Stimmungsvolles Erntedankfest in Crumbach

Die Kirche lebt!

Maren, Sarah, Laura und Valentin sprechen die Fürbitten auf dem Erntedankgottesdienst in Fränkisch-Crumbach

Fränkisch-Crumbach. Mit der Überschrift „Wachgeküsste Christen“ stand am vergangenen Wochenende in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zum Papstbesuch in Deutschland folgendes geschrieben: „Was für ein Gedrängel. Viel zu klein war der Platz zu Füßen des Erfurter Doms, wo am Samstagmorgen nur 27.900 Menschen mit dem Papst die Messe feiern konnten …“ Da die Welt aus parallelen Ereignissen und Antipoden besteht, kann für den Erntedankgottesdienst in Fränkisch-Crumbach folgendes geschrieben werden: Die Kirche lebt! Was für ein Gedrängel. Viel zu klein war der Hof der Familie Heinz Weidmann in Güttersbach zu Füßen der „12 Apostel“ (Nonroder Höhe), wo am Sonntagmorgen nur rund 500 Menschen mit dem evangelischen Pfarrer Armin Mohr den Erntedank Gottesdienst feiern konnten. Was ist nur los in unserer Gesellschaft? Überall und allerorten steht geschrieben oder wird gesprochen, dass die Christen von ihren Kirchen abfallen. Es scheint wohl doch eine tiefe Sehnsucht nach christlicher Gemeinschaft zu geben, ansonsten wären solche Ereignisse wie die Messe von Papst Benedikt in Berlin mit 70.000 Gläubigen oder der Erntedankgottesdienst einer kleinen Gemeinde im Odenwald mit rund 500 Gottesdienstbesuchern nicht möglich. Der Mensch hierzulande hat neben Vernunft und Ratio ein Bedürfnis nach einer Wertegemeinschaft, die sich aus der christlichen Lehre speist, ein Bedürfnis nach Seelsorge, Solidarität und Nächstenliebe, egal ob Katholiken oder Protestanten. Deshalb sollte sich auch ein Papst nicht der Ökumene versperren, denn einen Martin Luther hat es nun mal gegeben. Die christlichen Kirchen sollten sich weiter öffnen, indem sie die dogmatischen Kleider abstreifen und aufeinander zugehen und damit die Herzen der Menschen erreichen und sich nicht über sie stellen mit Geboten, Verboten und dogmatischem Starrsinn. Die Herzen der Menschen in der evangelischen Gemeinde Fränkisch-Crumbach erreichte Pfarrer Armin Mohr mit dem Erntedankgottesdienst auf dem Weidmann-Hof. Seine Tür ist dabei die Emotionalität verbunden mit dem Wahrhaftigen, Glaubwürdigen. Und dabei ist die dialogische Kraft im Zusammenspiel von Pfarrer, Kindern, Jugendlichen (Konfi rmanden), Kindergarten, Kirchenchor, Posaunenchor, Kirchenvorstand spürbar. Hinzu kommen das Stimmungsvolle und Bildhafte mit Brot, Nüssen, Trauben, Äpfeln, Birnen, Gurken, Kürbissen, Astern, Dahlien … Erlebnis und Geschichten mit Gesang, Musik, einem Märchen vom winzig kleinen Mann im winzig kleinen Häuschen in einem riesengroßen Wald, einer deftigen Suppe, Kaffee und Kuchen – so erhält die christliche Kirche den Zugang zu den Herzen der Menschen. Mehr als 500 Menschen hatten Pfarrer Armin Mohr und seine Helfer und Helferinnen mit dem Erntedankgottesdienst erreicht. Wo ist das Problem? Die Kirche lebt! Die Kirche hat Zukunft!                                                                                            Text/Bild: Dieter Preuss

2 Kommentare

  1. Adam Klinger sagt:

    wir danken Ihnen für ihren hervorragenden Bericht vom Erntedankfest in Fr.-Crumbach. Es freut uns
    ganz besonders, daß einmal die positiven Seiten des christlichen Lebens in unserer Gemeinde erwähnt wurden. Dafür möchten wir Herrn Preuss besonders danken. MfG. A.klinger

  2. Hallo Herr Klinger,
    vielen Dank für diesen freundlichen Kommentar. Ja, ich versuche in dem einen oder anderen Titel im Anzeigenblatt die Themen nicht nur quasi wiederzuerzählen, sondern auch die eine oder Reflektion einzubringen. Und ich glaube fest daran, dass eine christliche Wertegemeinschaft im Chaos der Globalisierung für Orientierung und Stabilität sorgt. Was natürlich auch für andere Wertegemeinschaften gilt. Und ein Pfarrer wie Armin Mohr schafft es, mit recht einfachen aber umso wirkungsvolleren Mitteln die evangelische Gemeinde in Crumbach mit Leben und Inspiration zu füllen. Das will ich eigentlich mit „Die Kirche lebt!“ ausdrücken.
    Der Autor

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