TSG Gross-Bieberau in der Saison 2011/12

Spieletrainerduo übernimmt Verantwortung

TSG Gross-Bieberau in der Saison 2011/12

Zuschauer, Fans und Team müssen sich ab dieser Saison daran gewöhnen, dass auf der Bank des ehemaligen Handball-Zweitligisten nun andere das Sagen haben werden. Nach zehn Jahren TSG Groß-Bieberau nahm der bisherige Coach Thomas Göttmann seinen Abschied und legte die Aufgaben in jüngere Hände. Erstmals wird der künftige Drittligist von einem Duo gecoacht. Und zudem fungieren beide als Spielertrainer. Florian Bauer und Dennis Rybakov werden die erfolgreiche Arbeit von Göttmann nicht nur fortsetzen wollen. Beide wollen dem Team ein neues Flair verpassen, dem Team ein anderes Gesicht geben. Das wird eine schwere Arbeit, denn künftig wird man auch auf die Dienste von Shooter Andreas Neumann verzichten müssen. Der Halblinke bekam in der letzten Spielzeit so etwas wie „die zweite Luft“, spielte teilweise in Abwehr und Angriff überragend und traf deshalb über 150 Mal das gegnerische Gehäuse. Er verstärkt künftig den Oberligisten aus Hanau, spart damit eine Menge an Aufwand. Wieder zurück nach Obernburg wechselte der bisher kleinste Akteur der TSG Groß-Bieberau, Daniel Knobloch. Über vier Jahre spielte er bei der TSG und auf den Friseurmeister konnte man sich immer verlassen. Seinen Platz wird künftig Neuzugang Tobias Seel einnehmen. Er kommt vom TV Großsachsen und wird versuchen, sich einen Platz unter den ersten Sechs zu erspielen. Große Unterstützung erhofft sich die TSG Groß-Bieberau von Neuzugang Frank Eidam. Der 28-jährige spielte viele Jahre beim Zweitligisten HSG Gensungen – Felsberg und zuletzt beim HC Bad Neustadt in der 3. DHB-Liga. Er ist ein erfahrener Spieler, der besonders auf der Mitte zum Einsatz kommen soll. Dort spielt eigentlich Florian Bauer, der aber als Coach künftig mehr von der Bank aus das Spiel leiten möchte. Leider nicht mehr dabei ist Tobias Milde. Der Ex-Obernburger fühlte sich in Groß-Bieberau pudelwohl, doch wurde er aufgrund einer heftigen Knöchelverletzung Sportinvalide. Auch die Torhüterpositionen wurden neu besetzt, hinter dem „Keeperfuchs“ Felix Beck wird sich künftig Markus Podsendek auf der zweiten Torhüterposition tummeln. Nach wie vor setzt man in Groß-Bieberau auf junge, hungrige Spieler, gepaart mit einem Anteil an erfahrenen Akteuren. Mit Nils Arnold, Bastian Gaydoul und Till Buschmann sind bereits drei Ex-A-Jugendliche der JSG Gersprenztal in der Mannschaft integriert, dazu kommen mit Michael Malik, Carsten Fischer und Andre Karmatschek weitere Jugendspieler, die dem Kader angehören. Damit hat man in den letzten Zweitligajahren beste Erfahrungen gemacht und hatte nie etwas mit dem Abstieg zu tun. Das man nun in der dritten Liga am Ball sein wird, sieht nicht nur Manager Georg Gaydoul mit einem positiven Eindruck: „Natürlich hätten wir gerne dem Handballumfeld die 2. Bundesliga präsentiert, aber die eingleisige Liga ist für solche Clubs wie die TSG einfach nicht finanzierbar. Ich freue mich auf die Derbys gegen Groß-Umstadt, Obernburg, Kirchzell und Leutershausen und glaube, dass wir künftig in Groß-Bieberau mehr Zuschauer begrüßen können, denn ich hoffe, wir werden dort tolle Spiele erleben. Wir setzen auf die junge Mannschaft und denken, dass wir im vorderen Drittel mitspielen können“, denkt der Manager der TSG offen. Es wird bestimmt eine spannende Saison und Florian Bauer mit seinem Co-Trainer Dennis Rybakov vor einer aufregenden Aufgabe.

