Mehr als ein Konjunkturprogramm für die Region

Mit einem Kabelpflug und Spatenstich beginnt der Ausbau des Breitbandnetzes im Odenwaldkreis

Lützelbach/Hainhaus. Horst Westerfeld, Staatssekretär im Hessischen Ministerium der Finanzen und

Der offizielle Spatenstich für das Projekt Breitband im Odenwaldkreis wurde heute am 13.08.2010 durch den Kreistagsvorsitzenden Rüdiger Holschuh, Horst Schnur (Landrat a.D.), Landrat Dietrich Kübler, Regierungspräsident Johannes Baron, OREG-Geschäftsführer Jürgen Walther, Horst Westerfeld, Staatssekretär im Hessischen Ministerium der Finanzen und der Landtagsabgeordneten Judith Lannert vollzogen (v.l.n.r.)

Bevollmächtigter der Hessischen Landesregierung für E-Government und Informationstechnologie, vollzog heute im Beisein des Landrats des Odenwaldkreises, Dietrich Kübler, dem Geschäftsführer der OREG mbH, Jürgen Walther und zahlreichen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik im Hainhaus – Park für grüne Technologie – den Spatenstich für den Ausbau des Breitbandnetzes im Odenwaldkreis.

Modellcharakter

„Die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft im ländlichen Raum in Hessen mit schnellen Breitbandverbindungen hat für die Landesregierung einen hohen Stellenwert. Es ist wichtig, dass auch die Menschen in ländlichen Regionen in den Genuss von schnellen Hochleistungsnetzen kommen“, unterstrich Staatssekretär Horst Westerfeld. Nach Angaben Westerfelds hat das Projekt „Breitband für den Odenwald“ im Hinblick auf die politischen Ziele der Landesregierung „Modellcharakter“. „Wir freuen uns, dass wir nun mit dem Ausbau der zukunftsweisenden Breitbandtechnologie im Odenwaldkreis beginnen können. Ein schneller Internetanschluss ist heute genauso wichtig, wie Wasser, Strom und Gas“, erklärte Landrat Dietrich Kübler, der die gravierende Bedeutung einer flächendeckenden Breitbandversorgung für den Odenwaldkreis hervorhob. Mit Hilfe des nun zu realisierenden Projektes können nach Angaben Küblers die avisierten Ziele erreicht werden: lückenlose, leitungsgebundene Versorgung auf Glasfaser-Basis, Datenübertragung bis zu 50 Megabit/Sekunde bereits in der ersten Ausbaustufe, die Möglichkeit des weiteren Ausbaus bis zur Gigabit-Stärke und ein eigenes kommunales Netz auf der Grundlage einer einheitlichen Konzeption und keiner Mischlösung.

Land verbürgt Darlehen

Die Brenergo, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der OREG (Odenwald-Regional-Gesellschaft) mbH, wird das flächendeckende und leitungsgebundene Glasfasernetz errichten. Das Land übernimmt hierfür eine Bürgschaft zu Gunsten der OREG-Tochter, die das Projekt „flächendeckendes Breitbandnetz für den Odenwaldkreis“ verwirklicht. Für die Realisierung dieses Investitionsvorhabens erhält das Unternehmen von den beiden regionalen Kreditinstituten Sparkasse Odenwaldkreis und Volksbank Odenwald e.G. ein Darlehen in Höhe von 20 Millionen Euro. Das Land Hessen gewährt hierfür eine Bürgschaft in Höhe von 80 Prozent. Das Netz soll anschließend an einen Betreiber vermietet werden, der auch anderen Telekommunikationsanbietern das Netz zur Verfügung stellt, um deren Leistungspakete (Internet, Telefon, und TV) an den Endkunden zu vertreiben. Das Ziel lautet, ein schnelles Breitbandnetz auch für jene Haushalte und Unternehmen zu schaffen, die bisher noch über keinen DSL-Anschluss verfügen.

