Ostern in Ostern

Peter Schneider mit seiner Fräsmaschine am hohlen Ei

Ober-Ostern. Ist das nicht ein fantasievolles Ostergottesgeschenk, wenn der Name des Ortes „Ostern“ lautet? Ein Ostern oben und ein Ostern unten ergibt für die Odenwälder ein wahrlich gutes Osterfest zur Osterzeit im Osterdorf am Osterbach. In Unter-Ostern werden die Autofahrer am Ortseingangsschild schon begrüßt mit einem „Frohe Ostern!“, indem man das „Unter“ auf dem Schild einfach mit „Frohe“ überschrieben(!) hatte. Und in Ober-Ostern wurde der Ostermarkt- Besucher vom weltgrößten Hampelmann-Osterhasen (Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde) in Empfang genommen. So war‘s mal wieder zur Osterzeit am vergangenen Ostersamstag und Ostersonntag in Unter-Ostern und Ober-Ostern, in dem die Unter-Osterer alle Ostermarktbesucher freundlich mit „Frohe Ostern“ begrüßten und die Ober-Osterer ihren Ostermarkt am Osterbach auf dem Gelände des Vereinsheims der „GV Sängerlust“ feierten mit allerlei Osterideen, Osterhasen, Ostereiern und Osterlämmern wie auch Osterfeuer, Ostereierlauf, Osterkuchen und anderen Osterleckereien und Osterüberraschungen.

Eröffnet wurde der Markt am Samstag vom Reichelsheimer Bürgermeister Stefan Lopinsky. Darüber freuten sich selbstredend die 36 Aus- und Schausteller des Marktes. Freuen konnten sie sich auch über regen Besuch. Sogar Busse kamen am Sonntagnachmittag aus fernen Städten angefahren, um dieses kleine Osterwunder im Odenwald zu bestaunen und etwas Nettes zu kaufen als Ostergeschenk für die Liebste oder den Liebsten. Auswahl gab es genug: vom Schokoladenosterhasen über handbearbeitete und -bemalte Ostereier in allen erdenklichen Größen und Materialien, Schnitzwerk, feinen Bränden, Trüffel, Spitzendeckchen, Osterknuddelhasen, Töpfen und Krügen, Honig, Kerzen, Glasmalereien bis zu Schmuck, Taschen, Wurst und Schinken sowie Kurzwaren, Nippsachen, Putzkram und Rumsteherle.

Man kann es mögen oder nicht, nur Nippes im werthaltigen Sinne ist es nicht, was Peter Schneider aus Seeheim-Jugenheim an seinem Osterstand anbot. Bei den Eiern, Kränzen, Igeln, Fensterschmückern handelt es sich stets um filigrane Handarbeit und um wertvolle Materialien (fast immer). Der gelernte Werkzeugmacher und technische Zeichner verbringt viel Zeit mit dem Gestalten und Verzieren von Eiern. Die Eier von Gänsen, Hühnern, Wachteln, Enten, Emus und Tauben werden ausgeblasen, gereinigt und getrocknet und von Schneider zu kleinen Kunst- und Meisterwerken gestaltet. Mit einer alten Zahnarztbohrmaschine, die er zum Fräsen nutzt, einer selbstgebauten Zentriervorrichtung, mit Zirkel und Vermessungsrezeptor zaubert er mit ruhiger Hand, einem Blick für harmonische Muster und Farbkombinationen und viel Geduld (manchmal 5 Stunden Arbeit an einem Ei) Kunstwerke der besonderen Art. Die konnte der feinfühlige Ostermarktbesucher an Ostern in Ostern für wenig Geld erwerben. Daneben konnte er noch gut essen, trinken, spielen (Eierlauf für die Kleinen), schwatzen und den Hampelmann-Osterhasen einen guten Mann sein lassen!                                                                             Text/Bild: Dieter Preuss

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