Museum Reinheim erstrahlt in neuem Glanz

Sonderausstellung zum 100-jährigen Jubiläum des Museums

Das Museum Reinheim ist sonntags, von 14.30 bis 17.00 Uhr, geöffnet.

Das Museum in Reinheim hat vor seinem hundertjährigen Jubiläum einen ausgiebigen Schönheitsschlaf gehalten Die Museumsleute in Reinheim freuen sich sehr, nun wieder Gäste empfangen und der Vergangenheit ein freundliches zuhause anbieten zu können. Vor allem sind sie froh darüber, dass nicht nur mit ein bisschen Farbe und Lack ein aufgehübschter Gesamteindruck geschaffen, sondern bekannte Übel grundsätzlich angepackt wurden. So ist mit neuer Heizungsanlage und spezieller Heizungsinstallation der aufsteigenden Feuchtigkeit der Kampf angesagt. Bereits im 16. Jahrhundert schaffte der Vorgängerbau in der Kirchstraße 41 viel Verdruss, wenn der kleine Keller ständig voller Wasser stand. Man hat ihn einfach zugeschüttet. Weiterhin blieb das Erdgeschoss jedoch feucht, kalt und klamm. Alle baulichen Veränderungen, Umgestaltungen und Renovierungen änderten nichts an diesem Sachverhalt. Pfarrer oder Lehrer wohnten einfach oben. Unten fand der Unterricht statt. In einer Beschreibung der Reinheimer Schulverhältnisse aus dem Jahr 1902 werden diese als „nicht den geringsten Ansprüchen genügend „ beschrieben. Abhilfe schaffte für die Schule ein Neubau in der Friedrichstraße. In der Kirchstraße blieb alles beim Alten. Daran änderte auch die neue Nutzung als Museum nichts. Mit viel Engagement und voller Begeisterung für die Sache richteten die Männer des Odenwaldklubs ihr Museum ein. Immer wieder mussten sie jedoch feststellen, dass Schriftstücke und Bücher, Möbel und Hausrat unter dem Raumklima leiden.
Unverdrossen schafften sie es aber, die gute Idee und den nicht endenden Einsatz durch die zurück liegenden hundert Jahre zu tragen. Der erste Weltkrieg, der zweite Weltkrieg, die Nachkriegszeit und das Wirtschaftswunder, sie alle brachten zwar Rückschläge, konnten die zündende Idee dabei nicht auslöschen. Den letzten Anlauf nahm das Museum 1974, als es als städtische Einrichtung, von einem Beirat getragen, seine Türen öffnete. Seitdem steht die Entwicklung unter einem guten Stern. Jetzt stand endlich das komplette Gebäude zur Verfügung. Schon der Museumsgründer Julius Scriba hatte dringend danach verlangt. Dort wurden der Webraum und das Wohnzimmer der fünfziger Jahre untergebracht. Nach und nach kamen das Nebengebäude und der Hof hinzu. Es konnte der Luftschutzkeller, die Puppensammlung, das Herrenzimmer und die Waschküche eingerichtet werden. Damit ist es gelungen, den Besuchern eine interessante Dauerausstellung zu bieten. Neue Besucher locken die Museumsfrauen jedoch mit ihren vielfältigen Sonderausstellungen in das Haus. Vielfach ist die Frage zu hören, wo denn die Ideen und die Exponate immer wieder herkämen. Im Laufe der Jahre bildete sich ein freundlicher Kreis von Wohlgesinnten um das Haus. Sie arbeiten zu, stellen ihre Sammlungen und ihr Wissen zur Verfügung und helfen mit. Die regelmäßige Mitarbeit und die Besucherbetreuung konnte ebenfalls auf mehr Schultern verteilt werden. So wurde es möglich die Öffnungszeiten auf alle Sonntage auszuweiten. Unserem Museum geht es zu seinem hundertsten Geburtstag nicht schlecht. Wie beim Geburtstag üblich, bleibt zu wünschen: viel Glück, frischer Mut und langes Leben.
Text: rt / Bild: dot

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