Riesenbärenklau – dekorativ, aber nicht unproblematisch!

Die Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum) oder auch Riesenbärenklau genannt wird über drei Meter hoch, schränkt durch seine Wuchskraft die biologische Vielfalt ein und kann schmerzhafte verbrennungsartige Verletzungen der Haut verursachen.

Die Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum) aus der Familie der Doldenblütler wurde um die Jahrhundertwende aus dem Kaukasus nach Deutschland eingeführt. Sie ist mit dem heimischen Wiesenbärenklau eng verwandt, erreicht jedoch die eindrucksvolle Höhe von drei Metern mit bis zu zehn Zentimeter dicken Stengeln und stark behaarten und gezähnten Blättern. Günstige Standortbedingungen findet die Pflanze sowohl an Ufern und in Auen von Fließgewässern wie auch an Straßen- und Wegrändern. Inzwischen sind mehrere Aufkommen auch in der Erbacher Gemarkung bekannt.

Von den Imkern wird der Riesenbärenklau gerne als Bienenweide genutzt, jedoch hat er die unangenehme Eigenschaft sich durch seine starke Wuchskraft sehr schnell und ohne natürliche Konkurrenz anderer Pflanzen auszubreiten. Auf Grund seiner Hochwüchsigkeit und den großen Blättern beschattet er seine Umgebung und einheimische konkurrenzschwächere niederwüchsige Arten werden verdrängt. Die ökologische Vielfalt leidet erheblich.

Besonders bekannt wurde der Riesenbärenklau durch Berichte über seine phototoxische Wirkung. Der Pflanzensaft kann schmerzhafte verbrennungsartige Verletzungen verursachen, wenn er mit der menschlichen Haut in Berührung kommt und diese dann der Sonnenstrahlung ausgesetzt ist. Es kommt zu Rötungen der Haut, Schwellungen, Blasenbildung und eventuell zu Funktionsstörungen von Organen. Den größten Gehalt an Toxin (Furocumarin) enthalten die Pflanzen vor der Blüte und die Pflanzen sollten nur mit Schutzkleidung angefasst werden. Vorbeugende Aufklärungen in Kindergärten und Schulen sind eine der Maßnahmen, um schmerzhafte Verletzungen vorzubeugen. Eine Bekämpfung der Pflanze sollte insbesondere in Nähe von Wohngebieten, Spielplätzen und schulischen Anlagen und Wanderwegen befürwortet werden.

Eine Eindämmung des Bestands ist schwierig und erfordert Ausdauer. Die chemische Bekämpfung ist nur sehr bedingt erfolgreich und kann nur in Ausnahmefällen gewählt werden. Auch die mechanische Bekämpfung bringt nur Teilerfolge und muss konsequent über Jahre hinweg praktiziert werden.

Die größte Wirkung wird mit einem Schnitt während der Blütezeit, kurz vor der Samenbildung erzielt, da es die Pflanze besonders schwächt. Die Restpflanze stirbt dann im Herbst ab. Es ist allerdings darauf zu achten, dass der Schnitt nicht vor der Blüte erfolgt, da sonst die Pflanze erneut austreibt und Notblüten (zum Teil in weniger als 10 cm Höhe) bildet. Bei großflächigen Beständen müssen die Schnittmaßnahmen in kurzen Abständen mindestens fünf bis sechs mal wiederholt werden. Wo es die Örtlichkeiten zulassen, kann auch gefräst werden. Ebenso ist es möglich, die Wurzeln auszustechen, jedoch mindestens bis zu einer Bodentiefe von 15 Zentimeter. Auch Versuche mit flächigen Planenabdeckungen zeigten unterschiedliche Ergebnisse.

Dennoch sollte unbedingt während der Blütezeit mindestens einmal geschnitten werden, um den Samenflug und damit eine Ausbreitung der Pflanze einzudämmen. Alle Maßnahmen sind über Jahre hindurch konsequent durchzuführen, da auch die Samen viele Jahre lebensfähig sind.

Soweit Riesenbärenklauvorkommen bekannt sind, werden städtische Flächen auch gemäht. Allerdings bleiben diese Maßnahmen ohne Wirkung, wenn auf Privatflächen keine Maßnahmen ergriffen werden. Daher ergeht der Appell an alle Privateigentümer, ihre Flächen auf Bestände des Riesenbärenklaus hin zu prüfen und entsprechend  zu handeln.

Sabine Krämer-Eis vom städtischen Umweltamt beantwortet gerne Fragen dazu und ist unter 06062-6425 0der umweltamt@erbach.de erreichbar.

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