis 17.00 Uhr, zu sehen. Text/Bild: dot

Der Gedanke in Lindenfels ein Museum einzurichten kam bereits in den 1950er Jahren auf. Bis zur Eröffnung im August 1979 war allerdings ein langer und schwieriger Weg zurückzulegen. Von Anfang an hegten die Initiatoren den Gedanken, das Museum in der Zehntscheuer einzurichten. Dafür sprachen die Größe und bauliche Beschaffenheit und die günstige Lage am Kurgarten und Aufgang zur Burg Lindenfels. Als der Bauhof 1976 eine neue Bleibe fand, wurde die Zehntscheuer frei. Im Herbst 1976 ging es sogleich ans Werk. Mit großem Arbeitseinsatz wurde das Gebäude hergerichtet. Mit Hand angelegt hat die im Frühjahr 1978 gegründete VVLArbeitsgemeinschaft Museum und Heimatpflege sowie viele interessierte Bürger. Im August 1979 war es dann soweit. Nach umfangreichen Innenausbauten konnte das Museum eröffnet werden. Weitere Ausbaustufen erfolgten von 1981 bis 1985. Die Sammlungen wurden fortlaufend ergänzt. 2010 kam ein neugeschaffener Raum hinzu, der für wechselnde Sonderausstellungen genutzt wird. Unter dem Leitmotiv: „Vom Oberamtsstädtchen der Kurpfalz zum Heilklimatischen Kurort“ präsentieren sich die Sammlungen in vier Ebenen mit einer großen Auswahl von Schauräumen.

Die Museumsbestände umfassen die Sachgruppen: Stadtgeschichte, Volkskunde, Landwirtschaft, Handwerk und Druckerei. Das Burg- und Stadtmodell verdeutlicht die geschichtliche Vergangenheit und zeigt das Städtchen um das Jahr 1600. Urkunden, Stadtrechnungen u.a. mit erläuternden Texten vertiefen das gezeigte. Mit einem Fremdenzimmer und einem Gästezimmer um das Jahr 1900 wird die Entwicklung des Fremdenverkehrs aufgezeigt. Darüber hinaus wird das Feuerschutzwesen in dem Städtchen dokumentiert.

Das Leben im 19. Jahrhundert wird an Beispiel einer Wohnung im Odenwälder Bauernhaus, bestehend aus Stube, Kammer und Küche vorgestellt und gibt einen Einblick in die Lebensgewohnheiten unserer Vorfahren. Einen breiten Raum nehmen auch die tägliche Arbeitskleidung und die Trachten ein, die in mehreren Schauschränken gezeigt werden. Die Landwirtschaft war früher eine wichtige Existenzgrundlage und nimmt daher einen besonderen Schwerpunkt im Museum ein. Im zweiten und dritten Obergeschoss sind die noch durchaus funktionsfähigen Werkstätten der Lindenfelser Uhrmacher, Elfenbeinschnitzer, Wagner, Küfer, Schindelmacher, Schreiner, Schuhmacher, Sattler, Zimmermann, Steinhauer, Blaufärber, Backstube und Schmiede zu sehen.

In den letzten Jahren ist die Museums- Druckerei hinzugekommen. Hier wird dem Besucher ein Einblick in die Druckkunst und die Arbeitswelt der einstmals hochgeschätzten Berufe des Schriftsetzers und Buchdruckers vermittelt. Das Lindenfelser Museum ist von April bis Oktober jeden Sonn- und Feiertag, jeweils von 14.30 bis 17.00 Uhr geöffnet. Gruppenführungen/Schulklassen nach Vereinbarung unter Tel.-Nr. 06255/306-44 oder per eMail an: touristik-lindenfels.de

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