Stadtorchester Ober-Ramstadt begeisterte mit Frühlingskonzert

Willkommen güldne Sonne

Ober-Ramstadt. Am vergangenen Sonntagnachmittag spielte das Stadtorchester Ober-Ramstadt unter Leitung von Peter Fischer mächtig auf im alten Gemäuer der evangelischen Kirche in Ober-Ramstadt. Das verlieh Klarinette, Quer öte, Trompete, Horn, Posaune, Tuba, Pauke und Schlagzeug einen voluminösen Klang. Mal mächtig donnernd, mal sanft  ötend. Der Wechsel zwischen Leise und laut (piano und forte bis ins fortissimo) war einer der charakteristischen Merkmale dieses Konzerts – schließlich galt es den Frühling zu wecken und zu begrüßen. Was man angemessen tat mit den abrupt wechselnden Tonstärken.

Pfarrerin Nicola Bultermann- Bieber begrüßte das Publikum und lud es ein, abseits von Stress und Alltag eine Stunde mit faszinierender Musik zu verbringen. Musik, die Brücken baue zwischen den Menschen, der Zeit zwischen Renaissance und Heute sowie zwischen Generationen. Dirigent Peter Fischer und sein Orchester starteten sogleich mit Tanzmusik aus den 50er und 60er Jahren des 16. Jahrhunderts, und zwar mit der „Renaissance Suite“ nach Tänzen von Tilman Susato. Dabei handelt es sich um spritzige Tänze (gesittet in Reihe, volkstümlich im Rund) aus der Blütezeit der Renaissance. Die raschen Wechsel der Rhythmen und Instrumentengruppen verlangten höchste Präzision der Musiker und ließen das Hüpfen und Springen der Tänzer und Tänzerinnen schön nachemp-  nden.

Den fröhlichen Tänzen folgte die musikalisch sonnige Begrüßung des Frühlings mit dem Lied „Die güldne Sonne voll Freud und Wonne“ von Ebeling, instrumental arrangiert von Peter Fischer. Weiter ging es mit Edvard Griegs Peer Gynt Suite. Perfekt für Blasorchester arrangiert von Charles Sayre.
Das durch Werbung, Film und Fernsehen zu den bekannten klassischen Melodien zählende Werk verkörpert mit seiner ansteigenden Dramaturgie geradezu die unterschiedlichen Stimmungen des Frühlings mit seinem Entstehen der Dinge. Wunderbar passend zur Dramatik und Mächtigkeit der Bläser war Ludwig von Beethovens Schicksalssinfonie (die 5.) andante con moto – übersetzt: gehend, schreitend mit Bewegung und Motiven aus Niederlage und Triumph. Überbrückt wurde die Zeit in die Moderne mit „La Rejouissance“ aus der Feuerwerksmusik von G. F. Händel. Dem folgte „Choral & Rock out“ von Ted Huggens. Mit diesem Beitrag hat das Stadtorchester die Brücke geschlagen zwischen traditioneller Musik – Choral und Fuge – und modernem Arrangement: hier ein fantastisches Schlagzeugsolo, das an „Moby Dick“ von Led Zeppelin erinnerte. Einfach meisterhaft! Mit „Spirituals Contrasts“ und „We are the world“ von M. Jackson und L. Richie war man vollständig im Heute angekommen. Frühlingsstimmung verbreiteten nicht nur die Musiker, sondern auch die Sonne, die ihr Nachmittagslicht durch die Fenster der Kirche schickte.

Text/Bild: Dieter Preuss

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