Florian Bauer und Dennis Rybakov zur aktuellen Lage in Groß-Bieberau

Spielertrainer sind nichts Neues im Handballsport. Aber das der Trainer und auch der Co-Trainer beide auf dem Handballparkett stehen, dürfte auch im deutschen Handballsport ein neuer Weg sein. Die TSG Groß-Bieberau, bis letzte Saison in der 2. Handball-Bundesliga Süd beheimatet und freiwillig nun in der 3. Liga beheimatet, geht diesen ungewöhnlichen Weg. Etwas mehr als sechs Wochen Vorbereitung liegen jetzt hinter den neuen Trainern Florian Bauer, Dennis Rybakov und der Mannschaft. Mehr Verantwortung, viele Testspiele und neue Spieler, das sind alles Eindrücke, die den Spielertrainern im Laufe der letzten Wochen begegnet sind. Beide zeigen sich im Gespräch zufrieden mit dem Verlauf der Vorbereitung und blicken den kommenden Aufgaben gespannt entgegen. Das Gespräch führte Mathias Konrad, Rückraumspieler der TSG Groß-Bieberau.

Wie fällt zum derzeitigen Zeitpunkt das Fazit aus? Florian B.: Durchwachsen und positiv. Die Mannschaft zieht super mit und es gibt nicht das geringste Problem im Bezug auf Dennis und mich als Trainer. Die Trainingsbetei l igung und der Einsatz in jedem Training sind enorm. Auch alle Neuen haben sich sehr gut ins Team eingefügt und jeder von ihnen bringt sich sehr gut ein und wird uns diese Runde weiterhelfen.

Schwerpunkte der Vorbereitung waren vor allem die Verbesserung des schnellen Spiels und Stabilisation der Abwehr, da mit Andreas Neumann ein wichtiger Eckpfeiler die TSG verlassen hat. Ist dies bisher gelungen? Dennis R.: Nach sechs Wochen Vorbereitung ist eine deutliche Steigerung im schnellen Spiel nach vorne zu erkennen. Wir haben bewusst Wert auf das Tempospiel gelegt, damit wir in der Runde viele einfache Tore über die erste und zweite Welle machen können. In der Abwehr mussten wir nach dem Abgang von Andy reagieren und haben zusätzlich zur unseren altbewerten 6:0 auch offensive 4:2 und 5:1 Abwehrreihen ausprobiert. Dies ist uns sehr gut gelungen und so sind wir in der Deckung insgesamt flexibler geworden.

Also ist der aktuelle Leistungsstand der Mannschaft zufriedenstellend? Dennis R.: Absolut. Trainingsbereitschaft und Trainingsbeteiligung waren sehr gut. In den ersten drei Wochen wurden Grundlagen in Sachen Kraft und Kondition gelegt und ab der vierten Woche ging es eher um Schnelligkeit und Taktik. Wir haben viele Vorbereitungsspiele absolviert um verschiedene taktische Möglichkeiten zu testen. Insgesamt hatten wir zum Glück keine Verletzungen und sind pünktlich zum Rundenbeginn alle topfit.

Für Sie beide ist es die erste Trainerstation bei den aktiven Herren. Gerade der Spagat zwischen Trainer und Spieler ist eine hohe Hürde. Wie kommen Sie mit dieser neuen Situation zu Recht und hat diese Einfluss auf Ihre Leistungen auf dem Spielfeld? Florian B.: Ich fühle mich noch eher beflügelt und hoffe, dass ich das auf dem Platz zeigen kann. Das Mitdenken während des Spiels über mögliche taktische Änderungen musste ich als Captain ja schon beweisen, daher funktioniert dies schon ganz gut. Dennis R.: Es ist sicherlich nicht einfach auf dem Platz zu stehen und gleichzeitig den Überblick für die Gesamtsituation zu behalten. Wir versuchen uns deswegen gegenseitig zu unterstützen damit wir im Spiel eine klare Führungslinie haben. Zudem sind wir als Spielertrainer auf dem Spielfeld noch mehr gefordert die Mannschaft mitzureißen und in den entscheidenden Phasen die Verantwortung zu übernehmen.