Führungsrolle unter den ländlichen Regionen

Jürgen Walther, Geschäftsführer der OREG mbH, spricht von mehr als nur einem Konjunkturprogramm für die Region. Für ihn stellt das Projekt einen revolutionären Vorgang in der Entwicklungsphase des Odenwaldkreises dar. Breitbandversorgung im ländlichen Raum ist für ihn einer der wichtigsten Rohstoffe für die Zukunft. Mit dem flächendeckenden Ausbau von Breitbandverbindungen nimmt der Odenwaldkreis eine Führungsrolle unter den ländlichen Regionen ein. Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 50 Megabit pro Sekunde werden nicht länger den Ballungsräumen vorbehalten sein. „Nach der Modernisierung der Odenwald-Bahn und dem Ausbau des Gesundheitszentrums Odenwaldkreis zur integrierten Versorgungseinheit ist die Breitbandversorgung eine weitere wichtige tragende Infrastruktursäule in der Entwicklungsperspektive des Kreises. Wir werden bis Sommer 2011 die notwendige Infrastruktur schaffen und bis Ende 2011 die Verfügbarkeit des Netzes in den einzelnen Städte und Gemeinden sicherstellen.“ so Walther.

Erfahrenes Unternehmen

Die Firma Klenk & Sohn GmbH demonstierte eindrucksvoll das Verlegen von Kabeln mit Glaserfasern mittels eines Kabelpflugs.

Auftragnehmer für die flächendeckende Verlegung des Breitbandnetzes ist die Fa. Klenk und Sohn GmbH aus Modautal. Die Fa. Klenk & Sohn GmbH wird bei dem Projekt das leitungsgebundene Netz über den gesamten Odenwaldkreis verlegen und die komplette Infrastruktur initiieren. Das gesamte Netz wird eine Länge von zirka 300 Kilometer haben. In der Fa. Klenk & Sohn GmbH hat die OREG GmbH einen Partner gefunden, der mit seiner Kompetenz und einem über viele Jahre hinweg erworbenen Know-how für eine fach- und termingerechte Verwirklichung des Vorhabens garantiert.
Das mittelständische Unternehmen mit Sitz im Odenwald wurde bereits 1926 gegründet. Der Geschäftsführer Udo Klenk hat durch seine Strategie erreicht, dass sich das Unternehmen in den letzten 15 Jahren zu einem umfassenden Dienstleister für das Erstellen von Kabelinfrastrukturen im Telekommunikations- und Energiebereich entwickelt hat. Alle für die Realisierung derartiger Projekte notwendigen Gewerke, sind im eigenen Haus anzufinden. Dies ermöglicht jederzeit einen direkten Zugriff auf den gesammelten Erfahrungsschatz. Von der Trassenplanung und der Abwicklung des Genehmigungsverfahrens über die Realisierung im konventionellen Tiefbau-, im Pflug- oder auch im Spülbohrverfahren bis hin zur Kabelmontage und schließlich zur Dokumentation und Wartung der gebauten Anlagen können alle Leistungen von der Fa. Klenk & Sohn GmbH abgedeckt werden. “Mit der Frage der Entwicklung des Breitbandes, insbesondere im ländlichen Raum, haben wir uns schon seit mehreren Jahren beschäftigt”, so Udo Klenk. Da sich der Firmenstandort ebenfalls in einer ländlichen Region befindet, war für ihn klar, dass sich aus dem Defizit an übertragungsmöglichkeiten relativ zeitnah ein vielversprechender Markt entwickeln würde, auf dessen Herausforderungen es sich vorzubereiten galt. In Verbindung mit der Problemstellung des Odenwaldkreises ist es möglich geworden, die Grundideen gemeinsam mit den dort Verantwortlichen zu einem sinnvollen, zukunftsorientierten Modell zu entwickeln das nun vor der Umsetzung steht. Udo Klenk sieht im Breitbandausbau nicht nur eine Chance für den Odenwald, sondern für alle Regionen. Bei einem Deutschlandweiten Netzausbau sind auch die volkswirtschaftlichen Chancen dieses Marktes nicht außer Acht zu lassen. Sie sind seiner Meinung nach sogar als außerordentlich groß einzustufen. Mittels eines speziellen Kabelpflugs demonstrierte Geschäftsführer Udo Klenk wie die Rohre mit den Glasfaserkabeln in den Boden verlegt werden. Auch das sog. Spülbohrverfahren zur Verlegung von Leitungen in geologisch schwierigem Untergrund wurde vorgeführt.

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