„Nacht der Farben“ in Ober-Ramstadt begeisterte mit stilvollem Programm

Ober-Ramstadt im Licht- und Farbenzauber

Lasst es erst mal Nacht werden, dann kommen wir richtig in Feierlaune … Text/Bild: Dieter Preuss

Ober-Ramstadt. Manchmal kommt ein großer Regisseur daher – keiner kennt ihn, aber er ist unfassbar mächtig – und zaubert wundervolle Schauspiele in die Welt. Allenthalben gerne als Zufall bezeichnet. Allerdings: Wenn eine Stadt ein Fest feiert, das sich „Nacht der Farben“ nennt und zum Start dieses Farbspektakels das Mai-Licht zärtlich die Häuserfassaden streichelt und die Menschen, die sich dazwischen bewegen, sanft „weich zeichnet“ sowie den Himmel in fragilen Grau-Rot-Rosa-Blau-Tönen anmalt, dann hatte wohl dieser großartige Regisseur seine Hände im Spiel. Was der Besucher des Farbenfestes am vergangenen Samstag zwischen 19 und 21 Uhr an natürlichen Licht- und Farbspielen erleben durfte, war von höherer Qualität. Und das wirkte sich auch auf die Stimmung der Gäste aus, die fröhlich beschwingt ein buntes Fest feierten. Denn als das Himmelslicht ausgeknipst wurde, kamen die vielen Farb-Illuminationen der Veranstalter auf den Bühnen und Gassen der Farbenstadt zum Geltung.

Es lag eine pastellige Stimmung über der Stadt. Und die übertrug sich auch – trotz kühler Frühlingsstunden – auf die Gäste und Flanierenden. Davor wurde das Farbenspiel allerdings sportlich eingestimmt. Rund 200 Läufer und Läuferinnen fast aller Altersklassen beteiligten sich nachmittags am Stadtlauf der Volksbank Modau. Es folgten die Siegerehrungen und um 19 Uhr wurde das Stadtfest des Gewerbevereins im Zusammenwirken mit der Gemeinde von Bürgermeister Werner Schuchmann eröffnet. Anschließend erlebten die Ober- Ramstädter Gäste und Genießer ein Fest mit viel Musik, Lichtspielereien und feinen Genüssen an vielen Grillstationen und Weinproben in einigen Ober- Ramstädter Geschäften, die bis Mitternacht geöffnet hatten. Was auch rege genutzt wurde: Man nahm sich Zeit für die Dinge, die das Leben reicher machen. Die Poesie der Stelzenläufer und die heiteren, bisweilen melancholischen Rhythmen der New Orleans Brass Band „En Haufe Leit“ sorgten für ausgelassene Heiterkeit bei den Besuchern. Im Hammermühlenhof ging es lässig und lateinamerikanisch zu mit dem Quartett „Taquikuna“. Die Musikschule Modautal mit Hans Dieter Rausch und Schülern und Schülerinnen zeigte ihr Können auf unterschiedlichen Instrumenten. Musikalische Höhepunkte waren auch die Auftritte des Stadtorchesters sowie der Big Band der Christoph- Lichtenberg-Schule. Ein aufregendes Licht- und Feuerspektakel bot das Duo „Art Artisica“ und Bernhard Kussel brachte mit seinen Lichtakzenten Farbpoesie ins Stadtzentrum. Der Höhepunkt der Farb-, Feuer- und Lichtzaubereien war gegen 23 Uhr das Höhenfeuerwerk. Womit die Sehnsüchte vieler kleiner (natürlich auch großer) Gäste auf besondere Weise wunderbar erfüllt wurden.

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