Standort Reinheim: Fluch oder Segen?

Den Blick öffnen für eine vitale Stadt

Reinheim. Der Suchende im Internet findet unter dem Stichwort  „Reinheim“ folgende Beschreibungen: „Reinheim ist ein attraktives regionales Zentrum mit attraktiver Infrastruktur und für regionale Verhältnisse sehr gutem Freizeit- und Kulturangebot“. Oder: „Reinheim liegt am Rande des Rhein-Main-Gebiets und wird oft als das ‚Tor zum Odenwald‘ bezeichnet. Zusammen mit seinen Stadtteilen Ueberau, Spachbrücken, Georgenhausen und Zeilhard ist Reinheim eine moderne, familienfreundliche Gemeinde. Ein großes Freizeitangebot in den über 130 Vereinen und den vielen Sport- und Freizeitstätten unterstreichen die Attraktivität Reinheims“.
Fragt man den Wissenden, woran er beim Stichwort „Frankfurt“ denke, dann kommt als Antwort wahrscheinlich: Skyline!  Bei Darmstadt: Mathildenhöhe. Dresden? Frauenkirche. Groß-Umstadt? Marktplatz. Köln? Dom. Berlin? Brandenburger Tor. Reinheim? Nun, die Antwort könnte lauten: Bahnübergang oder Hofgut oder  Kaufpassage oder Tor zum Odenwald …  Neuerdings vielleicht Edeka?  Hier sollten die Gestalter dieser  Stadt – und damit sind alle gemeint, Bürger, Händler und Gewerbetreibende, Mittelständler und Freiberufler, Kommunalbeamte und Dienstleister, Alt und Jung, Frau und Mann, Eltern und Kinder, Wissenschaftler und Arbeiter, Manager und Hausfrauen, Lehrer und Schüler, Ärzte und Patienten, Studenten und Rentner – mal nachdenken. Lohnen wird es sich allemal. Und nachgedacht wird da und dort ja längst schon. Unabhängig von allen harten Standortfaktoren – und diese sind in Reinheim durchaus gut – wird das Bild (Image) einer Stadt zunehmend wie eine Marke entwickelt.  Dabei spielen Themen wie Differenzierung, Innovation, Nutzen- und Qualitätsaspekte, Vertrauen, Sicherheit, Persönlichkeit, Selbstwertgefühl, Langfristigkeit und Kommunikation entscheidende Rollen. Eine Stadt begeistert, wenn sie nicht nur rational, sondern auch emotional berührt.
Standort Reinheim: Fluch oder Segen? Kann man diese Frage überhaupt so stellen? Seriös betrachtet nein. Denn, erhalten wir eine brauchbare Antwort  bei der Vielfalt und Heterogenität der Reinheimer? Der erfolgreiche Handwerker antwortet anders als der  Hartz 4 Empfänger, der ängstliche Händler (Stichwort Umgehung) gibt eine andere Antwort als der etablierte Facharzt, der anerkannte Gastwirt eine andere als der Immobilienmakler, die CDU eine andere als die SPD, der Pfarrer eine andere als der Konfirmand. In den Herzen seiner Bürger angekommen wäre Reinheim dann, wenn es unisono eine Antwort gäbe. Bis dahin machen die Attraktivität des „Tores zum Odenwald“ harte Standortfaktoren aus, und die sind durchaus positiv und in die Zukunft gerichtet: „Für Reinheim liegt die einzelhandelsrelevante Kaufkraftkennziffer bei 106,1. Dies bedeutet, dass Reinheim mit der Kaufkraft seiner Einwohner im Einzelhandel 6 Prozent über dem Durchschnitt der Bundesrepublik Deutschland liegt. Das ist wirklich ein guter Wert …“, so Karl Hartmann, Bürgermeister dieser Stadt.
Noch eine gute Sicht auf die Stadt, Hartmann: „Ich denke, dass wir in Reinheim einen sehr guten Einzelhandels-Mix haben, der vor allem im Zentrum bzw. in der Nähe der Wohngebiete angesiedelt ist“. Und dazu eine richtige Erfolgsgeschichte, der Bürgermeister weiter: „In Reinheim haben wir vor drei Jahren einen weiteren solchen Ankerplatz“, (wie die Kaufpassage, Anmerkung der Redaktion), „auf dem ehemaligen Raiffeisen-Gelände hinzu bekommen, wo sich die Investitionen von Edeka und dm sehr erfolgreich niederschlagen und mit Sicherheit auch Kundinnen und Kunden aus der Region anlocken“.  Diese Zeitung befragte auch Passanten in Reinheim zur Attraktivität und Vielfalt der Einkaufsangebote. In dieser Gruppe sind die Meinungen über den Einkaufs-Standort Reinheim durchaus verschieden, einige sehen Ergänzungsbedarf für Kleidung, Möbel, Schuhe, Elektronik … andere sind rundum

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