Reinheimer Einkaufsmöglichkeiten sind beliebt

Umfrage zeigt Kundenzufriedenheit und Bedürfnisse auf

Aktuelle Untersuchungen stellen gern die Attraktivität und Vielfalt der Einkaufsmöglichkeit in Kleinstädten in Frage. Grund genug für die Redaktion des REINHEIMERs selbst im Rahmen einer Umfrage zu ermitteln, wie es um die Beliebtheit und das Angebot der Gewerbetreibenden in der Gersprenz-Metropole steht.

Wie attraktiv ist Reinheim für die Bürger und Kunden aus den Nachbargemeinden, wenn es um den Einkauf geht? Welches Angebot ist gefragt und welches wäre noch wünschenswert? Diesen und weiteren Fragen ging Martina Emmerich nach, während sie am vergangenen Samstagvormittag Passanten zum Thema Einkaufsmöglichkeiten ansprach und überwiegend positive Rückmeldungen erhielt:

Horst Schneider

Horst Schneider wohnt beispielsweise in Reinheim und kauft auch gern hier ein, soweit das Warenangebot vorhanden und stimmig ist. Im Einzelnen lobt der 69-Jährige die Abdeckung des Lebensmittel-Bereichs, betrachtet jedoch den Rückgang an Fachgeschäften für Haushalts- und Schreibwaren kritisch und findet auch, dass die Situation bei Bekleidung teilweise schwierig sei. „Alles in allem ist die Auswahl hier nicht groß, einmal abgesehen von dem, was man im Supermarkt bekommt“, erklärt der Reinheimer abschließend.

Jutta Loge

Etwas anders schätzt Jutta Loge die Situation ein, die aus Otzberg-Hering nach Reinheim zum Einkaufen gekommen ist. „Ich habe gelesen, dass es hier so gute Sachen gibt“, meint die 47-Jährige. „Sonst gehe ich immer nach Groß-Umstadt zum Einkaufen, was eigentlich die gleiche Strecke ist. Doch auch in Reinheim finde ich alles, was ich brauche.“ Leider sei der Einkauf hier etwas beschwerlich, da gerade entlang der Einkaufsmeile viel Verkehr herrsche und es mit dem Parken schwierig sei.
Wenn es möglich ist, kauft auch Rüdiger Sterba immer in Reinheim ein. Der Grund dafür ist, dass er hier eigentlich alles bekommt, was er möchte – ganz gleich, ob es sich um Lebensmittel, Baumarkt- oder Elektronik-Artikel handelt. In den Augen des 34-jährigen Reinheimers lässt das Angebot vor Ort keinen Wunsch offen.

Walter Ille

Im Gegensatz dazu meint Walter Ille, seit 43 Jahren Reinheimer, dass er im Ort leider nicht alles bekommen kann. „Schon der Kauf einer Glühbirne ist ein Problem“, bedauert der 74-Jährige. „Deshalb fahren wir einmal im Monat nach Darmstadt, um dann dort die Dinge zu erwerben, die man hier nicht kriegt.“ Also bleibt seiner Meinung nach als Alternative bezüglich Auswahl und Vielfalt nur Darmstadt. Als fehlend bezeichnet er zudem das Angebot an Möbeln und Teppichen.
Für Karin Uhrich (61) ist das Angebot ebenfalls nicht komplett. „Schicke Kleidung in großen Größen sucht man hier vergeblich. Daher bestelle ich mir diese über Kataloge und fahre, wenn ich Elektroartikel benötige, nach Groß-Umstadt.“ Wenn möglich, bleibt sie aber ihrer Heimatstadt treu: Sucht sie ein besonderes Buch, so schaut sie im Internet nach und bestellt dieses dann vor Ort bei der Buchhandlung.

Elisabeth Brenner und Tochter Sahrah

Auch Elisabeth Brenner (46) und ihre Tochter Sarah (12) aus Reinheim standen Rede und Antwort. Fast-Teenager Sarah bestellt CDs im Internet – was mit Sicherheit exemplarisch gerade für die Jugendlichen gesehen werden kann. Ihre Mutter kauft hingegen Lebensmittel und Bekleidung in Reinheim. „Wir brauchen nicht so viel“, meint die 46-Jährige achselzuckend, „und auf Anhieb fällt mir eigentlich nichts ein, was hier fehlt, außer einem günstigen Schuhladen. Das wäre gerade für Familien gut.“ Deswegen fahren die Beiden für den Schuhkauf zu Deichmann nach Groß-Umstadt. Ansonsten finde man nach Meinung von Elisabeth Brenner alles in Reinheim und auch die Öffnungszeiten seien für sie ausreichend. „Ich gehe eh´ nicht nach 19.00 Uhr einkaufen“, erklärt sie mit einem Lächeln.

Erika Schlaht

Auch Erika Schlaht ist mit den Öffnungszeiten der Reinheimer Geschäfte zufrieden. Die 25-Jährige kauft Lebensmittel und Hygieneartikel vor Ort, für Kleidung, Elektronik und Co. fährt sie jedoch nach Darmstadt oder bringt es sich aus Dieburg mit, wohin sie sowieso jeden Tag zur Arbeit fährt. „Dadurch fehlt mir hier nichts“, sagt die junge Frau, „wir haben eine gute Buchhandlung in Reinheim, aber auch den Blumenladen sowie den Optiker nutze ich vor Ort. Es gab auch einmal ein tolles Geschäft für jugendliche Mode – doch das hat leider relativ rasch wieder geschlossen.“

Heiko van Dijk

Heiko van Dijk (52) schwärmt geradezu von dem tollen Lebensmittelangebot, das er im Edeka erhalten kann: „Ich muss nicht mehr in den Walmart, sondern bekomme hier alles, was das Herz begehrt.“ Für Elektroartikel und Bekleidung fährt jedoch auch er nach Darmstadt, da die Auswahl dort besser sei, eben mehr nach seinem Geschmack. Ein Traum wäre es für ihn, wenn es in Reinheim noch einen McDonalds, ein Platten- bzw. Musikgeschäft sowie einen guten Klamottenladen – oder eben gleich eine Shopping-Mall – geben würde.
Anika Brückmann (46) aus Zeilhardt bringt ihre Sicht wie folgt auf den Punkt: „Man muss die Angebotsvielfalt in Reinheim nur nutzen, denn sie ist da. Sogar einen Baumarkt gibt es, aber die Leute fahren viel zu viel in der Gegend herum.“ Zusammenfassend kann man sagen, dass die Kunden des Reinheimer Einzelhandels sich vor allem mit Lebensmitteln und den typischen Supermarkt-Produkten gut versorgt sehen. Dieses Angebot wird vor Ort auch gern angenommen. Viele würden jedoch ein breiteres Angebot an Bekleidung, Elektronik und Haushaltsartikeln begrüßen, um eben keinen Einkaufstourismus in Richtung der größeren Städte der Umgebung betreiben zu müssen. Dort einkaufen, wo man wohnt, ist demzufolge wieder oder immer noch angesagt.                                                                                                                                                                                                      Text: me

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