Odenwald – Apfelland

Odenwald. Was hat der Apfel nicht alles bewegt in der Welt, und zwar aus Kasachstan kommend, als sogenannter Holzapfel klein, holzig und verdammt sauer im Geschmack. Dann kultiviert durch die Griechen und Römer, die den Holzapfel größer, schöner und süßer züchteten. Und mit den Römern kam der Apfel nach Germanien und damit auch ins Apfelland Odenwald mit seinen herrlichen Streuobstwiesen. Der Apfel ist des Deutschen liebstes Obst: Durchschnittlich 20 Kilogramm pro Jahr isst jeder Deutsche davon. Alleine in Deutschland wurden im vergangenen Jahr rund 1 Mio. Tonnen Äpfel geerntet. Die größten Apfelnationen sind China und die USA, die Deutschen sind führend in Europa. Weltweit gibt es heute rund 20.000 Apfelsorten, von denen etwa 1.000 in Deutschland gedeihen.

Und wer abseits der Supermarktapfelsorten Braeburn, Gala, Golden Delicious, Jonagold, Granny Smith, Elstar, Cox Orange und Boskop gehaltvolle alte Sorten genießen möchte, der sollte auf die Wiesen gehen und die Bauern fragen, denn dort sind sie noch zu finden, die Bohnapfel, Boikenapfel, James Grieve, Berlepsch, Gravensteiner, Renette, Rubinette, Alkmene und andere mehr.

Nun, was hat der Apfel so alles bewegt in der Welt? Zum Beispiel als goldener Zankapfel hat er den Trojanischen Krieg ausgelöst. Issac Newton hat ein vom Baum fallender Apfel zur Erkenntnis der Schwerkraft inspiriert. Der vergiftete Apfel stand als Corpus Delicti im Mittelpunkt des Eifersuchtsdramas zwischen der bösen Stiefmutter und dem Schneewittchen oder der süße Apfel löste im Garten Eden als Objekt der Begierde den ersten Sündenfall des Menschen aus. Viel bewegt haben auch der berühmte Apfelschuss von Wilhelm Tell oder der Big Apple in New York oder das Unternehmen Apple mit all seinen i-Produkten. Allerdings: Die interessanten neuen Geschichten werden hier im Odenwald erzählt. Mit einer charmanten Apfelblütenkönigin aus Höchst, die jedes Jahr die Apfelsaison im Odenwald eröffnet. „Bembel with care“ ist auch so eine Geschichte aus dem Odenwald mit Äpfeln, Apfelwein und erfrischenden Mixturen aus der Dose. Den besten Apfelwein gibt’s eh hier im Odenwald, sagen zum Beispiel die Leute vom „Förderverein Odenwälder Apfel e.V.“ Wer sich an die fruchtig saure Erfrischung mal herangewagt hat in den vielen Gasthäusern zwischen Gersprenztal und Neckar, der wird das wohl auch bestätigen können. Das Beste, was aus einem Apfel werden kann, geschieht hier im Odenwald: feine Apfelbrände, Kompott, Aufläufe, Säfte, Weine, Kuchen, Apfelpfannkuchen, Füllungen, Salate und ach so viel mehr. Der Odenwälder Apfel schmeckt nicht nur wunderbar, er ist auch ein wahres Kraftpaket mit rund 30 Vitaminen und vielen Spurenelementen. Wie sagt man: „Ein Apfel am Tag – Arzt gespart!“ Text/Bild: Dieter Preuss

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