Ulrike Büchner – Reichelsheim

Ulrike Büchner

Pragmatismus und Vereinsarbeit sind die Markenzeichen von Ulrike Büchner. Dabei nehmen im Leben der Reichelsheimerin gerade Musik sowie soziales Engagement einen wichtigen Raum ein. Ulrike Büchner wurde 1972 in Erbach geboren. Gemeinsam mit ihren drei älteren Geschwistern wuchs sie in Nieder-Kainsbach auf. Sie lernte Querflöte spielen und trat mit elf Jahren dem Brensbacher Spielmannszug bei. „Später, mit 25 Jahren, wechselte ich dann zum Spielmannszug nach Fränkisch-Crumbach, wo ich bis heute aktives Mitglied bin und die große Querflöte spiele“, beschreibt die engagierte Odenwälderin ihre Liebe zur Musik. In Reichelsheim besuchte die heute 41-Jährige die örtliche Gesamtschule, die sie 1988 mit der Mittleren Reife abschloss. Im Anschluss daran folgte eine dreijährige Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten beim Amt für Landwirtschaft und Landentwicklung in Darmstadt, wo Ulrike Büchner noch ein Jahr wertvolle Praxiserfahrung sammelte. Als dann 1992/93 eine Reform stattfand, wechselte die fest im Gersprenztal Verwurzelte zum Landwirtschaftsamt nach Reichelsheim. Fünfzehn Jahre lang war sie dort tätig und qualifizierte sich darüber hinaus beruflich weiter.

Doch nicht nur beruflich waren diese Jahre sehr ereignisreich: „Durch meine Arbeit lernte ich meinen Mann Sebastian kennen, der als Vermessungstechniker tätig ist. Wir beide haben 2011 geheiratet“, so die engagierte Fachwirtin, die zuerst nach Heppenheim versetzt wurde und dann zum Amt für Bodenmanagement nach Darmstadt kam. Mit dem Beginn von 2012 wechselte Ulrike Büchner den Tätigkeitsbereich und arbeitet nun im Sozialamt des Odenwaldkreises. Vor vier Jahren schließlich rückte ihr ehrenamtliches Engagement für die Notfallseelsorge des Odenwaldkreises neben der Musik und ihrer Vereinsarbeit beim Spielmannszug in den Mittelpunkt. „Ich wurde von Ruth Vetter, die seit 2002 in der Notfallseelsorge und Krisenintervention ehrenamtlich tätig ist, angesprochen. Sie weckte mein Interesse für diese Arbeit“, erklärt Ulrike Büchner. Die Odenwälderin absolvierte 2009 einen neunmonatigen Ausbildungskurs, in dem sie auf ihr zukünftiges Arbeitsgebiet vorbereitet wurde. Seitdem ist die heute 41-Jährige im ganzen Odenwaldkreis mit einem Teampartner unterwegs und macht sozusagen „Erste Hilfe für die Seele“. „Egal ob bei einem Unfall, Selbstmord, Gewaltverbrechen oder beim Überbringen von Todesnachrichten – der Einsatzbereich der Notfallseelsorger ist sehr vielseitig und man muss sich jedes Mal neu auf eine Situation einlassen“, sagt Ulrike Büchner. „In jedem Fall ist es aber so, dass man mehr an Gefühlen und Erfahrungen mitnimmt. Ich gehe mittlerweile mit dem Thema Tod auch ganz anders um als früher. Er gehört einfach zum Leben dazu.“

Die in Unter-Ostern Lebende ist derzeit eine von 40 Personen, die sich in der Notfallseelsorge im Odenwald engagieren und im Jahr ca. 60 bis 70 Einsätze betreuen. „Dabei sind vor allem auch die Einsatznachbesprechungen wichtig, um Erlebtes zu verarbeiten, Probleme aufzuzeigen und sich weiterzubilden“, erklärt Ulrike Büchner, die derzeit in der Ausbildungsphase für das Leitungsteam der Notfallseelsorge ist. Neben Einzelpersonen und Familien gehört auch ein Angebot für Feuerwehren zum Leistungsspektrum der Ehrenamtlichen. Diese greifen je nach Einsatz auch auf Hilfsmittel und Netzwerke, wie z. B. Frauenhäuser, soziale Einrichtungen für trauernde Kinder usw., zurück. Der Sport bietet Ulrike Büchner einen wichtigen Ausgleich zu Beruf und ehrenamtlichem Engagement. Im TV 1861 Michelstadt war die Gersprenztalerin lange Jahre als erfolgreiche Bogenschützin aktiv. Nun geht sie regelmäßig zum Aqua-Cycling sowie zur Rückenschule und hält auch bei Bedarf Vertretungskurse. „Ich bin immer wieder auf der Suche nach einem neuen Hobby“, schmunzelt die 41-Jährige, die einmal in der Woche beim Würzberger Spielmannszug dem Nachwuchs Querflötenunterricht erteilt. Ruhe und Kraft für ihr großes Engagement findet Ulrike Büchner bei ihrem Mann Sebastian. Er hat als Vereinsmensch Verständnis für ihren Einsatz und unterstützt sie gerne. Eine weitere Leidenschaft in ruhigen Momenten ist das Lesen. „Ich liebe Krimis. Vor allem die Darmstadt-Krimis haben es mir angetan“, schwärmt die musikalische Odenwälderin. Für dieses Jahr ist außerdem etwas Größeres geplant: Gemeinsam mit ihrem Mann möchte die 41-Jährige ein Haus bauen und wieder zurück nach Nieder-Kainsbach ziehen. Doch zunächst einmal steht am 13. April ein Konzert mit dem Spielmannszug und dem Posaunenchor Fränkisch-Crumbach an. „Die Musik wird immer ein ganz wichtiger Bestandteil meines Lebens sein. Wenn möglich würde ich gerne noch Cello spielen oder Sprachen lernen“, sagt Ulrike Büchner, die stets voller Tatendrang steckt, abschließend.

Für das Anzeigenblatt Gersprenztal stand Ulrike Büchner Rede und Antwort:

Wenn Sie Königin von Deutschland wären, was wäre Ihre erste Tat? Büchner: Als Königin von Deutschland würde ich versuchen, mehr Gerechtigkeit walten zu lassen und mich für eine bessere Gehaltsverteilung der Arbeitnehmer einsetzen.

Sie haben drei Wünsche frei. Nennen Sie uns diese bitte. Büchner: Ich wünsche mir mehr Zeit für private Dinge und Hobbys. Als zweites wünsche ich mir für meine Familie, dass es weiterhin so läuft wie bisher. Mein dritter Wunsch ist, dass die Menschen wieder mehr miteinander reden – von Angesicht zu Angesicht.

Welcher Mensch in Ihrem Leben hat den größten Eindruck auf Sie gemacht? Büchner: In meinem Leben gibt es viele Menschen, die mich beeindrucken. Jeder Mensch hat etwas Besonderes und zeichnet sich durch sein Tun oder Handeln, wie beispielsweise durch sein Engagement für eine bestimmte Sache, aus.

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