Reichelsheimer Lichterweihnacht stimmte ein auf Weihnachtsmärkte

Einfach schön, die Odenwälder Weihnacht

Harald Kaffenberger (links) und der Reichelsheimer Bürgermeister Stefan Lopinsky inmitten des Kinderchors

Reichelsheim. Die Welt feiert ja neuerdings „Deutsche Weihnacht“. In New York, Sydney oder London sind Weihnachtsmärkte mit deutschem Colorit angesagt. In London zum Beispiel mit Glühwein und Currywurst, die bei den Briten als deutsche Spezialität angesehen und geliebt wird. Nun, da ist es doch schön, einen original deutschen Weihnachtsmarkt hier im Odenwald zu erleben. Zum Beispiel die Reichelsheimer Lichterweihnacht am vergangenen Wochenende. Da stimmte einfach alles. Obwohl, nur deutsch war’s dort doch nicht, da auch die Freunde aus der französischen Partnerstadt Dol-de-Bretagne mit ihren Muscheln und Austern vertreten waren. Ideengeber und Mitorganisator der „neuen“ Reichelsheimer Lichterweihnacht ist Harald Kaffenberger, der höchstpersönlich die Kerzen an den Marktbuden, in der Michaelskirche und in allen möglichen Ecken entzündete.

Und wer Spaß am Rätsellösen oder am hundertmalhundert zählen hatte, der konnte am Gewinnspiel teilnehmen: Er musste einfach nur die Gesamtzahl der Lichter benennen, die so vor sich hin brannten. Für den Besucher des Reichelsheimer Weihnachtsmarktes war zu erkennen, dass die Veranstalter konzentrierter die Traditions- und Romantikgeschichte der Weihnacht erzählten. Sehr schön zum Ausdruck gebracht mit der Eröffnung und dem Adventssingen des Kinderchors sowie der Eröffnungsrede durch Bürgermeister Stefan Lopinsky sowie der symbolischen Entzündung der ersten Kerze des Marktes durch Harald Kaffenberger. Aber auch die Märkte in Lichtenberg und Groß-Bieberau stimmten romantisch ein auf die kommenden weihnachtlichen Wochen im Odenwald. Es ist einfach wunderbar, dass sich die Odenwälder diese Tradition so erhalten haben. Denn in einigen Nachbarregionen hat diese Markttradition eher nachgelassen. Hier hingegen feiert fast jeder Weiler sein Weihnachtsfest. Mal von den großen Weihnachtsmärkten in Michelstadt und Erbach abgesehen, können sich die Odenwälder noch auf einige weitere Märkte freuen. In Reinheim, Otzberg-Hering, Unter-Mossau, Beerfurth, Lindenfels, Ueberau, Ober-Ramstadt, Brensbach und Neunkirchen. Dort werden in den nächsten Wochen die Marktbuden aufgestellt, der Glühwein vorbereitet, die Lebkuchen gebacken, das Spielzeug gedrechselt und geschnitzt, die Posaunen geputzt, die Weihnachtsmann-Mäntel gewaschen, die Sängerstimmen trainiert sowie die Weihnachtsbäume aufgestellt. Alles, damit die Menschen hier zusammen ein paar gemütliche Stunden verbringen können. Ein recht kleiner Weihnachtsmarkt hat sich über die letzten Jahre hinweg zum Besuchermagnet im Rhein-Main-Gebiet entwickelt. Es ist der Crumbacher Weihnachtsmarkt mit seiner einzigartig geschlossenen Atmosphäre mitten im Dorf. Deshalb nennen die Crumbacher ihren Markt auch einfach „Die Odenwälder Dorfweihnacht“. Zusammengefasst könnte man sagen: dort trifft sich die Welt im Dorf. Was nur ist die besondere Faszination dieser Crumbacher Weihnacht?                                                                                                   Text/Bild: Dieter Preuss

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