Riesen Besucheransturm zum „Tag des offenen Hoftores“

Ein romantischer Sonntag in Ober-Klingen

Generationenübergreifend waren die Menschen am vergangenen Sonntag in Ober-Klingen unterwegs und genossen herrliche Ausblicke in Gärten und überraschende Einblicke in zauberhafte Höfe. Text/Bild: Dieter Preuss

Generationenübergreifend waren die Menschen am vergangenen Sonntag in Ober-Klingen unterwegs und genossen herrliche Ausblicke in Gärten und überraschende Einblicke in zauberhafte Höfe. Text/Bild: Dieter Preuss

Otzberg/Ober-Klingen. Wer weiß schon, wie schön man unter der Linde im Hof der ehemaligen Rauchenmühle in Ober-Klingen in der Bachstraße 10 sitzen und ruhen kann. Selbst bei großer Hitze verströmen die alten Gemäuer eine angenehme Kühle und Geschichten aus alter Zeit.  So am vergangenen Sonntag beim „Tag des offenen Hoftores“.
Insgesamt hatten 11 Anwesen ihre Höfe und Gärten geöffnet und viele hundert Besucher aus der nahen Region sowie aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet spazierten durch die Wilhelm-Leuschner-Straße, Volkshausstraße, Kirch- und Bachstraße in Ober-Klingen und bestaunten die Stille und Anmut der Höfe und ließen sich an Gartentischen unter riesigen Oleandern nieder zwischen alten Rosen und Fröhlichkeit verströmenden Hortensien. Erfrischten sich am kühlen Bier und stärkten sich an geräucherter Forelle oder einer kross gebackenen Pizza. Und ließen den lieben Gott in provenzalischer Atmosphäre einen guten Mann sein. Zum 5. Mal öffneten die Ober-Klinger seit 2008 ihre Höfe und erlebten einen nie dagewesenen Ansturm an Besuchern, alle Generationen interessierten sich für die geheimnisvolle Welt hinter den teilweise 150 Jahre alten und riesigen Hoftoren. Dabei konnte man nicht nur staunen, essen und trinken, sondern auch mit den Bewohnern der Höfe informative Gespräche führen oder der Live-Musik zuhören, die da und dort aufgeführt wurde. Oder die Werke ortsansässiger Künstler wie auch Fotografen (Fotoclub Otzberg) genießen.

Immer wieder interessant auch die Präsentation alten Handwerks, wie das von Birgit und Jörg Sprang am Spinnrad im Trumpfhellerhof. Das Ehepaar aus Fränkisch-Crumbach zeigte, wie das funktioniert mit den Fäden aus der Wolle vom Schaf, Alpaka oder vom Hund und verkaufte auch feine handgemachte Web- und Strickwaren. Der eine oder andere schaute nicht nur in die Höfe hinein, sondern machte sich hoch auf den Weg zur evangelischen Kirche und wurde mit ganz besonderen Eindrücken belohnt. Zum Beispiel dem Kirchhof mit seinen Jahrhundert alten Grabsteinen oder mit einzigartigen Ausblicken über Wiesen, Felder und Wälder hinweg in die Mainebene. Und wer den Weg in die Kirche fand, konnte sich an gotischen Fenstern, Wandbildern und an einer klaren, sehr reduzierten, protestantischen  Architektur erfreuen. Und über angenehme Kühle an einem heißen Sonntag. Am Nachmittag trafen sich die Hof-Besucher bei Kaffee  und Kuchen in der Rauchenmühle (Kaffee hatte Extraklasse!) oder im „Bauerncafe Grünewalds.“ Wie herllich ist doch die Welt. Und sie beginnt gleich bei Ober-Klingen.

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