Vorsicht Odenwälder!

Odenwald. So oder ähnlich könnte der neue einheitlich den gesamten Odenwaldkreis umfassende Markenauftritt lauten, wenn man nur der wilden Dame mit dem großen World-Wide- Web Appetit begegnen würde. Sie fordert die Welt auf, sich mit dem Odenwald zu verbinden. Damit wird auf witzige Weise die eine Seite der neuen Odenwald- Promotion und -Positionierung (innovative, flächendeckende Breitbandvernetzung) fotografisch in Szene gesetzt. Die zweite Seite zeigt die Odenwälderin, der aus einem iPad eine Pflanze erwächst. Also Natur als zweiter strategischer Wert des Odenwalds. Zusammengefasst ergibt das den neuen Odenwälder Slogan: „Nachhaltig. Innovativ.“

Mit dieser Odenwald Kampagne werden Images bzw. Markenversuche wie „Echt Odenwald“, „Auf Natur umschalten“, „Einfach mehr für die Region“ (OREG) unter ein gemeinsames Marken- Dach gestellt. Erlebbar schon auf der Internetseite www.odenwaldkreis. de. Präsentiert wurden das neue Markenbild, Konzept, Strategie und Werbemittel kürzlich in Reichelsheim vor Gästen aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Presse. Die Gastgeber waren Landrat Dietrich Kübler, der Initiator und politische Kopf dieser neuen Markenarchitektur, Meike Mayer, verantwortlich für Standortmarketing im Landratsamt, Jürgen Walther, Geschäftsführer der OREG und strategischer wie auch unternehmerischer Auftraggeber dieser Kampagne sowie Johannes Kessel, Kommunikationsberater und Werbegestalter für den neuen Odenwald-Auftritt. Der hessische Finanzminister Thomas Schäfer zollte dieser einzigartigen, identitätsstiftenden Unternehmung mit seiner Anwesenheit in Reichelsheim und einer kurzen Rede seinen besonderen Respekt.

„Da wo wir sind ist vorne!“ So moderierten die CDU Landtagsabgeordnete Judith Lannert und der Kreistagsvorsitzende Rüdiger Holschuh (SPD) die Marken-Präsentation an. Da könnte etwas dran sein, glaubt man den Worten von Landrat Dietrich Kübler: „Nachhaltiges und innovatives Wirtschaften in einer lebenswerten Naturlandschaft ist … der modernste Weg, Zukunft gewinnbringend zu gestalten.“ Als Logo auf den Punkt gebracht: Einschaltknopf für die Verbindung mit der Welt (Internet), aus dem ein Sprössling (hoffentlich kein Mais!) erwächst. Damit hoffen die Macher, die Standortvorteile „schnelles Internet“ und der durch Wald und Streuobstwiesen geprägten – fast unverbauten – Natur und Landschaft (nur wenige Windräder) in Einklang zu bringen. Die Zielbzw. Dialoggruppen zum Start dieser wirkungsvollen Kampagne sind Existenzgründer, Unternehmer, Gemeinden, Familien und Schüler. Das langfristige Ziel ist, den hier lebenden Menschen ein selbstbewusstes Heimatgefühl zu vermitteln und den Menschen außerhalb des Kreises zu sagen: Kommt her, hier geht es euch gut, hier habt ihr alles, hier könnt ihr glücklich werden – privat und beruflich als Kultur- wie auch Naturfreunde!

Sicher, man kann fragen: Ist die Farbwahl Grün innovativ? Der Slogan originell? Die Positionierung nachhaltig? Lassen wir das. Ein guter Anfang ist gemacht, die Richtung ist klasse. Nun sollten wir Odenwälder das mit Leben füllen. Text/Bild: Dieter Preuss

2 Kommentare

  1. Barbara Metz sagt:

    Sehr geehrtes Anzeigenblatt,
    ich habe mich heute morgen um viertel vor sieben sehr erschrocken.. Was geht in den Köpfen der Macher einer solchen Werbung vor? Dieses grüne schreckliche Bild lässt nur schaurige Fragezeichen entstehen. Wer bitte soll den Sinn dieses Bildes ableiten oder erkennen außer der, der die Idee hatte? Kein normaler Leser verbindet das mit „Verbindung mit dem Odenwald“ herstellen. Einfach nur gräßlich muss ich sagen. Guerillia-Werbung schön und gut aber bitte auch zum hinsehen, hiervon wird einem schlecht!
    Schöne Grüße aus Ueberau
    Barbara Metz

  2. Hallo Frau Metz,
    nein, erschrecken wollten wir Sie mit diesem Titel nicht. Das mit der Werbung ist halt immer so eine Sache: versucht man mit „Schockbildern“ – wobei die grüne Dame für mich kein Schockbild ist – aufzurütteln, also Aufmerksamkeit zu erzielen – bei Ihnen ist das ja schon mal gelungen. Oder versucht man mit Bildern, die Sympathie und Identifikation erzeugen, Interesse zu wecken. In dieser neuen Odenwald-Kampagne gibt’s natürlich auch viele „sympathische“ Fotos. Viel wichtiger ist, das die eine Botschaft zur anderen passt, dass sich die Botschaften ergänzen und auf das gleiche Markenkonto (Odenwald Marke) einzahlen. Und dabei habe ich doch den einen oder anderen Zweifel, was ich auch versucht habe mit zwei, drei Fragen anzudeuten. Allerdings finde ich es gut, dass sich der Odenwald auf diesen Weg begibt. Leider werfen nun die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Landrat Kübler einen Schatten auf die gesamte Kampagne. Was ich sehr schade finde.
    Herzlich Dieter Preuss

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