Wie kommt das Team mit den Rahmenbedingungen dieser Vorbereitung in Groß-Bieberau zurecht? Zum einen fehlt der „richtige“ Trainer, da Sie selbst stets im Training am Ball sind und zum anderen ist es auch für die Spieler eine nicht alltägliche Situation. Florian B.: Im Training klappt alles sehr gut. Dies ist aber ein großer Verdienst der Mannschaft, die alles annimmt und uns voll akzeptiert.

Im Verlauf der Vorbereitung waren insgesamt fünf Neuzugänge in die Mannschaft zu integrieren? Entsprechen die gezeigten Leistungen den Vorstellungen? Dennis R.: Mit den Neuzugängen sind wir bisher sehr zufrieden. In den Vorbereitungsspielen haben die neuen schon bewiesen was für Potenzial in ihnen steckt. Die Jungs passen menschlich und sportlich gut zu uns und wir werden mit Sicherheit noch viel Freude mit ihnen haben.

Kommen wir noch kurz auf die bevorstehende Runde zu sprechen. Es wird viel diskutiert, in welcher Tabellenregion sich die Mannschaft wiederfinden wird. Wie sind eure Erwartungen an die Mannschaft und in welcher Region möchtet ihr mit dem Team am Ende der Runde stehen? Florian B.: Wir wollen 5. werden! Dennis R.: Ich persönlich möchte mich nicht auf eine Platzierung festlegen. Wir wollen versuchen attraktiven und schnellen Handball zu spielen und wenn wir verletzungsfrei durch die Runde kommen und unser spielerisches Potenzial abrufen können, werden wir schwer zu schlagen sein. Gelingt uns dann noch alle Heimspiele zu gewinnen, werden wir uns am Ende der Runde im oberen Tabellendrittel finden.

Ein unschätzbares Trio

Das man sich ab dieser Saison bei der TSG Groß-Bieberau an ein neues Trainergesicht gewöhnen muss, ist hinlänglich bekannt. Florian Bauer beerbte den langjährigen Coach Thomas Göttmann und wird nun versuchen, seine Philosophie um zu setzen. Aber nicht alles wird sich ändern, denn drei Gesichter gehören seit dem Jahre 2004 so fest zur Mannschaftsbank, wie die Spieler, Handtücher, Harzdosen oder Getränke. Die Rede ist von den guten Seelen des Teams, denn Betreuer Peter Städter, Mannschaftsarzt Dr. Wolfgang Schmidt und Physiotherapeut Harald Janssen sind für die Spieler mehr als eben deren Position auszudrücken mag. Pit, so wird Peter Städter genannt, ist weit mehr als nur Teambetreuer. Sein Rat hilft vor allem den jungen Spielern und vor allem ist sein gekonntes Kartenspiel auf den Busreisen zu den Auswärtsspielen gefürchtet. Seit 2004 sind Dr. Wolfgang Schmidt und Physiotherapeut Harald Janssen die „Medizinische Abteilung“ der TSG Groß-Bieberau. In all den Jahren haben sie die großen und kleinen Wunden der Spieler behandelt, Behandlungsziele festgelegt, Operationstermine organisiert und die Akteure bei den Spielen betreut. Der medizinische Check der Spieler vor und während der Saison in der Praxis von Dr. Wolfgang Schmidt gehört zum gewohnten Trainingsalltag. Im Studio von Harald Janssen wurde von Beginn an das Krafttraining der TSG-Handballer koordiniert, und das mit sichtbarem Erfolg. In den vergangenen Zweitliga-Spielzeiten gehörte die TSG zu den abwehrstärksten Teams überhaupt und wurde selbst für die großen Favoriten oft zu einem unüberwindlichen Bollwerk. Das wünscht man sich auch für die kommende Drittligasaison

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