Pia Hillerich – Ueberau

Pia Hillerich

Ein Leben für die Familie und Landwirtschaft, tiefe Verbundenheit zu und großes Engagement für Ueberau – dies sind die vier Eckpfeiler im Leben von Pia Hillerich. Pia Hillerich wurde im Januar 1964 in Darmstadt geboren und wuchs in Ueberau auf. Sie besuchte hier die Grundschule und absolvierte mit fünfzehn Jahren in Reinheim ihren Hauptschulabschluss. „Meine Kindheit und Jugend waren geprägt von dem Leben auf dem Land und der Landwirtschaft, so war es für mich selbstverständlich diesen Weg auch beruflich einzuschlagen“, sagt die vielseitig Engagierte. Pia Hillerich absolvierte eine zweijährige hauswirtschaftliche Lehre in Bürstadt sowie Friedberg (je ein Jahr). 1981 erfolgte dann in der Wetteraustadt der Abschluss zur Hauswirtschafterin. Weitere berufliche Stationen waren ein einjähriges Großküchenpraktikum bei Wella in Darmstadt und ein Internatsjahr in der hauswirtschaftlichen Fachschule in Reichelsheim. „Gerade das Jahr in Reichelsheim war eine intensive, spannende und auch anstrengende Zeit. Dort gab es viele verschiedene Dienste. Außerdem mussten wir Planungen erstellen und entsprechend umsetzen“, erzählt die 49-Jährige. Doch die Mühe und Arbeit lohnten sich: 1983 machte Pia Hillerich im Alter von neunzehn Jahren ihren Abschluss zur staatlich geprüften Wirtschafterin.

In Pfungstadt trat Pia Hillerich eine Stelle als Wirtschafterin in einem landwirtschaftlichen Betrieb an und sammelte dort in fünf Jahren wichtige Praxiserfahrungen. „Während dieser Zeit lernte ich 1982 meinen Mann Bernhard in der Disco „Felsengrotte“ kennen. Er war damals schon mit seiner Lehre zum Landwirt fertig“, berichtet die Ueberauerin. Die beiden heirateten fünf Jahre später und bekamen drei Kinder: Felix (1988), Lorenz (1990) und Marlene (1997). Familie und Hof bestimmten den Tagesablauf der heute 49-Jährigen, so dass kaum Zeit blieb, um sich weiterzubilden, Neues zu lernen und Kenntnisse zu vertiefen. Noch während ihrer ersten Schwangerschaft absolvierte Pia Hillerich einen Meisterkurs, den sie 1989 mit bestandener Meisterprüfung abschloss. „Dabei war es von Vorteil als Großfamilie zusammen mit meinen Eltern und Großeltern auf unserem Hof zu wohnen und zu arbeiten“, meint Pia Hillerich zurückblickend, die schwere Jahre aufgrund der Erkrankung ihres Mannes durchstehen musste. „Doch gemeinsam wir haben alles gut überstanden.“

Die Großfamilie beschloss den Hof in Ueberau zu erweitern und begann mit dem Bau des Kuhstalls. Im Jahr 2000 wurde der Hof um eine weitere Teilaussiedlung für Rinder und Futterlagerung vergrößert. Auch der Lerneifer von Pia Hillerich ließ nicht nach, so dass sie verschiedene Seminare – u. a. über den Landfrauenverein besuchte. Schließlich interessiert sich die Gersprenztalerin neben landwirtschaftlichen Themen auch für Kunst (v. a. Malerei, Papierund Gartenkunst), Kultur und Garten. Darüber hinaus absolvierte die Vielbeschäftigte noch eine einjährige Ausbildung zur Agrarbürofachfrau und engagiert sich seit sieben Jahren im Ortsbeirat. „Angefangen habe ich als Schriftführerin. Zurzeit bin ich stellvertretende Ortsvorsteherin“, berichtet Pia Hillerich. Zudem ist sie seit drei Jahren im Vorstand des Fleckviehverbandes Hessen tätig. Schwer getroffen hat den Hof der Hillerichs 2002: Aufgrund eines BSE-Falls mussten 15 Kühe getötet werden. „Das war für uns eine große Krise. Wir haben aber gekämpft, den Fall öffentlich gemacht und dabei viel Solidarität erlebt“, beschreibt Pia Hillerich die schwierige Zeit. Über die Erfahrungen in diesen Monaten hat sie hinterher Vorträge gehalten. Zudem wurde der Hillerich- Hof 2003 bei der Grünen Woche in Berlin für die Dokumentation des BSE-Falls mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

2007 übernahm Pia Hillerich von ihren Eltern den landwirtschaftliche Betrieb. „Mein Mann ist mir bei der Arbeit auf dem Hof und meinen verschiedenen Aktivitäten eine große Stütze. Wir besprechen alles gemeinsam. Er gibt mir Kraft“, sagt die Heimatverbundene, die seit 2008 im Arbeitskreis „Unser Dorf hat Zukunft“ aktiv ist, der regelmäßig an dem gleichnamigen bundesweiten Wettbewerb teilnimmt. Überdies hat Pia Hillerich 2009 mit Wolfgang Bertrams und Thomas Thierolf den „Tag der offenen Höfe“ organisiert, der im vergangenen Jahr sogar als Hessentipp genannt wurde und zahlreiche Besucher in den Reinheimer Stadtteil zog. Doch auch über das Jahr verteilt bietet die 49-Jährige rund um Haus und Hof Veranstaltungen wie Betriebsbesichtigungen für Kinder und Schulklassen sowie Gartenführungen an und bereitet Kunstaktionen vor. Doch nicht nur das – mit ihren Kühen, die die Landwirtin regelmäßig wäscht und stylt, besucht sie ebenfalls erfolgreich Ausstellungen und Wettbewerbe. Bis zu ihrem runden Geburtstag im Januar 2014 hat sich die Ueberauerin noch Einiges vorgenommen. Danach will es die engagierte Landwirtin etwas ruhiger angehen und sich etwas mehr Zeit für sich und ihre Familie nehmen. Für das Anzeigenblatt Gersprenztal stand Pia Hillerich Rede und Antwort:

Wenn Sie Königin von Deutschland wären, was wäre Ihre erste Tat? Hillerich: Wenn ich Königin wäre, würde ich sofort in allen Schulen hauswirtschaftlichen Unterricht einführen, damit sich die Einstellung zu Lebensmitteln ändert.

Sie haben drei Wünsche frei. Nennen Sie uns diese bitte. Hillerich: Zuerst wünsche ich mir mehr Freizeit für mich. Mein zweiter Wunsch ist, dass in der Gesellschaft das Einkommen besser verteilt ist. Als Drittes wünsche ich mir Gesundheit für meinen Mann, meine Kinder und mich.

Welcher Mensch in Ihrem Leben hat den größten Eindruck auf Sie gemacht? Hillerich: Meine Großeltern – „Knatze-Schorsch“ und seine Emmi – haben den größten Eindruck auf mich gemacht. Die beiden haben in ihrem Leben viel gearbeitet, sich immer sozial engagiert und waren dabei mit wenig stets zufrieden.

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