Reinheimer Luftsportler feiern ein erfolgreiches Jahr

Einmal um den Globus

Reinheimer Segelflieger kreisen im Aufwind

Reinheim. Die Haube schließt sich, der Verschluss rastet mit einem Klicken ein. Ein letzter Check der Instrumente. Dann ein kurzes Warten, Sekunden dehnen sich zu einer gefühlten Ewigkeit. Das Schleppseil strafft sich langsam, dann geht es los. Mit einem Ruck beginnt die Beschleunigung und katapultiert das Flugzeug in die Höhe. In 300 Metern Höhe löst sich das Schleppseil mit einem Klacken vom Rumpf und es beginnt das ruhige Gleiten: die Suche nach einem Aufwind.

So haben viele Flüge von Luftsportlern der Flugsportvereinigung Offenbach & Reinheim (FSVOR) in diesem Jahr begonnen. Mit über 44.000 Kilometer legten 25 Piloten auf Streckenflügen eine Distanz zurück, die größer ist als der Erdumfang – lediglich unterstützt von der Energie der Sonne. Dabei waren die äußeren Umstände keineswegs optimal. „Wir Segelflieger benötigen bestimmte Wetterbedingungen, damit sich gute Aufwinde entwickeln, die wir mit dem Segelflugzeug nutzen“, erklärt Rainer Meng, erster Vorsitzender des Vereins und passionierter Streckenflieger. „Leider gab es nicht viele Tage in diesem Jahr, an denen die Bedingungen weite Flüge zuließen.“ Doch die Reinheimer Piloten machten das Beste aus der Situation und konnten den sicheren Verbleib in der 2. Segelflugbundesliga feiern, in die sie in der letzten Saison aufgestiegen waren.

Blieb das Wetter hinter den Erwartungen zurück, nutzten die Luftsportler die Möglichkeit, mit dem motorisierten Ultraleicht-Flugzeug des Vereins in die Luft zu gehen. So etwa die beiden Reinheimer Piloten Alexander Polak und Benjamin Scholz, die auf ihrem Flug durch Hessen Station auf neun verschiedenen Flugplätzen machten.

Nicht nur der Leistungssegelflug, auch die Ausbildung neuer Piloten im Verein blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück. „Vier Nachwuchspiloten haben in dieser Saison ihren ersten Soloflug absolviert, ein wichtiger Meilenstein in der Ausbildung zum Segelflugzeugführer oder Ultraleicht-Piloten“, so Jürgen Adolph, der die Ausbildung des FSVOR leitet. Fünf Piloten schlossen ihre fliegerische Ausbildung erfolgreich ab. Viele Flugschüler nutzten dabei den intensiven Schulbetrieb während des zweiwöchigen Fluglagers in Frankreich für große Fortschritte. Doch nicht nur die Mitglieder des Vereins nutzten die Saison zum Abheben, auch viele Gästegruppen erlebten einen spannenden Einblick in die Fliegerei. So waren die Teilnehmer des Kurses „Segelfliegen“, den die VHS Darmstadt-Dieburg in Kooperation mit dem FSVOR anbot, an zwei Tagen zu Gast und konnten bei mehreren Starts die Faszination des Segelflugsports kennenlernen. Darüber hinaus nahmen zahlreiche Schüler beim Schülerfliegen auf dem Fluggelände teil. Einen wissenschaftlichen Hintergrund hatte die Exkursion von Studenten der TU Darmstadt zum Reinheimer Fluggelände. Bei speziellen Parabelflügen unterstützte der Verein die Studenten beim „Erfahren“ von kurzzeitiger Schwerelosigkeit (Bericht auf www.fsvor.com).

Für die kommende Saison haben sich die Reinheimer Flugsportler wieder einiges vorgenommen. „Ich hoffe, das Frühjahr beginnt bald“, freut sich Maike Dingeldein bereits auf die ersten Flüge im neuen Jahr. Als frischgebackene Pilotin kann die Schülerin es kaum erwarten auf Thermiksuche zu gehen.

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