Römerfest im archäologischen Park Villa rustica Haselburg

Zeitreise führt in verschiedene Epochen der Geschichte

Druide und Römer friedlich vereint – beim Römerfest auf der Villa Haselburg bei Höchst-Hummetroth.

Höchst-Hummetroth. Mit über 90 Akteuren, Händlern und Handwerkern ziehen die Mitglieder des Haselburgvereins wieder alle Register, um beim Römerfest am 14. und 15. Juni Geschichte erlebbar und begreifbar zu machen. Filme, Romane und Comics zeichnen ein ganz eigenes Bild vom antiken Rom: Gladiatoren schlachten sich gegenseitig ab, ihre Herren schmieden deftige Intrigen, lustige Kelten setzten sich pfiffig zur Wehr. Die Faszination an der mächtigen Großmacht ist ungebrochen. Doch Rom hatte für die germanische Bevölkerung des Odenwaldes ganz andere Dinge zu bieten als nur Gelage, Brot und Spiele. Von Errungenschaften, wie Fußbodenheizung, Toiletten mit fließendem Wasser, lecker gewürzten Speisen, einer universalen Schrift und enormer handwerklicher Kunstfertigkeit, können sich die Besucher des Haselburgfestes hautnah überzeugen. Denn während man bei Film und Buch nur Beobachter bleibt, kann man sich beim Haselburgfest aktiv in vergangene Epochen versetzen lassen. Die römische Villa Haselburg, einer der stattlichsten römischen Gutshöfe in Hessen, wurde vor über 30 Jahren ausgegraben und rekonstruiert. Seitdem informiert der Verein, u.a. bei seinen Aktionstagen, über das historische Zivilleben im Odenwald. Im letzen Jahr wurde das Informationszentrum mit einer äußerst anschaulichen Ausstellung und lebendigen Rekonstruktionen eröffnet. Seit einigen Jahren erfreut sich das Römerfest immer größerer Beliebtheit.

Mittlerweile ist es fest verankert im Jahreskalender zahlreicher Gruppen und Händler, die sich der Rekonstruktion und Darstellung verschiedener historischer Epochen verschrieben haben. „Reenactment“ ist der neudeutsche Fachbegriff für historische Darstellungen, in denen auch die Details wissenschaftlichen Überprüfungen standhalten. Die Teilnehmer tragen so ihren Teil zur experimentellen Archäologie bei, indem sie ihre Ausstattung originalgetreu herstellen und im Einsatz testen. Hinzu kommt, dass die Akteure „nicht mundfaul herum stehen“, sondern ihr Wissen dem Publikum vermitteln. Gerne lassen die Gruppen Gäste an ihrem Lagerleben teilhaben, informieren über Kleidung, Waffen, Schmuck und Werkzeuge ihrer Zeitalter. Bei Schaukämpfen, Bogenschießen, Handwerksdemonstrationen und informativen Gesprächen kann man für ein paar Stunden den Alltag vergessen. Erwartet werden nicht nur römische Gruppen, sondern auch Experten für Reiternomaden, Kelten, frühe Franken und Normannen. Ergänzt wird das Programm durch Handwerker und Händler, die Schmuck, Kleidung, Keramik, Spielzeug sowie historische Speisen und auch Leckeres für den modernen Gaumen anbieten werden.

Da die Gruppen oftmals bereits freitags anreisen und das Gelände der Haselburg für ein „Familientreffen“ nutzen, gibt es in diesem Jahr bereits samstags (14.) die Gelegenheit zum Festbesuch, ab 17 Uhr stehen alle für das Publikum bereit. Sonntags (15.) geht es dann ab 10 Uhr mit dem ganzen Programm zur Sache. Anfahrt: Gegenüber Sportplatz Hummetroth an der L 3106 zwischen Höchst und Brensbach. Parkmöglichkeiten am Villengelände und entlang der L 3106. Weitere Infos unter www.haselburg. de

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