Naturschutzscheune feierte 10jähriges Jubiläum

Quo vadis Wiesenknopfameisenbläuling?

Fritz Fornoff, Kreisbeauftragter Vogelschutz sowie seit einer Dekade Inspirator und Motivator des Reinheimer Naturschutzscheunen-Projektes, am Teichbiotop mit Kopfweide. Im Hintergrund die Naturschutzscheune.

Fritz Fornoff, Kreisbeauftragter Vogelschutz sowie seit einer Dekade Inspirator und Motivator des Reinheimer Naturschutzscheunen-Projektes, am Teichbiotop mit Kopfweide. Im Hintergrund die Naturschutzscheune.

Reinheim. Mit seinem größten Feind (hier geht’s um Leben und Tod) zu kooperieren, kann zu Glück oder Elend führen. In Literatur, Theater, Mafia- und Agenten lmen oftmals der Plot, der die Nerven zittern lässt. Halt menschliches Dasein, Kunst, Kultur. Noch eins drauf setzt die Natur! Der eher unscheinbare Wiesenknopf-Ameisenbläuling, dessen Bezeichnung eine Aneinanderreihung aller Namen der Kooperationspartner ist: die vermittelnde Pfanze ist der „Wiesenknopf“; Räuber, Genießer und Adoptiveltern sind die „Ameisen“; und der Schlaumeier und Held der Geschichte ist der Tagfalter „Bläuling“. Innerhalb dieses Beziehungsdreieckes schafft es der Schmetterling mit süßen Tricks den Bau seines Fressfeindes, der Ameise, zu seiner Kinderstube zu machen, um diese später als ausgewachsener Schmetterling eiligst zu verlassen. Ähnlich interessante Geschichten über Biber, Rohrweihe, Sumpfschildkröte, Bitterling (Fisch), Eisvogel, Blaukehlchen, Rohrsänger kann man sich von Fritz Fornoff erzählen lassen. Der Elektroingenieur aus Ueberau ist ehrenamtlicher Vogelschutz- Kreisbeauftragter, Naturschützer und einer der vielen Aktiven, die das Projekt „Reinheimer Naturschutzscheune“ realisiert und mit ca. 5.000 Besuchern jährlich überaus erfolgreich gemacht hat. Am vergangen Sonntag (24. Mai) feierte die Scheune mit vielen Gästen, Freunden und Partnern ihr 10jähriges Jubiläum. Auch Bürgermeister Karl Hartmann freute sich über den Erfolg der Naturfreunde, die vor einer Dekade eine alte, verwahrloste 300 qm große Maschinen-halle, ohne Strom- und Wasseranschluss, zu einem heute interessanten Informationszentrum mit Seminaren, Workshops und Ausstellungen sowie ein 1,5 ha großes Feld zu einer Naturanlage mit unterschiedlichen Biotopen ausbauten. Hier wurde von einer kleinen Gruppe engagierter und natur-begeisterter Menschen in ehrenamtlicher Arbeit große materielle und kulturelle Werte geschaffen. Mit rund 16.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden und Investitionen in Höhe von ca. 200 Tsd. Euro (dank einiger Sponsoren wie Sparkasse, Sofware AG, HSE und Förderwerk Natur) hat Reinheim heute ein einzigartiges Natur- und Informationszentrum sowie Freilichtmuseum. Rund 40 Veranstaltungen, Seminare, Natur-Exkursionen, Vorträge bietet die Naturschutzscheune Interessierten übers Jahr hinweg an.
Hinzu kommen rund 25 weitere individuelle Veranstaltungen, initiiert durch Vereine, Schulen, Privatpersonen. Egal ob Nikolausabend, Vogelstimmenwanderung, Osterbasteln, Biotopbesichtigung, naturpädagogisches Seminar, Reptilienbeobachtung, kreatives Gestalten, Fotoausstellung, Fleder-mausabend … Alle Veranstaltungen sind für die Teilnehmer kostenlos. Die Initiative finanziert sich alleine durch Spenden. „Mit jährlich 5.000 Besuchern und den Sponsoren und Privatspenden sind wir bis heute trotz vieler und hoher Investitionen in Gebäude und Außenanlage stets in den schwarzen Zahlen geblieben“, sagt zufrieden Fritz Fornoff, der gerade einen Stadt-Scheck von Bürgermeister Hartmann überreicht bekommt.
Text/Bild: Dieter Preus

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